Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Loki (Tom Hiddleston), charmant wie eh und je.
+
Loki (Tom Hiddleston), charmant wie eh und je.

Marvel Cinematic Universe

„Loki“ auf Disney+: Die Bürde des glorreichen Ansinnens

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
    schließen

Eine mysteriöse Zeitbehörde und Infinity-Steine als Briefbeschwerer: Die neue Disney+-Serie „Loki“ könnte alles auf den Kopf stellen, was wir über die Machtverhältnisse im MCU zu wissen glauben. Die Serienkolumne „Nächste Folge“.

Es sind gute Zeiten für Marvel-Fans. Seit Januar 2021 versorgt uns Disney mit einer Marvel-Cinematic-Universe (MCU)-Serie nach der anderen. Brilliant, emotional und herzzerbrechend gestartet mit „WandaVision“ folgte ein nahtloser Übergang zu „The Falcon and the Winter Soldier“, wo man sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von Thanos Snap auseinandersetzt und Falcon als neuen, schwarzen Captain America nicht einfach als neuen Liebling der Nation verkauft, so als gäbe es Rassismus nicht: „Ich bin ein schwarzer Mann, der das Sternenbanner vor sich herträgt. Jedes Mal, wenn ich diesen Schild in die Hand nehme, weiß ich, es gibt Millionen Menschen da draußen, die mich dafür hassen.“ Rassismus und Diskriminierung als identitätsstiftender Teil einer Superheld:innen-Serie funktioniert und ist heute wichtiger denn je.

Nun folgt die Serie, von der wir getrost behaupten können, dass sie am sehnlichsten erwartet wurde: „Loki“. Viele MCU-Fans hatten Lokis Tod in „Avengers: Infinity War“ weder verkraftet noch akzeptiert, der Gott des Schabernacks ist schließlich dafür bekannt, nie so wirklich tot zu sein. Nach den Ereignissen in „Avengers: Endgame“ stiegen die Hoffnungen auf eine Rückkehr Lokis: Als die Avengers in das Jahr 2012 zurückreisen, um Thanos aufzuhalten, gelingt es diesem noch lebendigen Vergangenheits-Loki sich mit Hilfe des Tesserakts aus dem Jahr 2012 weg zu teleportieren. Wohin ließ der Film offen.

Im November 2018 wurde schließlich bestätigt, dass eine Loki-Serie kommen wird. Fast drei Jahre haben wir auf die Rückkehr von Tom Hiddleston als Gott des Schabernacks gewartet.

Loki Laufeyson im MCU
AliasGott des Schabernacks
SpeziesEisriese
FamilieLaufey (Vater), Odin (Adoptivvater), Frigga (Adoptivmutter), Thor (Adoptivbruder), Hela (Adoptivschwester)
Erster Auftritt im MCU„Thor“ (2011)
DarstellerTom Hiddleston

„Loki“ auf Disney+: Eine Variante, die aus dem Verkehr gezogen werden muss

Die Disney+-Serie „Loki“ schließt direkt an die Szene aus „Avengers: Endgame“ an: Loki hat sich in die Wüste Gobi teleportiert, wo ihn Agent:innen von der Time Variance Authority (TVA) verhaften. Sein Verbrechen: Durch seine Flucht mit dem Tesserakt im Jahr 2012 ist Loki vom wahren Zeitstrahl, in dem er später von Thanos getötet wird, abgewichen. Er ist eine Variante, die die Zeitlinie bedroht und daher aus dem Verkehr gezogen werden muss.

Die TVA wurde von den mysteriösen Zeithütern geschaffen, um die wahre Zeitlinie zu beschützen. Wie mächtig diese im MCU erstmals erwähnte Gruppe ist, merkt Loki bei seinem Aufenthalt in der in grauenhaftem 70er-Jahre-Orange gehaltenen TVA-Behörde: Dort liegen die Infinity-Steine, die Steine, mit denen Thanos das halbe Universum ausgelöscht hat, nämlich einfach lose in der Schublade. „Briefbeschwerer“, nennt sie ein Mitarbeiter.

