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Markus Lanz mit Ingrid van Bergen.
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Markus Lanz mit Ingrid van Bergen.

Markus Lanz' Konzeptlos-TV

Lesen Sie das nicht - alles schon gehört

„Eine tolle Runde“ habe er da versammelt, sagt ZDF-Moderator Markus Lanz – was an seiner Gästeliste so toll sein sollte, bleibt sein Geheimnis. Alles schon gehört. Am Ende des Abends sagt er, dass er sich mit seinen 42 Jahren schon auf dem Heimweg des Lebens fühle. Vielleicht könnte er die Sendung mit in die Frührente nehmen.

Von Michael G. Meyer

Eingeladen waren Ingrid van Bergen und Ben Terwaag, Sohn von Uschi Glas – beide berichteten über ihre Knasterfahrungen. Ulla Kock am Brink erzählte, wie sie ihre gebrechliche Mutter pflegen lässt – und das war nicht einmal ansatzweise neu oder interessant. Kabarettist Horst Schroth ließ sich am Schluss über das Verhältnis zwischen Mann und Frau aus – passend zu seinem neuen Programm.

Ingrid van Bergen hat ihre Gefängniseindrücke bereits gefühlte 57 Mal geschildert ( „Das war wie Dschungelcamp““). Van Bergen musste sich gegen ihre Mitinsassinnen erst mal behaupten und bekam das Gegenteil von Vorzugsbehandlung – berichtete sie gestern Abend. Alles schon mal gehört – ihre Knastgeschichten sind scheinbar das Einzige, von dem sie noch zehrt – gewissermaßen der zweifelhafte „Unique Selling Point“ der mittlerweile 81-jährigen Schauspielerin.

Auch Ben Terwaags Schilderungen seiner Monate im Knast würden kaum einen Zuschauer interessieren, würde Terwaag nicht der Sohn einer bekannten Schauspielerin sein. Sein Roman „313“, so lautete seine Insassennummer im Gefängnis, greift denn offenbar auch tief in die Kiste der Gefängnisklischees. („So frei wie im Knast war ich noch nie“).

Der unfreiwillig komische Höhepunkt der illustren Runde war Ingrid van Bergens Beichte, dass sie ihre Jahre im Kittchen nicht missen möchte – das könne sie jedem nur empfehlen. Hallo – geht’s noch? Überhaupt: Lanz' Sendung wirkt zuweilen konzeptlos wie kaum ein anderes Talkformat. Mal duzt er seine Gäste – dann wieder nicht – mal bleibt er eng am Thema Knast, und wie er einen Menschen verändert – dann plaudert er wieder lang und breit über van Bergens Zukunftspläne, in eine Großstadt zu ziehen.

Humor nach Mitternacht

Wenn noch geraucht würde, könnte man sich zurückversetzt fühlen in die 70er Jahre, als in Sendungen wie der NDR-Talkshow oder „3 nach 9“ zuweilen komplett planlos vor sich hin geschwafelt wurde.

Einziges Highlight war Horst Schroth, der weit nach halb eins noch eine gute Portion Humor mitbrachte. Vom Verhältnis zwischen Mann und Frau ging es über Politikerehen bis hin zur Zukunft des Liberalismus und der FDP. („Rainer Brüderle kann 100 Weinköniginnen am Geschmack erkennen.“) Man merkt: Welchen roten Faden die Sendung von Markus Lanz ausrollen sollte, blieb das Geheimnis der Redaktion. Lanz verriet an einer Stelle, dass er sich mit seinen 42 Jahren manchmal bereits auf dem Heimweg seines Lebens fühlt – recht früh für das Alter – aber vielleicht gilt das auch für seine Sendung, die scheinbar auch auf dem Heimweg ins Nirgendwo ist.

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