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Beatrix von Storch (AfD) und Amira Mohamed Ali (Linke) zu Gast bei Sandra Maischeberger.
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Beatrix von Storch (AfD) und Amira Mohamed Ali (Linke) zu Gast bei Sandra Maischberger.

AfD-Politikerin zu Gast

ARD-Talk mit Maischberger - Beatrix von Storch in Hochform: „Gott statt Klimawandel“

  • VonTeresa Schomburg
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Im ARD-Talk Maischberger geht es um die Bundestagswahl und Afghanistan. Einen Schlagabtausch liefern sich Beatrix von Storch (AfD) und Amira Mohamed Ali (Linke).

Frankfurt/Berlin – Wie geschwächt sind die USA als Supermacht? Und wer waren hierzulande die Verlierer der Woche, vor allem mit Blick auf das Triell, also die Debatte zwischen den Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Die Grünen)? Auf letztere Frage hat der Kabarettist Jochen Busse bei „Maischberger. Die Woche“ in der ARD eine schnelle Antwort: „Als Gewinner sehe ich absolut Olaf Scholz.“

Viel schwieriger ist aber die erste Frage, an der zumal das ganze Leid der Menschen in Afghanistan hängt. Sandra Maischberger blendet ein symbolisches Foto ein, das grünstichige Bild vom letzten US-Soldaten auf dem Weg ins Flugzeug, dem Sandra die Moderatorin prophezeit, es werde in die Geschichte eingehen. Geschichtsträchtige Worte des 2014 verstorbenen Publizisten Peter Scholl-Latour bringt Jochen Busse in die Debatte: Der Journalist habe schon vor 20 Jahren gesagt, der Einsatz sei „völliger Unsinn“.

Maischberger in der ARD: Bunte Runde zu Gast

Die Gäste am 1.9.
John BoltonEhemaliger US-Sicherheitsberater
Christian HackePolitikwissenschaftler
Amira Mohamed AliDie Linke, Fraktionsvorsitzende im Bundestag
Beatrix von StorchAfD, stellv. Bundessprecherin
Jochen BusseKabarettist
Dagmar RosenfeldWelt-Chefredakteurin
Ann-Katrin MüllerSpiegel-Journalistin

Mit Blick auf die Rolle der Deutschen finden sowohl die Welt-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld als auch die Spiegel-Journalistin Ann-Katrin Müller vorsichtig lobende Worte für Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die immerhin als Einzige in der Regierung direkt Verantwortung auf sich genommen habe.

Maischberger (ARD) über das Debakel in Afghanistan: Die angeknackste Supermacht

Um die Rolle der USA noch näher zu beleuchten, hat Sandra Maischberger nicht nur den Politikwissenschaftler Christian Hacke ins Studio geholt, sondern auch den ehemaligen US-Sicherheitsberater John Bolton aus den USA zugeschaltet. Der hatte schon Donald Trump vom Truppenabzug abgeraten. „Warum hat Trump eigentlich nicht auf Sie gehört“, will Sandra Maischberger wissen.

Doch Bolten lässt sich nicht auf eine Trump-Kritik ein, sondern betont, sowohl Donald Trump als auch Joe Biden, der ja immerhin den beschlossenen Abzug umsetzte, hätten in diesem Punkt die Welt „durch die gleiche Brille“ gesehen. „Und beide lagen falsch“, bilanziert Bolton. Er prognostiziert eine aus seinem Blickwinkel schwache Außenpolitik von Joe Biden für die nächsten Jahre, glaubt allerdings nicht, dass danach Donald Trump noch einmal antritt. Die Gewinn-Chancen seien zu schlecht. „Und er will kein Verlierer sein“, sagt John Bolton.

Bei Maischerberger geht es um Joe Biden - und Donald Trump

Christian Hacke wiederum hält es für sehr bedauerlich, dass Joe Biden nun in einer „Falle“ sitze. Schließlich habe nicht er diesen Krieg gegen den Terrorismus begonnen, sondern die Republikaner mit George W. Bush vor 20 Jahren. Nun aber könne Biden blühen, dass die Republikaner auch seine US-internen Reformprogramme nicht mittragen. Die Ära Biden könne dann „ein Zwischenspiel werden zwischen Trump und einem anderen republikanischen Präsidenten,“ sagt Christian Hacke.

Der Politikwissenschaftler und John Bolton sind sich beunruhigend einig darüber, dass der Krieg gegen den Terrorismus nicht vorbei sei und sich 9/11 wiederholen könne. Wenn auch in anderer Gestalt. „Vor 20 Jahren waren die Taliban in Afghanistan das Problem, heute ist die terroristische Hydra weltweit verbreitet“, sagt Christian Hacke. Die Kriege der Zukunft könnten eher Cyberkriege sein, hatte zuvor schon Jochen Busse gemutmaßt.