Loki in der Disney+-Serie: Der wütende, verletzte Loki aus MCU-Phase 1

Wir sehen in der Disney+-Serie nicht den Loki aus der dritten Phase des MCU, der seine Beziehung mit seinem Bruder Thor aufgearbeitet hat. Es ist nicht der Loki, der einen Redemption Arc bekommen hat und einen Heldentod stirbt. Der Loki in der Disney+-Serie ist der wütende, ewig zurückgewiesene, verletzte Loki aus MCU-Phase 1, der nach Anerkennung strebt, und dem schließlich egal wurde, wie er diese bekommt. Ein nicht zu unterschätzender Faktor in der Dynamik der Serie.

Die TVA führt diesem Loki im Großformat vor, was ihm in seinem Leben im wahren Zeitstrahl widerfährt. So erfährt er, dass seine Mutter durch sein Verschulden stirbt und sieht die Umstände seines eigenen Todes – quasi ein Trailer zum eigenen Leben, den man durchaus traumatisierend nennen kann.

„Loki“ auf Disney+: Kommt endlich ein weiblicher Loki?

Einer Verurteilung vor dem Gericht der TVA entkommt Loki schließlich knapp, denn ein Zeitagent namens Mobius M. Mobius (Owen Wilson) erkennt das Potenzial des Gottes und verpflichtet ihn dazu, ihm bei der Jagd auf Varianten zu helfen. Um genau zu sein: Auf eine Variante von Loki selbst.

Zur Serie

Eine neue Folge „Loki“ gibt es jeden Mittwoch auf Disney+.

Die Trailer heizten bereits Spekulationen an, dass es sich bei der mysteriösen Figur mit dunkler Kapuze um einen weiblichen Loki handelt. Schließlich ist es auch in der Comic-Vorlage so, dass Loki kein Cis-Hetero-Mann ist, sondern zwischen den Geschlechtern wechselt und auch gleichgeschlechtliche Beziehungen hat.

Noch mal angefeuert werden diese Vermutungen vom genaueren Blick auf die TVA-Unterlagen zu Lokis Person. Dort wird das Geschlecht als „fluid“ angegeben. Ein kleines Detail nur, aber es hat gereicht, um queerfeindliche Konservative mal wieder auf die Palme zu bringen. Es ist eine empowernde Message für Diversität und zeigt, dass es absolut okay ist, sich keinem Geschlecht zuzuordnen, wenn nicht mal ein Gott das tut.

MCU, Disney und LGBTQ+: Noch einiges nachzuholen

Das MCU hat beim Thema LGBTQ+ noch einiges nachzuholen. Immer wieder wird Disney das sogenannte „queerbaiting“ vorgeworfen, was bedeutet, dass Queerness angedeutet wird, um ein queeres Publikum anzusprechen, aber nie wirklich bestätigt, um Homophobe nicht abzuschrecken. Zuletzt bei Sam Wilson und Bucky Barnes in „The Falcon and the Winter Soldier“.

Eine Szene in „Thor: Ragnarok“, in der Valkyries Bisexualität tatsächlich hätte bestätigt werden sollen, wurde rausgeschnitten. Es gibt Gerüchte, wonach der chinesische Markt den Film sonst nicht akzeptiert hätte. Aber auch wer beste Absichten hat und Queerness zeigen will, sieht sich einem schmalen Grat zwischen Repräsentation und Tokenismus gegenüber, denn man will natürlich nicht einfach plump die Sexualität eines Charakters ansprechen. Aber wenn das MCU Möglichkeiten findet, auf das Sexualleben von Tony Stark, Steve Rogers, Thor und Hulk anzuspielen, dann gibt es mit Sicherheit auch Möglichkeiten für einen organischen LGBTQ+-Moment im MCU. Hoffen wir, dass „Loki“ einen Wandel bringt. „Die Bürde des glorreichen Ansinnens“, Lokis Catchphrase und der Titel der ersten Folge, ist für die Serie in mehr als einem Punkt relevant.

Streaming und Serien

Mehr zu Netflix und Co. finden Sie auf der Themenseite.

Die Serie könnte aufgrund der Zeitthematik, der TVA, die eine große Rolle in den Marvel-Comics spielt, eine der wichtigsten Serien im MCU werden. Die Serie ist vielversprechend gestartet, lässt zu, dass die Zuschauer:innen langsam in die neuen Bedingungen reinkommen und behält dabei den bekannten Loki-Charme bei.

Die erste Folge hat Potenzial für eine großartige Serie gezeigt, die ein Gamechanger für das werden kann, was wir über das MCU, die Machtverhältnisse im Universum und die Zeitlinien zu wissen glauben. (Sonja Thomaser)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare