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Sandra Maischberger diskutierte mit CDU-Politiker Friedrich Merz. 

„Maischberger – Die Woche“, ARD

Bei Maischberger: Will Friedrich Merz die CDU nach rechts führen? 

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Der Schattenmann der CDU, Friedrich Merz, ließ als Gast bei Sandra Maischbergers Talk seine Ambitionen erkennen.

Noch einmal versuchte sich Sandra Maischberger mit ihrer reformierten Talkshow, bevor sie sich in die Sommerpause verabschiedete. Und es gelang ihr diesmal besser als bei der Premiere, auch wenn sie zwei Themen zusammenzwang, die zwar politisch, aber eher nicht talk-technisch unter einen Hut zu bringen sind: den Zustand der CDU und den des Klimas. Immerhin konnte sie Friedrich Merz als Gast gewinnen, den bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitz unterlegenen Kandidaten („Ich war an dem Tag einfach nicht gut in Form“). 

Fehler von AKK sind für Merz von Vorteil

Er dürfte aus der Distanz die hanebüchenen Fehler seiner Konkurrentin – erst um den Parteivorsitz, demnächst um die Kanzlerkandidatur? – mit einiger Befriedigung verfolgt haben, sind doch seine Chancen, ins entscheidende Rennen um den Weg zum Regierungschef nicht gerade gesunken. Die Gastgeberin, die ihn klug befragte, vermied es jedoch, ihn direkt um Kommentare zu den Fettnäpfchen Annegret Kramp-Karrenbauers zu bitten. Stattdessen fragte sie ihn nach seinen Ambitionen. Die ließ er durchaus erkennen, auch wenn er sich verständlicherweise einer direkten Antwort verweigerte. 

Die Debatte über die Kanzlerkandidatur der CDU müsse erst dann geführt werden, wenn die Regierung den Weg freimache für Neuwahlen, vorher nicht. Das seien „künstliche Diskussionen, die von außen an die CDU herangetragen würden. Es wird die Herren Laschet und Brinkhaus nicht gerade freuen, nachdem sie zu dieser „Künstlichkeit“ nicht unerheblich beigetragen hatten. Und die amtierenden CDU-Führungskräfte dürften gleichfalls mit Zähneknirschen gehört haben, dass die CDU „Nachholbedarf“ habe: Man habe bei der EU-Wahl keine Botschaft gehabt. Merz hat sie. 

Wie ist das Verhältnis von Merz zur AfD?

Gefragt, warum er die Partei nach rechts führen wolle, streitet er die Aussage ab. Er sei dafür, das Spektrum zu vergrößern, sich etwa auch wieder um die Themen Heimat, Nation, Nationalgefühl zu kümmern. Klingt nicht gerade links, weshalb die Moderatorin ihn dann auch nach der Abgrenzung zur AfD fragt. Da kommt die schöne Erklärung. Die AfD gäbe es auch vom Namen her gar nicht, wenn nicht dieses Wort „alternativlos“ in die deutsche Politik eingeführt worden wäre. Da wiederum könnte sich Angela Merkel gemeint fühlen, deren Politik lange Zeit für dieses Wort stand. 

Merz jedenfalls schließt eine Koalition mit der AfD „in ihrer jetzigen Verfassung“ aus. Er teile die Einschätzung von Ex-CDU-Generalsekretär Peter Tauber, dass allen voran dieAfD „mit der Entgrenzung der Sprache den Weg bereitet für die Entgrenzung der Gewalt." Anlass für Taubers Satz war die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. 

Wir haben es, so auch Merz, mit einer „fatalen Verrohung der Sprache“ und des Umgangs miteinander zu tun. Warum er nach so vielen Jahren der Abstinenz von der politischen Bühne nun wieder auftrete, will Sandra Maischberger noch wissen. Weil er drei Kinder und vier Enkel habe und denen später nicht die Antwort schuldig bleiben wolle auf die Frage, warum er gegen die Zustände nichts unternommen habe. Und eben diese Antwort gibt später beim zweiten Themenblock zum Klimawandel auch die Pellwormer Bäuerin Silke Backsen. Denn sie hat die Bundesregierung verklagt – auf Einhaltung der Klimaziele 2020. Und die von der Regierung unter Führung der Partei, der auch Friedrich Merz angehört, seit Jahren ignoriert werden.

„Maischberger – Die Woche“, ARD, von Mittwoch, 19. Juni, 22.45 Uhr. Informationen im Netz

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