Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Moderator Markus Lanz während der Sendung.
+
Moderator Markus Lanz während der Sendung.

Talkshow im Zweiten

Markus Lanz (ZDF) - Folgen von Covid-19 - Moderator kann es nicht fassen: „Wahnsinn“

  • Rolf-Ruediger Hamacher
    vonRolf-Ruediger Hamacher
    schließen

Bei Markus Lanz geht es um Covid-19, das vermeintliche Schweigen der „Linken“ und um ein neues Buch über Clan-Kriminalität.

  • Erneut wurde bei Markus Lanz (ZDF) diskutiert.
  • Die Themen: Covid-19, das Schweigen der Linken und ein neues Buch über Clan-Kriminalität.
  • Moderator Markus Lanz ist erschüttert über den Bericht eines Covid-19-Patienten.

Der Dezember fing spannend an bei Markus Lanz im ZDF. Am 1.12. brachte er die CSU-Politikerin und Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, in Erklärungsnot, die sich verzweifelt bemühte, das Desaster mit der Corona-Whatsapp schönzureden. Einen Tag später rang er dem Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, Carsten Linnemann, das Versprechen ab, in der nächsten Bundestagssitzung mit einem „Urschrei“ auf die Steuerverschwendung des Finanzministers Olaf Scholz und des Wirtschaftsministers Peter Altmeyer zu reagieren, die einem Milliardenkonzern wie „Starbucks“ 75 % ihres letztjährigen November-Umsatzes in den Rachen schmeissen, obwohl der hier kaum Steuern zahlt.

Talk bei Markus Lanz (ZDF): „Ich wurde ins künstliche Koma versetzt“

Da war man bei Markus Lanz (ZDF) schon gespannt, wen er sich in der dritten Dezemberausgabe als Zielscheibe kritischer Nachfragen ausgesucht hatte. Und wenn man sich seine Gästeliste ansah, konnte die Wahl ja eigentlich nur auf Kevin Kühnert fallen. Aber zuerst einmal kam die schon zum täglichen Talkshow-Ritual gehörende Beschäftigung mit der Corona-Pandemie zu Wort: Lanz´ Namensvetter Florian Lanz gehört zu jenen Covid-19 Opfern, die, obwohl kerngesund und ohne Vorerkrankungen, im März auf der Intensiv-Station landeten. 

„Ich wurde ins künstliche Koma versetzt - und als ich nach 2 Wochen erwachte, konnte ich nicht laufen, nicht sitzen, hatte 14 Kilo Muskelmasse verloren, eine Hand war taub und mein Kopf fiel immer wieder nach unten. Ganz unaufgeregt und ohne nach Mitleid zu heischen, erzählt der 29-Jährige von seinen ersten „harmlosen“ Symptomen bis hin zu seinen Herzinfarkt-Albträumen während der Aufwachphase. „Wahnsinn“, entfährt es immer wieder dem Moderator, der gar nicht glauben will, dass Florian nach seiner Entlassung erstmal wieder arbeiten ging, ehe man ihn nach 5 Monaten in die Reha schickte. 

Markus Lanz (ZDF): „Das müssen sie mir jetzt aber beweisen“

Dr. Jördis Frommhold, nicht zum ersten Mal Gast bei Markus Lanz im ZDF, sieht da die Kliniken in der Verantwortung, die sofort einen Reha-Platz hätten beantragen müssen. Für sie zeigt der Fall aber auch, dass sich junge Menschen nicht in Sicherheit wiegen sollen.

Andererseits kann sich Florian bis heute nicht erklären, wo er sich infiziert hat: Er lebt in einer kleinen Gemeinde, war zur fraglichen Zeit nicht auf Partys - „nur drei Busse aus Bad Ischgl sind damals im Landkreis angekommen“. Aber an diese Möglichkeit, will er doch nicht so richtig glauben. „Was er nach seinen Erfahrungen von den Querdenkern hält“, will Markus Lanz noch wissen - „Wenn ich die im Fernsehen sehe, schalte ich gleich um. Wenn Maske tragen das einzige Problem ist, dass wir in der Gesellschaft haben…….?!“ Offensichtlich gibt es aber auch unter Ärzten Zweifler: „Das müssen sie mir jetzt aber beweisen“, hört Jördis Frommhold schon mal im Kollegium.

