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„Maischberger“ (ARD): Dietmar Bartsch entlarvt Phrasen von Katrin Göring-Eckardt

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Von: Michael Meyns

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Sandra Maischberger mit Katrin Göring-Eckardt und Dietmar Bartsch.
Sandra Maischberger mit Katrin Göring-Eckardt und Dietmar Bartsch. © Screenshot ARD

Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche, Kriegsgefahr in der Ukraine und Corona. Im Maischberger-Talk ist die Stimmung dennoch entspannt – eine Form von Galgenhumor?

Köln - Mit der Frage, wer der größte Verlierer der Woche sei, begann Sandra Maischberger ihre Sendung in der ARD: Caren Miosga, Moderatorin der Tagesthemen zögerte keinen Moment und nannte die katholische Kirche, die wieder einmal von einem Missbrauchsskandal erschüttert wird. Was Misoga besonders ärgerte: „Die Kirche offenbart ein erschütterndes Desinteresse gegenüber den Opfern.“

Während Miosga ihre Empörung kaum zurückhalten konnte, versuchte Welt-Journalist Robin Alexander zu betonen, dass es ja die Kirche selbst gewesen sei, die die aktuelle Aufklärung gestartet habe. Inwiefern das aus eigener Initiative geschah oder auf Druck der Medien ließ Alexander allerdings geflissentlich offen.

Gewinner der Woche – da war sich die Runde einig – war Friedrich Merz, der es im dritten Anlauf endlich geschafft hat, CDU-Chef zu werden – und das fast mit einem sozialistischen Ergebnis, wie Sandra Maischberger in der ARD anmerkte. Wie viel der Sieg allerdings wirklich wert sein wird, könnte sich schon bald zeigen, dann nämlich, wenn Merz auch nach dem Fraktionsvorsitz greifen sollte.

„Maischberger. Die Woche“: Die Gäste im ARD-Talk vom 26.01.2022

Katrin Göring-EckardtB‘90/Grüne (Bundestagsvizepräsidentin)
Dietmar BartschDie Linke (Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag)
Marie-Agnes Strack-ZimmermannFDP (Vorsitzende des Verteidigungsausschusses)
Caren MiosgaARD
Melanie AmannMitglied der Chefredaktion des Spiegels
Robin AlexanderDie Welt
Hubert SeipelAutor

„Maischberger“ (ARD): Bartsch springt für Wagenknecht ein

Im Bundestag begann am Mittwoch die Debatte über die lang geplante Impfpflicht, die manchen angesichts der scheinbar weniger gefährlichen Omikron-Variante plötzlich leidlich erscheint. Robin Alexander wies zudem darauf hin, wie fahrig die Debatte im höchsten Haus des Volkes ablief, wie wenig konkret es wurde, wie fahrlässig die Idee wirkte, quasi eine Impfpflicht auf Vorrat zu beschließen, falls es doch noch mal richtig schlimm wird.

Wie sahen das zwei Parlamentarier: Katrin Göring-Eckardt, Bundestagsvizepräsidentin der Grünen war bei Sandra Maischberger in der ARD zu Gast, dazu Dietmar Bartsch von den Linken, der kurzfristig für seine Parteikollegin (oder Parteifreundin …) Sahra Wagenknecht einsprang, denn die bekennend nicht Geimpfte war am Morgen positiv getestet worden. Dazu dann aber keinen Kommentar …

Sandra Maischberger mit Caren Miosga, Robin Alexander und Melanie Ammann (von rechts).
Sandra Maischberger mit Caren Miosga, Robin Alexander und Melanie Ammann (von rechts). © Screenshot ARD

Göring-Eckardt trat vehement für die Impfpflicht ein, die ein „Akt der Solidarität“ sei und die Pandemie beenden würde. Angesichts immer neuer Varianten, der sich inzwischen fast täglich ändernden Vorschriften, Gültigkeitsdauern von diesem Booster oder jenem Impfstoff eine etwas steile Behauptung, wie auch Bartsch anmerkte, der sich skeptisch zeigte. Nicht gegen die Impfung an sich, sondern gegen das Versprechen, dass es bei drei Impfungen bleiben wird. Abgesehen davon würde „die Impflicht zu einer Radikalisierung und Spaltung der Gesellschaft“ führen, meinte Bartsch bei Sandra Maischberger in der ARD und schaffte es erfolgreich, die immer gleichen Phrasen von Göring-Eckardt zu entlarven.

„Maischberger“-Talk in der ARD: Ukraine verbreitet mehr Schrecken als Corona

Trotz allem scheint die Corona-Pandemie langsam ihren Schrecken zu verlieren, ganz im Gegensatz zur Lage an der Grenze der Ukraine. „Die Kriegsgefahr ist real“ meinte Caren Miosga, die eine interessante Umfrage aus Russland zitierte: Dort steigt ebenfalls die Sorge vor einem Krieg, allerdings wird dort praktisch ausschließlich der Westen für die Eskalation der Situation verantwortlich gemacht. Der Treppenwitz des Tages war die Meldung, dass Deutschland der Ukraine 5000 Helme zur Verfügung stellt. Was so eine Entscheidung für das deutsche Ansehen in der Welt bedeutet beklagte Robin Alexander, während Melanie Amann, Mitglied der Chefredaktion des Spiegels bei Sandra Maischberger in der ARD versuchte, eine differenziertere Position einzunehmen. Dass Scholz sich gegen Waffenlieferung ausspreche, sei eine konsequente Fortsetzung der Haltung Merkels. Doch Angela Merkel habe Alternativen angeboten, habe versucht, mit Wladimir Putin ins Gespräch zu kommen, während Olaf Scholz fast unsichtbar agiere.

maischberger. die woche

Sendung vom Mittwoch, 26.01.2022 in der ARD-Mediathek

Alles andere als unsichtbar hatte vor ein paar Tagen der inzwischen ehemalige Marine-General Kay-Achim Schönbach agiert, der forderte, Putin Respekt entgegenzubringen. Ganz anderer Meinung war Marie-Agnes Stack-Zimmermann, FDP-Verteidigungspolitikerin, die eine harte Haltung einnahm. „Das ist eine aggressive Art“ sagte sie bei Sandra Maischberger in der ARD, als sie aufführte, wie Putin die Ukraine mit Truppen einkreisen lässt. Putin versuche mit seiner aggressiven Außenpolitik von Problemen im Innern abzulenken.

Ukraine-Konflikt bestimmt „Maischberger“-Talk in der ARD

Der Autor Hubert Seipel, der 2021 das Buch „Putins Macht. Warum Europa Russland braucht“ veröffentlicht hatte, nannte den Truppenaufmarsch dagegen eine Inszenierung und sagte ganz klar: „Putin wird keinen Krieg beginnen.“ Als Poker bezeichnete Seipel die momentane Situation, die durch verschiedene Fraktionen im Kreml noch verkompliziert wird. Eine die wachse, so Seipel, stelle zunehmend die Annäherung zu Europa in Frage, was angesichts der deutlich höheren Rüstungsausgaben im Westen verständlich sei.

Bei diesen Aussagen konnte die Kalte Kriegerin Stack-Zimmermann nur lachen, sie wurde nicht müde von massiven Angriffen auf ukrainische Infrastruktur, von Cyberangriffen und Fake-News zu sprechen. Egal was in der Ukraine passieren wird, verlieren werden die Menschen im Land. (Michael Meyns)

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