Die Tv-Serie "Lost" begann als Robinsonade, wechselte ins Mysterienfach und hat sich längst als Science Fiction etabliert.
+
Die Tv-Serie "Lost" begann als Robinsonade, wechselte ins Mysterienfach und hat sich längst als Science Fiction etabliert.

TV Kritik "Lost"

Der lange Marsch

"Lost" begann als Robinsonade, wechselte ins Mysterienfach und hat sich längst als Science Fiction etabliert. Fans der Serien brauchen einen langen Atem. Doch die Geschichte ist endlich. Versprochen. Von Christoph Albrecht-Heider

Von Christoph Albrecht-Heider

"Ich verstehe nicht, was Du sagst, aber ich glaube Dir", sagt Hurleys Mutter. Gerade eben hat ihr Sohn für sie die ersten vier Jahre "Lost" in knapp zwei Minuten zusammengefasst, da ist kein Wunder, dass sie nicht mehr mitkommt. Für den Zuschauer, der, wie der Verfasser dieser Zeilen, die letzte Staffel der US-Kultserie ausgelassen hat, sind solche Einlassungen jedoch ganz brauchbar, ist unsereins dadurch doch wieder halbwegs im Film.

Wer sich in "Lost" begibt, verliert sich darin. Der eine wird süchtig, der andere steigt ernüchtert aus. Der erste Teil der fünften und vorletzten Staffel, die gestern auf Kabel Eins startete, lieferte Gründe für beides.

Als geistige Hauptfigur entpuppte sich Daniel, ein Ingenieur, der mit einigen Überlebenden des Fluges Oceanic Airlines 815 auf der Insel war. Dort wechselten diesmal grelles Licht und tiefe Dunkelheit in kurzen Abständen. Nach jedem Lichtblitz fanden sich die Insulaner in einem anderen Jahr wieder. Das ging denen ganz schön auf die Nerven, verloren sie doch so binnen Sekunden zum Beispiel ihr gesamtes Camp am Strand.

Mit Sätzen wie "Wir entfernen uns von der Zeit" oder "Die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern" wies sich Daniel zwar als Zeitsprungfachmann aus, doch zur allgemeinen Beruhigung trugen seine dunklen Andeutungen nicht bei. "Lost" begann als Robinsonade, wechselte ins Mysterienfach und hat sich längst als Science Fiction etabliert.

Einerseits möchte man schon wissen, was denn passiert, wenn Gutmensch Jack, die verführerische Kate oder Basedow-Ben und die anderen, die ein unstetes Leben auf amerikanischem Boden führen, zu ihren Schicksalsgenossen zurück auf die Insel gehen. Andererseits ist die Wegstrecke der Serie, die in Deutschland erst im kommenden Frühjahr beendet sein wird, doch arg lang.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare