Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kinostart - "Die Königin des Nordens"
+
Trine Dyrholm als Margarethe in einer Szene des Films „Die Königin des Nordens“.

Starke Frauen

„Königin des Nordens“ kämpft sich spielend durch Männerwelt

Frauen an die Macht - das gilt nicht erst seit dem 20. Jahrhundert. Schon im 14. und 15. Jahrhunderts gab es starke Frauen, die mutig regierten. Über eine von ihnen gibt es nun einen Kinofilm.

Hamburg - Am Verhandlungstisch der imposanten Festung mit Blick auf das Meer stehen Männer. Starke Männer in dicken Fellmänteln und mit langen Schwertern. Was sie jetzt entscheiden, wird zu Krieg oder Frieden im Norden führen. Doch das Zünglein an der Waage ist eine kluge Frau - Margarethe I.

Schlau und umsichtig führt sie die verschiedenen Völker diplomatisch zum Frieden. Diese wahre Geschichte aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert hat es nun als Historiendrama ins Kino geschafft. „Königin des Nordens“ konzentriert sich dabei voll und ganz auf die ungekrönte und doch wahre Herrscherin. Auf ihre Kämpfe ohne Schwert. Auf ihre Schachzüge. Auf die Fallen, die ihr von den Männern gestellt werden.

Kein Blut, keine Kämpfe

Dieser Film ist deshalb anders als viele andere über die Auseinandersetzungen und Verhandlungen zwischen Nordvölkern. Es fließt kaum Blut. Brutale Kämpfe gibt es nicht. Stattdessen dreht er sich voll und ganz um Diplomatie, verschiedene Interessen, schlaue Finten, loyale und illoyale Allianzen und die Unwägbarkeiten auf dem Weg zum ersehnten Frieden.

Um den Verhandlungen mehr Dramatik zu geben, taucht im Film plötzlich der längst totgeglaubte Sohn der Herrscherin (Jakob Oftebro) auf und erhebt Ansprüche auf den Thron, den mittlerweile ihr Ziehsohn Erik (Morten Hee Andersen) wärmt. Er ist der König von Dänemark, Schweden und Norwegen. Wegen des aufgetauchten verlorenen Sohnes fühlt er sich zurückgestoßen und verfolgt auf einmal seine ganz eigene Agenda - oder ist er doch nur eine Marionette in einem Spiel der Völker gegeneinander? Margarethe muss sich zwischen ihren Gefühlen und der politischen Macht entscheiden.

Zurück ins Jahr 1402

Klischeefrei, unaufdringlich und absolut unpathetisch erzählt Regisseurin Charlotte Sieling die Geschichte aus dem Jahr 1402. Langweilig wird das dennoch nur selten, höchstens mal kurz im letzten Drittel. Das liegt vor allem an der schauspielerischen Leistung, der dänischen Hauptdarstellerin - Trine Dyrholm („Die Kommune“). Sie gibt der „Königin“ eine emotionale Tiefe. Ob kämpfende Mutter, anerkannte Diplomatin, verletzliche Freundin, kühle Strategin oder zutiefst enttäuschte Herrscherin - man hofft, leidet und fühlt weite Strecken des 120-minütigen Films mit ihr mit.

Trine Dyrholm als Margarethe in einer Szene des Films „Die Königin des Nordens“.

Dyrholm ist in der Vergangenheit mehrfach mit dem dänischen Filmpreis Bodil ausgezeichnet worden, 2016 bekam sie den Silbernen Bären für „Die Kommune“ von Thomas Vinterberg. Auch dieser Film hat bereits das Publikum überzeugt: Im Wettbewerb der Nordischen Filmtage in Lübeck wurde er mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. In Dänemark selbst sahen laut Produktionsangaben den Film über eine der bedeutendsten Frauen der Weltgeschichte bereits mehr als 350 000 Menschen im Kino. Die Produktion gilt eigenen Angaben zufolge als eine der teuersten in Skandinavien.

Wer Historienfilme über den düsteren Norden mag, dürfte hier gut unterhalten werden. Die Bilder von „Königin des Nordens“ lassen einen aber auch oft frösteln. In fast jeder Einstellung ist es kalt, dunkel, neblig und stürmisch. Das lässt die einstige Zeit auf der großen Kinoleinwand authentisch wirken. Man möchte sich glatt auch einen dicken Fellmantel anziehen. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare