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Zu Gast bei Markus Lanz: Politiker Gerhart Baum, Politikerin Karin Prien, Journalist Hasnain Kazim und Psychologe Ahmad Mansour.
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Zu Gast bei Markus Lanz: Politiker Gerhart Baum, Politikerin Karin Prien, Journalist Hasnain Kazim und Psychologe Ahmad Mansour. (Screenshot)

TV-Kritik zu Markus Lanz (ZDF)

Markus Lanz: Friedrich Merz oder das Gendersternchen? Beschämende Sendung im ZDF

  • Bettina Schuler
    VonBettina Schuler
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Symbolpolitik und Fragen, die auf Nebensächlichkeiten zielen. Bei „Markus Lanz“ (ZDF) blieb das Thema der Sendung unklar.

Hamburg – Inhaltslos und beschämend. So bezeichnet der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) den diesjährigen Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 in der aktuellen Sendung (07.09.2021) von Markus Lanz (ZDF). Und damit hat er absolut recht. Ebenso wie mit der Aussage, dass die unangenehmen Wahrheiten, die uns bevorstehen, endlich angesprochen werden müssen. Und auch in diesem Punkt kann man ihm nur zustimmen. Insbesondere, was die bevorstehende Klimakatastrophe und die drastischen Maßnahmen, die zu ihrer Aufhaltung von der nächsten Regierung eingeleitet werden müssen, angeht.

Doch anstatt Lösungen oder zumindest Ideen für die kommenden Herausforderungen zu präsentieren, versuchen die Politiker:innen durch die Herabsetzung des politischen Gegners von der eigenen Ideenlosigkeit abzulenken. Symbolpolitik, so nennt das der Psychologe Ahmad Mansour.

Bei „Markus Lanz“ (ZDF) kritisiert ein Psychologe die deutsche Bildungspolitik und Integration

Der Chef einer Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention betont bei Markus Lanz im ZDF deutlich, wie unzufrieden er mit der deutschen Bildungspolitik ist. Sie sei „nicht zukunftsfähig“. Sowohl hinsichtlich der kommenden Herausforderung – so fragt er, warum nicht Dinge wie Robotik dort gelehrt würden –, als auch in Bezug auf das Thema Integration. Man hätte es „nicht wirklich geschafft, die Werte dieser Gesellschaft zu vermitteln“.

Für ihn ist die Begegnung in den Schulen und in den Wohngegenden der Schlüssel zu einer gelungenen Integration, und er verweist auf das umstrittene dänische „Getto-Gesetz“, das den Anteil von Menschen „nicht westlicher Herkunft“ in einem Stadtteil begrenzt. Überhaupt vertritt Mansour, der aufgrund seiner Arbeit seit Jahren unter Personenschutz steht, eine sehr klare Meinung, was den Umgang mit Menschen angeht, die sich dauerhaft nicht an die Werten und Gesetzte der deutschen Gesellschaften halten: Sie müssten abgeschoben werden. Natürlich nur, wenn es ein sicheres Herkunftsland ist.

Markus Lanz am 07.09.2021 im ZDFDie Gäste
Gerhart BaumPolitiker, FDP
Karin PrienBildungsministerin Schleswig-Holstein, CDU
Hasnain KazimJournalist, Nahost-Experte
Ahmad MansourPsychologe

Viele Themen, wenig Inhalt: Bei „Markus Lanz“ (ZDF) fehlt Relevanz und roter Faden

Der Bildungsministerin von Schleswig-Holsteins Karin Prien (CDU) wittert mit diesen Forderungen schon wieder eine Überforderung des Bildungssystems und erklärt, warum sie gegen das Gendersternchen ist: weil es sie beim Deutschlernen aufhält. Doch es gibt gerade dringendere Probleme. Darin sind sich alle inklusive Moderator Markus Lanz (ZDF) einig, und man fragt sich, warum es dann überhaupt angesprochen wird.

Ebenso wie die Frage, ob Friedrich Merz nun die Namen der Mitglieder aus dem Zukunftsteam von Armin Laschet kennt. Gerhart Baums (FDP) Vermutung: Nein, tut er nicht. Überhaupt weiß man am Ende als Zuschauer:in nicht so recht, was denn nun das eigentliche Thema ist: Wahlkampf, Bildung, Friedrich Merz‘ Unwissenheit, das Gendersternchen oder der Abzug aus Afghanistan. Ein Thema, zu dem der Journalist und Nahost-Experte Hasnain Kazim befragt wird.

Allein das wichtigste Thema, das alles überschattet, die Aufhaltung der drohenden ökologischen Katastrophe, wird nur am Rande erwähnt. Dabei werden sich in den kommenden Jahrzehnten bis zu 200 Millionen Menschen aufgrund des Klimawandels auf der Flucht befinden. (Bettina Schuler)

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