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Die Gäste bei Markus Lanz.
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Die Gäste bei Markus Lanz.

ZDF-Talk

Wahlkampf im ZDF: Markus Lanz mit süffisantem Seitenhieb gegen Olaf Scholz

  • VonMichael Meyns
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Im ZDF-Talk bei Markus Lanz geht es zunächst um die Bundestagswahl. Danach kommt Hendrik Streeck beim Thema Coronavirus zu Wort.

Frankfurt - In weniger als vier Wochen wissen wir, wer neuer Bundeskanzler (oder Bundeskanzlerin) ist. Der Wahlkampf nimmt also kurz vor der Bundestagswahl 2021 an Fahrt auf und bestimmte auch die Diskussion im ZDF-Talk bei Markus Lanz am 31. August. Im Rückblick auf das erste „Triell“ am Sonntagabend (29.08.2021) betrachtete Eva Quadbeck, stellvertretende Chefredakteurin vom „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ SPD-Kandidat Olaf Scholz als Gewinner.

Mit seinem Versuch, eine Art männliche Kopie von Angela Merkel abzugeben, buddhistische Ruhe auszustrahlen und sogar die Raute nachzuahmen, hat er sich inzwischen an die Spitze der Umfragen gekämpft, während Armin Laschet zunehmend in Panik gerät. Am Rande einer Steinbrückschen Selbstmontage sieht Quadbeck den CDU-Kandidaten, eine Einschätzung, die Wiebke Winter, 25-jährige Nachwuchspolitikerin, die erst vor einigen Tagen in Laschets Wahlkampfteam berufen wurde, verständlicherweise nicht teilt. Als Klimaexpertin soll sie für bislang oft fehlende Inhalte sorgen, mühte sich in der Runde allerdings eher, ihrem Kandidatin „wahnsinniges Interesse“ am Thema Klimaschutz zuzusprechen.

Markus Lanz (ZDF): Olaf Scholz ist ein „cooler Typ“

Dass es Armin Laschet war, der gerade erst einem Gesetz zugestimmt hat, das den Ausbau von Windrädern in NRW praktisch unmöglich macht, konnte Winter allerdings nicht so richtig entkräften, verlor sich in Phrasen und wollte in erster Linie festgehalten haben, was für ein großartiger Teamspieler Armin Laschet sei.

Während Winters Begeisterung kaum zu bändigen war, mühte sich Der Erste Bürgermeister Hamburgs Peter Tschentscher sichtlich, angesichts der zunehmend überzeugenden Umfragewerte seiner Partei, nicht übermütig zu werden. Seit 25 Jahren kenne er Olaf Scholz, schätze ihn als coolen Typ (sic!), vor allem aber als Politiker, der nichts verspreche, was er nicht halten könne. „Scholz spricht ohnehin wenig“, warf Markus Lanz süffisant ein, dass der Wahlkampf momentan darauf hinausläuft, dass der Kandidat gewinnt, der am wenigsten Fehler macht.

Die Gäste bei Markus Lanz
Peter TschentscherPolitiker
Wiebke WinterPolitikerin
Eva QuadbeckJournalistin
Hendrik StreeckVirologe

Auch das Coronavirus ist Thema im ZDF-Talk von Markus Lanz

Eine bemerkenswerte Geschlossenheit konnten alle der SPD attestieren, was manche, vor allem natürlich Wiebke Winter, als bemühten Burgfrieden betrachteten, der spätestens nach der Wahl vorbei sein wird, Tschentscher dagegen als Ergebnis des gemeinsam beschlossenen Plans für Deutschland.

Nun, in wenigen Wochen wissen wir mehr, bis dahin wird sich auch zeigen, inwieweit das 2G-Modell funktioniert, dass angesichts der steigenden Inzidenzwerte in Hamburg als Möglichkeit eingeführt wurde. Ein Alleingang der Hansestadt, der dem Bürgermeister gut zu Gesicht steht und zeigt, dass konsequente, auch eigenständige Politik bei den Menschen durchaus gut ankommt. An manchen Orten, kleinen Clubs etwa, erhalten fortan nur noch Geimpfte oder Genesene Eintritt, nicht jedoch Getestete. Grund für diese Entscheidung sind einerseits die Unsicherheit der Schnelltests, aber auch die Tatsache, dass zunehmend viele Menschen geimpft sind. Bestimmte kulturelle Angebote einzuschränken sei daher falsch meinte Tschetschner.

Hendrik Streeck widerspricht Peter Tschentscher

Ihm widersprach der Virologe Prof. Hendrik Streeck, der Negativeffekte beim Hamburger 2G-Modell befürchtet. Ein unterschwelliger Impfdruck könnte die Folge sein, vor allem aber könnte man sagen, das bei frisch Getesteten der Risiko geringer ist, dass Coronavirus zu tragen, als bei Geimpften. Denn bekanntermaßen schützt die Impfung vor allem vor schweren Verläufen, aber nicht vor der Möglichkeit, sich mit dem Virus anzustecken. Ein Verzicht auf Tests könnte also gerade im Herbst Folgen haben.

Ob der langsam stärker werdende Druck auf Ungeimpfte die Spaltung der Gesellschaft weiter verschärft, wollte Lanz zum Abschluss wissen, doch während Streeck diese Bedenken teilte, widersprach Tschentscher: In Hamburg seien inzwischen schon gut 80 Prozent der über 12-Jährigen geimpft, allzu viel Potential nach oben gebe es also ohnehin nicht mehr, die „Querdenker“ und Impfverweigerer seien – und das sollte man nicht vergessen – eine sehr kleine Gruppe, die auch nicht wachse. (Michael Meyns)

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