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Zu Gast bei Markus Lanz:
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Zu Gast bei Markus Lanz: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU), FDP-Politikerin Agnes Strack-Zimmermann und der Journalist Robin Alexander.

TV-Kritik

Nach Bundestagswahl: Markus Lanz (ZDF) ätzt gegen Armin Laschet

  • Jendrik Walendy
    VonJendrik Walendy
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Markus Lanz (ZDF) spricht mit seinen Gästen über mögliche Schwierigkeiten und Chancen bei den Koalitionsverhandlungen.

Berlin – In der ersten Ausgabe von Markus Lanz‘ Talkshow im ZDF nach der Bundestagswahl 2021 ging es am Dienstag (28.09.2021) um die anstehenden Koalitionsverhandlungen. Über Lehren aus dem Wahlkampf, innerparteilichen Zwist und inhaltliche rote Linien diskutierten dabei der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, die FDP-Politikerin Agnes Strack-Zimmermann, der Innenminister Nordrhein-Westfalens, Herbert Reul von der CDU sowie erneut Welt-Journalist Robin Alexander, der schon in der letzten Lanz-Sendung zu Gast war.

Die Erinnerung an die Koalitionsverhandlungen 2017 bestimmten dabei die Vorstellungen, in welchem Modus diese in den nächsten Wochen verlaufen sollten. Statt Besprechungen im Fokus der medialen Berichterstattung, mit Pausenfotos und Live-Begleitung auf Twitter, warb insbesondere Klingbeil für vertrauliche Verhandlungen, wobei ihm der Rest der Anwesenden zustimmte.

Markus Lanz (ZDF) weist auf schlechten Stil von Armin Laschet hin

Weniger Einigkeit herrschte in der Frage der Wahlkampf-Etikette. Für Klingbeil war Armin Laschets Versäumnis, Olaf Scholz zum besten Ergebnis zu gratulieren, ein Fauxpas. Alexander versuchte dies zu relativieren, indem er darauf hinwies, dass Laschet allen Parteien gratuliert habe, die an Stimmenanteilen zugelegt haben.

Strack-Zimmermann löste die Diskussion humoristisch auf, indem sie Markus Lanz, der hartnäckig auf den schlechten Stil Laschets in dieser Frage hinwies, stattdessen zum Gewinn des Deutschen Fernsehpreises gratulierte. So kam dieser Teil der Sendung etwas zu kurz, denn abgesehen von Stilfragen, hätte man hier auch ausführlicher über Laschets taktische Gründe für diese Unterlassung sprechen können und ob eine Gratulation schon das Eingeständnis einer Niederlage gewesen wäre.

Das wiederum wäre angesichts Laschets fragiler Position in der eigenen Partei nachvollziehbar. Denn selbst in der Frage um den Fraktionsvorsitz der CDU hatte der Kanzlerkandidat lediglich eine Kompromisslösung verhandeln können mit dem Vorschlag, den Posten zunächst nur für ein halbes Jahr zu besetzen. Dies zeige die schwache Position in der eigenen Partei, aber auch, dass in der Union derzeit „fast auf offener Bühne gekämpft wird“, sagte Robin Alexander.

Markus Lanz (ZDF): Es geht ruhig zu

Agnes Strack-Zimmermann stellte sich insofern an Laschets Seite, als sie die politischen Manöver von Markus Söder als „schäbig“ bezeichnete. Lars Klingbeil zog in Bezug auf das politische Klima in Deutschland das Negativbeispiel USA heran, wo ein regelrechter Hass zwischen den Lagern der Demokraten und der Republikaner herrsche. Im Vergleich dazu sei der Umgang hierzulande gemäßigt und trotz manchmal scharfer Töne im Wahlkampf solle es nun um ein „Miteinander“ gehen, womit der Generalsekretär Olaf Scholz‘ unermüdliches Plädieren um mehr gesellschaftlichen Respekt paraphrasierte.

Auch in der Sendung Markus Lanz (ZDF) ging es nach den verbalen Schlagabtäuschen der letzten Wochen ungewohnt ruhig zu. So gab es neben intelligenten und teilweise selbstkritischen Beiträgen der drei PolitikerInnen zwischenzeitlich sogar gegenseitige Respektbekundungen zu hören. Robin Alexander konnte die zurückhaltenden Diskussionen durch seine Analysen zwar zwischenzeitlich zuspitzen, wie in seiner Einschätzung, dass die führenden Köpfe der FDP wie auch der Grünen eher der Union zugeneigt seien. Für Markus Lanz reichte das an diesem Abend aber offensichtlich nicht aus.

Markus Lanz (ZDF) vom 28.09.2021Die Gäste der Sendung
Lars KlingbeilSPD-Generalsekretär
Herbert ReulInnenminister Nordrhein-Westfalen (CDU)
Marie-Agnes Strack-ZimmermannMitglied des FDP-Bundesvorstandes
Robin AlexanderJournalist

Als es in der zweiten Hälfe der Sendung um die Fehler von Laschet und seiner Partei im Wahlkampf ging, legte der Moderator eine Angriffslust an den Tag, dass man auf den Gedanken kommen konnte, er wolle sich für den Posten als nächster Generalsekretär der SPD bewerben. Lanz drängte Reul damit in die Ecke, dass es keine inhaltliche Erneuerung der CDU gegeben hätte und Laschet es nicht geschafft habe, Themen zu setzen, während diese bei Scholz stets klar gewesen sein. Schlagworte von „Entfesselung“ habe es gegeben, unter denen er sich nur „Entfesselungskünstler“ vorstellen könne und die wichtigen Themen großer Teile der Bevölkerung, wie der Klimawandel, seien nicht auf dem Radar gewesen.

Markus Lanz (ZDF): Inhaltslose Politik der CDU

Robin Alexander pflichtete dem insofern bei, als er die inhaltslose Politik der CDU auch in der Großen Koalition verortete, in der die CDU vor allem die Themen der SPD (Mindestlohn, Ehe für Alle) durchgesetzt habe.

Zur Sendung

Markus Lanz (ZDF) vom 28. September 2021:  Die komplette Sendung im der ZDF-Mediathek.

Im Anschluss daran wollte Markus Lanz im ZDF noch einige Themen abklappern, die zu Streitfällen in den Koalitionsverhandlungen führen könnten: Die Beschaffung von bewaffneten Drohnen oder die teils gegensätzlichen Steuerprogramme der drei Parteien. Während die drei PolitikerInnen sich auf die Positionen aus den jeweiligen Wahlprogrammen zurückzogen und zugleich betonten, dass man das Gelingen oder Scheitern nicht im Vorfeld von einzelnen Punkten ableiten können, ließ ein Kommentar des Welt-Journalisten Zweifel an den Grundsätzen in den Wahlprogrammen aufkommen.

So seien beispielsweise die Koalitionsverhandlungen mit der FDP für Olaf Scholz eine willkommene Gelegenheit, sich von den „Flausen des SPD-Programms“ zu befreien und die viel zitierten roten Linien damit um einiges flexibler als es Lanz‘ Beharren auf diese vermuten ließen. (Jendrik Walendy)

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