ARD-Talk Maischberger wendet sich Bundestagswahl zu: Wer wird Kanzler:in?

Der Themenwechsel kommt abrupt, gegen das Afghanistan-Desaster mutet der hiesige Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2021 aber eher wie ein nebensächliches Problem an. Trotzdem gehen die drei geladenen Analysten noch einmal auf das Triell ein. Ann-Katrin Müller meint, die Angriffslust von Laschet in der Debatte habe nicht zu seiner bisherigen Haltung gepasst, schließlich stellte er sich zuvor gern als besonnener Merkel-Nachfolger dar. „Olaf Scholz wird Kanzler“, legt Jochen Busse sich fest. „Das ist Kaffeesatzleserei“, kontert Dagmar Rosenfeld, „wir Journalisten haben auch schon gesagt, Trump wird nicht die Wahl gewinnen“.

Sie schaut sich lieber den Wahlkampf genauer an, der ihrer Meinung nach angesichts der vielen bevorstehenden Umbrüche mit Mitteln von gestern arbeite, und in dem die CDU ähnlich wie 1994 von „roten Socken“ und die SPD von „sicheren Renten“ redet. Ziemlich zerknirscht zeigen sich alle von der Rolle Annalena Baerbocks, die zwar inhaltlich überzeugen könne, aber: „Es ist gelungen, ihr Image kaputt zu machen“, wie Jochen Busse mit Bedauern feststellt. Ann-Katrin Müller führt das auch auf eine anhaltende Frauenfeindlichkeit in der Politik zurück, was Dagmar Rosenfeld wiederum nicht nachvollziehen kann.

Bevor es ins Wahl-Duell geht, lässt sich Sandra Maischberger von Ann-Katrin Müller noch schnell analysieren, warum die AfD eigentlich zur Zeit nicht mehr Prozentpunkte zulegt in den Umfragen. Die Spiegel-Journalistin führt das vor allem auf interne Machtkämpfe zurück, auch habe sich die Partei „nicht klar entschieden, wie radikal sie sein will“.

Bundestagswahl bei Maischberger (ARD): Die Linke gegen die AfD im Wahl-Duell

Zumindest angriffsfreudig gibt sich die stellvertretende Bundessprecherin der AfD Beatrix von Storch gegenüber der Linken-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Amira Mohamed Ali. Zunächst sollte es nur um die Frage gehen, wie AfD und die Linke zur Afghanistan-Politik stehen, schließlich hatten beide den Einsatz für falsch gehalten. „Aber aus ganz unterschiedlichen Gründen“, wie Amira Mohamed Ali betont. Beatrix von Storch hingegen schlägt sofort einen großen Bogen von Afghanistan über Einwanderungs- bis zu Arbeitsmarkt und Energiepolitik.

Dabei malt sie ein Schreckensszenario an die Wand, in dem die Linke scharenweise Geflüchtete nach Deutschland einwandern lässt, ihnen Grundsicherung gibt, darüber hinaus Verbrenner-Autos abschafft und auch noch aus Gas, Kohle und Kernkraft aussteigt. „Sie sind schlimmer als die Grünen“, lautet das Fazit.

Maischberger in der ARD: Die ganze Welt will gar nicht nach Deutschland

Amira Mohamed Ali betont dagegen, es sei überhaupt nicht der Fall, dass die ganze Welt nach Deutschland kommen wolle, es gebe aber eine menschenrechtliche Verpflichtung und zwar nicht nur von Deutschland allein, sondern von der gesamten EU. „Wenn Menschen aus Krieg und Not fliehen, existieren Menschenrechte, und auch Deutschland sollte die Bereitschaft haben, sie aufzunehmen“, sagt Amira Mohamed Ali. Die Linken-Politikerin, die selbst zehn Jahre lang in der Automobilindustrie tätig war, stellt außerdem klar: „In der Autoindustrie selbst ist es überhaupt keine Thema, den Verbrenner zu erhalten.“

Sandra Maischberger will Beatrix von Storch zuletzt noch ein klares Statement zum Klimawandel entlocken, was schließlich auch gelingt. „Ich glaube an Gott und nicht an den Klimawandel“, sagt die AfD-Politikerin. Auf die Frage an beide, ob sie regieren wollen, antworten sie „ja“. Amira Mohamed Ali fügt allerdings hinzu: „Wenn die Bedingungen stimmen.“ (Teresa Schomburg)

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