Talk bei Markus Lanz (ZDF): Keine Erkenntnisse noch gearteten „Sprengstoff“

Da die beiden ersten Gespräche bei Markus Lanz im ZDF weder neue Erkenntnisse noch einen irgendwie gearteten „Sprengstoff“ boten, aber zutiefst menschelnd rüberkamen, versuchte Markus Lanz Kevin Kühnert mit provokanten Fragen aus der Reserve zu locken, der sich in einem Spiegel-Artikel über das Schweigen der politischen Linken zu den islamischen Morden in Paris und Dresden, aber auch zum Weghören und Wegsehen bei den Berliner Demonstrationen zum „Jerusalem-Tag“, auf dem offen zum Juden-Mord aufgerufen wird:

Markus Lanz (ZDF) Sendung vom 03. Dezember 2020
Zu Gast im Studio:
Florian LanzSchwer an Covid-19 erkrankter Produktionsleiter
Dr. Jördis FrommholdLungen-Chefärztin einer Klinik in Heiligendamm
Kevin KühnertStellvertretender SPD-Parteivorsitzender und ehemaliger Juso-Chef
Claas Meyer-Heuer, „Spiegel TV“-Redakteur und Buchaut

„Wer in seiner politischen Agenda ein Weltbild von Gerechtigkeit vertritt, kann nicht schweigen zu Gewalt und zur beabsichtigten Umwandlung der Demokratie in einen Gottesstaat.“ Kühnert verweist bei Markus Lanz (ZDF) auch auf eine indifferente Aussage von Robert Habeck bei Markus Lanz - und in diesem Moment hätte man sich gewünscht, das der Grünen-Chef mit in der Runde gesessen hätte. Genauso wie man einen Juristen als Gesprächspartner vemisste, als Kühnert dann selbst in alte, linke Gut-Menschen-Manier verfiel, und eine Abschiebung des Dresdener Mörders nach Syrien, die das Attentat auf das schwule Pärchen verhindert hätte, als nicht „nachhaltig“ bezeichnet. Lanz scheint etwas fassungslos und wirft Kühnert das Werfen von „Nebelkerzen“ vor, bricht aber leider das Gespräch abrupt ab. Die Brisanz des Themas hätte man eigentlich im Vorfeld ahnen können - und vielleicht auf die eh schon dutzendmal durchgekaute Pandemie-Schiene verzichten können.

Markus Lanz (ZDF): „Tolles Buch ist Ihnen da gelungen!“

Auch über die gesellschaftlichen Hintergründe der spannenden Recherchen von Claas Meyer-Heuer, die durch schockierend-entlarvende Einspieler illustriert wurden, hätte man gerne von verantwortlichen Politikern und Staatsanwälten mehr bei Markus Lanz erfahren, die seit 20 Jahren (nicht nur) in Berlin den kriminellen Machenschaften arabischer Familien-Clans keine Grenzen setzten. Neben Sachzwängen, so Meyer-Heuer („Ein Staatsanwalt bekommt im Jahr 1200 Verfahren auf den Tisch, von denen etwa 50 % wegen Arbeitsüberlastung eingestellt werden“). Hinzu kommt die unprofessionelle Ausbildung unserer Juristen, für die Fortbildung ein Fremdwort ist, sodass ein Mitglied des für den Goldmünzen-Klau verantwortlichen Remmo-Clans aus der U-Haft entlassen wird, weil er angeblich seinen kranken Vater pflegen muss, obwohl er ein halbes Dutzend Geschwister hat.

Aber es kommt noch toller bei Markus Lanz (ZDF), die Berliner Baubehörde schreitet nicht ein, als der Clan auf einem seiner Grundstücke ein illegales Gartenhaus baut und Justizbeamte stehen teilnahmslos daneben, als Clan-Mitglieder im Gericht Journalisten angreifen. „Die Wiedereinführung der Vermögenssteuer wäre ein Schlüssel, um das asoziale Verhalten der Clans einzudämmen“, schlägt Meyer-Heuer vor - und hat dabei auch Kevin Kühnert im Blick, dessen Parteigenosse ja der zuständige Finanzminister ist.

Markus Lanz (ZDF):  Moderator kann Folgen von Covid-19 nicht fassen – „Wahnsinn“

Da fällt Markus Lanz als Schlußwort seiner Talkshow der verpassten Gelegenheiten nur noch die übliche Standardlobhudelei ein: „Tolles Buch ist Ihnen da gelungen!“ (Rolf-Ruediger Hamacher)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare