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Hat es etwas zu bedeuten, dass Ludwig „Lu“ Wolff (Jürgen Vogel) die Ermittlungen beobachtet?
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Hat es etwas zu bedeuten, dass Ludwig „Lu“ Wolff (Jürgen Vogel) die Ermittlungen beobachtet?

TV-Kritik Tatort „Lu“

Lena Odenthal wird schwach

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Jürgen Vogel spielt einen galanten Gangster namens Lu im Odenthal-Tatort, der ganz traditionell von alten Rechnungen erzählt, dabei aber nicht so cool ist wie sein Gaststar.

Wer LU für das Autokennzeichen von Ludwigshafen hält, liegt allemal richtig. Ludwigshafens Chemieindustrie ist diesmal eine leuchtende, zischende und dampfende Kulisse für den dort spielenden Odenthal-Tatort. Allerdings steht das Titel-LU auch für einen gewissen Ludwig Wolff, der sich Lu nennt. Für die Gastrolle wurde Jürgen Vogel engagiert, er gibt den Lu dermaßen cool, dass die Kommissarin mehr als einen Hauch von schwach wird. Sie flirtet mit ihm, oh ja, sie findet außerdem, dass er „eigentlich ein guter Typ“ sei. „Woher?“, fragt Partner Mario Kopper, sehr vernünftig. „das spür ich“, sagt Lena Odenthal, sehr unvernünftig.

Grisselige Bilder

Denn haben wir Lu nicht gerade gesehen, wie er doch recht ungalant Geld zu erpressen versucht? Es stellt sich außerdem raus, dass er mal (Drogen-)Geldeintreiber war – und, ehrlich gesagt, zimperlich sieht er ja nicht aus. Dass er zwar 15 Jahre im Ausland lebte, in Thailand, aber noch mehr als eine Rechnung in LU offen hat. Warum er ausgerechnet jetzt zurückkommt, vermag Dagmar Gabler, Buch, nicht wirklich zu erklären (aber da befindet sie sich in zahlreicher Krimiautoren-Gesellschaft). Da ist zwar der alte Kumpel im Pflegeheim, aber der ist auch schon seit Jahren im Pflegeheim und hätte sich über Besuch gefreut.

Der behinderte Kumpel, die dicke Narbe im Gesicht von Lu: „Es war ein Unfall“, beteuert der Erpresste, ein Chemiemanager, aber der Zuschauer weiß es bald besser. Denn der entsprechende Flashback wird so oft und immer ausführlicher gezeigt, bis man ihn auswendig kann. Apropos Flashback: Regisseur Jobst Christian Oetzmann schiebt gern immer wieder grisselige, trübfarbige Bilder dazwischen wie von einer Überwachungskamera aufgenommen. Zuerst denkt man, es handele sich um Aufnahmen einer Überwachungskamera, dann versteht man, es passiert einfach nur so und handelt sich um eine Marotte des Regisseurs. Sie soll vermutlich einen Krimi aufhübschen, der an seinen Gaststar nicht heranreicht in Sachen Coolness.

Old school, new school

Der Zickenkrieg zwischen „old school“ Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, die gerade versichert hat, sie denke nicht ans Aufhören) und „new school“ Johanna Stern (Lisa Bitter) geht mit Vehemenz weiter. Mario Kopper (Andreas Hoppe) schleicht im Hintergrund rum, ab und zu versucht er, nicht sehr inspiriert, mäßigend zu wirken („new school ist auch nicht immer leicht“). Stern hat zwei kleine Kinder mit Windpocken zu Hause, aber Odenthal mag sie trotzdem nicht mögen. Stern gibt zu, keine „Feldmaus“ zu sein, aber Odenthal macht ihr erst recht Beine, sich draußen umzusehen. Stern reibt ihrer „old school“-Kollegin immerhin unter die Nase: „Instinkt ist nur die oberflächlichste Wahrnehmungsschicht“. Das zum Thema Lu.

Auf der Handlungsebene, die aber keine so tolle Rolle spielt, geht es um illegale alte Geschäfte und Skrupellosigkeit auf verschiedenen Seiten. Die Vergangenheit, auch das ist keine Überraschung, fällt auf die Schurken zurück.

Nicht wirklich bestätigen kann der Zuschauer zuletzt, dass Ludwigshafen, LU, nicht Sodom und Gomorrha, sondern nur Rheinland-Pfalz ist: So blutige Showdowns sind für Rheinland-Pfalz glücklicherweise sehr untypisch.

Tatort: LU. ARD, So., 20.15 Uhr.   

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