Die Talkrunde bei Sandra Maischberger.
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Die Talkrunde bei Sandra Maischberger.

Talkrunde

„Maischberger. Die Woche.“: Die Tore für Rechtsextremisten sind offen

  • Bettina Schuler
    vonBettina Schuler
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Die Bilder aus Berlin gehen um die Welt: Die Demonstrationen gegen die staatliche Corona-Politik bestimmen auch das Gespräch bei „Maischberger. Die Woche“.

  • Zu Gast bei Sandra Maischberger in der ARD: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und andere
  • Neben den Demonstrationen in Berlin geht es um die Zukunft nach Corona
  • Am Rande Thema: Trump und Weißrussland

Themen gab es in dieser Woche genug: Demonstranten, die auf den Treppen des Reichstages die Reichskriegsflagge schwingen, ein russischer Regierungskritiker, der am Flughafen durch einen Tee vergiftet wird, und ein amerikanischer Präsident, der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt als „Inlandsterror“ bezeichnet. Nachdem die beiden außenpolitischen Themen recht schnell abgehandelt wurden, ging es bei den Kommentatoren dieser Sendung, dem Journalisten Georg Restle, der Ressortleiterin Politik bei der Zeitung WELT Claudia Kade und dem TV-Moderator Joachim Llambi recht schnell um die Demonstration gegen die staatliche Corona-Politik.

„Maischberger. Die Woche.“ in der ARD: Verheerende Bilder

Wobei sich Kade und Restle darüber einigen waren, dass die größte Gefahr, die von diesen Protesten ausgehen, ist, dass friedliche Demonstranten „Seit an Seit“ mit NPD-Funktionären stehen. Ein Problem, so Kade, dass politisch dringend bearbeitet werden müsste. Denn die Initiatoren der Demonstrationen hätten, so betonte der Monitor-Moderator Restle, „die Tore für Rechtsextremisten weit aufgemacht“. Ein Eindruck, denn Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, die Maischberger danach im Einzelinterview traf, bestätigte. Auch nach ihrer Wahrnehmung stellte die Mehrheit der Demonstranten nicht „die persönlich schwierige Situation in den Vordergrund“, sondern verfolgten „ganz andere Ziele“ und die „Bilder,“ die da um die Welt gegangen sind“, seien verheerend.

„Maischberger. Die Woche.“ in der ARD: War der Lockdown berechtigt?

Natürlich wurde auch das Statement von Jens Spahn und die immer wieder gestellte Frage diskutiert: Waren die Corona-Maßnahmen und der Lockdown gerechtfertigt? Wie nicht anders zu erwarten, stellte sich Lambrecht hinter das Handeln der Regierung und gab ehrlich zu, dass man mit heutigem Wissen einiges anders entschieden hätte. Auch das wusste man schon vorher. Doch trotzdem ist es immer wieder angenehm erfrischend, dass die Poliker*innen, wenn es um das Thema Corona-Maßnahmen geht, ihre eigenen Entscheidungen selbstkritisch hinterfragen. Eine Haltung, die sie hoffentlich auch nach Abflauen der Pandemie beibehalten.

Nach Trump und Weißrussland wurde noch um die strittige Corona-App und die Frage der Datensicherheit diskutiert. Wobei Maischberger versuchte, mit einem Tweet von Frank Thelen Zwietracht zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Diskussionspartnern Sarah Wagenknecht und dem Start-Up-Investor Thelen zu sähen. Aber im Vergleich zu den Bildern und O-Tönen, die allen noch von den Demonstrationen von Samstag in Kopf sind, schien diese Frage selbst die Diskussionspartner nicht mehr wirklich aufzuregen.

Die Sendung „Maischberger. Die Woche.“ vom 2. September 2020 in der Mediathek.

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