Bruce Willis als pensionierter CIA-Agent im Film "R.E.D."
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Bruce Willis als pensionierter CIA-Agent im Film "R.E.D."

Action-Film

Lizenz zum Töten

  • vonMichael Kohler
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Rüstiger Rentner: Bruce Willis ist „R.E.D.“ Helen Mirren ist ein eiskalter Engel, John Malkovich versucht sich zur Abwechslung mal als Exzentriker, Morgan Freeman ist für dieses „Genre“ praktisch unverzichtbar und der legendäre Ernest Borgnine eine echte Freude.

Es sieht nicht danach aus, als würde Frank Moses seine Frührente genießen. Er sitzt in einem leeren Haus, hält sich im Andenken an vergangene Zeiten fit und flirtet mit der Telefonistin Sarah. Jeden Morgen zerreißt er einen Pensionsscheck, damit er sich wieder über die ausbleibende Rente beschweren und Sarah ihn über den Fortgang ihrer Buchlektüre auf dem Laufenden halten kann. In Sarahs Schundroman wird eine einsame Frau von einem Fremden in ein Leben voller Abenteuer gestürzt – und fängt es nach dem ersten Schrecken zu lieben an. Als eines Nachts ein Killerkommando Franks Haus zersiebt, nimmt der pensionierte CIA-Agent das als Wink des Schicksals, macht sich mit Telefonistin Sarah unterm Arm aus dem Staub.

Sarahs Groschenheft wurde gerade erst mit Tom Cruise und Cameron Diaz verfilmt, doch mit der Club-Med-Jugendfrische von „Knight and Day“ hat Robert Schwentkes „R.E.D.“ wenig zu tun. Die Abkürzung steht im CIA-Handbuch für „Retired, extremely dangerous“, und die Helden sind rüstige Veteranen des Kalten Kriegs. Auf der Flucht holt Frank seine alten Weggefährten aus dem Schaukelstuhl zurück, damit sie den jungen Schnöseln zeigen, was eine Lizenz zum Töten ist.

Im Gegensatz zu Clint Eastwoods ergrauten „Space Cowboys“ wirken diese Actionhelden aber nicht, als wären sie aus Fleisch und Blut. Sie ähneln eher Avataren, die aus allen Rohren feuern, was das digitale Actiongenre hergibt. So wirkt der mordlustige Film zynisch, auch wenn man zugeben muss, dass Willis und seine Spießgesellen das Beste daraus machen. Helen Mirren ist ein flotter eiskalter Engel, John Malkovich versucht sich zur Abwechslung mal als Exzentriker, Morgan Freeman ist für dieses „Genre“ praktisch unverzichtbar und der legendäre Ernest Borgnine in einer Nebenrolle eine echte Freude. Kein Wunder, dass am Ende das abschätzige „Opa“ voll Bewunderung ausgesprochen wird.

R. E. D. – Älter, härter, besser, Regie: Robert Schwentke, USA 2010, 111 Min.

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