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James Bonds Stuntfahrer
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Mark Higgins in einem Aston Martin DB5 Stuntfahrzeug.

Der Unsichtbare

Mark Higgins ist James Bonds Stuntfahrer

Wenn James Bond richtig Gas gibt, sitzt nicht Daniel Craig am Steuer. Rallye-Spezialist Mark Higgins ist als Fahrer für spektakuläre Stunts zuständig. Doch auch in dem neuen Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ wird ihn niemand sehen können.

Silverstone - Mit rund 200 Stundenkilometern rast der silberne Aston Martin DB5 auf die Kurve zu. Der Fahrer bremst scharf und lenkt nach links.

Die Reifen quietschen, bevor der Motor wieder kräftig brummt. Man könnte meinen, Geheimagent James Bond sei auf der Flucht vor den Schergen eines Superschurken. Tatsächlich sitzt Mark Higgins in dem ikonischen 007-Auto, das über die Rennstrecke im englischen Silverstone donnert. Der britische Rallye-Veteran hat seit Jahren einen spannenden Nebenjob: er ist der Stuntfahrer von James Bond.

Verfolgungsjagd in Matera

Für den 25. Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“, der nach mehreren coronabedingten Verschiebungen jetzt in die Kinos kommt, drehte Higgins wieder spektakuläre Actionszenen in Italien. „Es war schwer, zwei Jahre alles für sich zu behalten“, sagt der Stuntprofi, der den fertigen Film mit Daniel Craig in der Hauptrolle selbst noch nicht gesehen hat. „Es war eine große Verfolgungsjagd in der wunderschönen Stadt Matera - eine ziemliche Herausforderung wegen des Grips, des Bodenbelags und des Kopfsteinpflasters, auf dem wir gefahren sind.“

Der Aston Martin DB5, dessen Einsatz 1964 im Klassiker „Goldfinger“ mit Sean Connery den Grundstein für eine lange Beziehung zwischen dem britischen Autohersteller und James Bond legte, wird dieses Mal besonders gefordert. „Wir haben fünf DB5-Stuntautos für den Film bauen lassen, die extra dafür modifiziert wurden“, erzählt Higgins. Zwei Exemplare mit markanten Maschinengewehr-Attrappen hinter den Scheinwerfern zeigt er in Silverstone in Aktion. Ihr Inneres erinnert an ein Rallyefahrzeug - Higgins ist in seinem Element.

Rennfahrer und Autoliebhaber

Seit „Ein Quantum Trost“ (2008), dem zweiten Film mit Hauptdarsteller Daniel Craig, sitzt Higgins für 007 am Steuer. „Ein guter Freund von mir hatte mich gefragt, ob ich daran Interesse hätte. Ich dachte erst, das sei ein Scherz“, sagt der 50-Jährige. „Ich hatte noch nie an einem Film mitgewirkt. Und auf einmal arbeite ich an einem Bond-Film!“ Am Gardasee jagte er zunächst für Bonds Feinde einen Alfa Romeo durch eine Kiesgrube. „So begann meine Filmkarriere.“

Vier Jahre später fuhr er in „Skyfall“ als Double für Miss Moneypenny einen Land Rover, bevor er bei „Spectre“ (2016) zum Geheimagenten Bond „befördert“ wurde, wie er sagt. „Ich habe den DB 10 in dieser herrlichen Verfolgungsjagd durch Rom gefahren“, erinnert sich der Brite, der in dem Aston Martin mit Hochgeschwindigkeit mitten in der Nacht durch den Vatikan, dann die Treppen zum Tiber hinunter und auf der Flucht vor dem Killer Hinx direkt am Flussufer entlang raste.

Wenn keine riskanten Stunts gedreht werden, sitzt Bond-Star Craig selbst am Steuer. „Er ist gut. Wir trainieren vorher immer mit ihm“, erzählt Higgins. „Aber bei den Außenaufnahmen, wo man ihn nicht unbedingt sehen muss, dürfen wir im Auto unseren Teil beitragen.“

Was ist nötig, damit Mark Higgins wie James Bond aussieht? Er lacht. „Ein Wunder oder ein Zauberer!“ Das Publikum sieht den Profifahrer nie. Sein Gesicht wird am Computer durch das von Craig ersetzt. Das ist die Illusion des Kinos - auch die schlimmen Schäden am Lack des DB5-Stuntautos sind bei näherer Betrachtung nur aufgeklebt.

Dass er auf der Kinoleinwand nicht erscheint, stört den passionierten Stuntman, Rennfahrer und Autoliebhaber nicht. Mark Higgins genießt sein Engagement für James Bond sichtbar und freut sich, die Fahrzeuge beim Pressetermin in Silverstone auszureizen. „Das Schöne ist, dass ich diese fantastischen Autos auf solchen Strecken fahren darf“, sagt er. „Was für mich noch besser ist: es sind nicht meine eigenen Reifen. Ich kann also so viel scharf bremsen, wie ich will.“ Am Ende des Tages braucht eines der 007-Autos tatsächlich neue Reifen. dpa

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