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Hubert Mur (Michael Fitz), Major Peter Palfinger (Florian Teichtmeister), Irene Russmeyer (Fanny Krausz) und Hofrat Alfons Seywald (Erwin Steinhauer) zwischen Leichen in der Gerichtsmedizin.
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Hubert Mur (Michael Fitz), Major Peter Palfinger (Florian Teichtmeister), Irene Russmeyer (Fanny Krausz) und Hofrat Alfons Seywald (Erwin Steinhauer) zwischen Leichen in der Gerichtsmedizin.

Ein Kerzchen für den einsamen Hofrat

"Die Toten von Salzburg" im ZDF gehen in die zweite Runde:"Zeugenmord".

Und wieder jazzt der Palfinger mit seinem Rollstuhl den Berg runter, dass es eine Art hat, aber keinen Realitätsbezug. Der Palfinger schaut auch gut gelaunt in die bei schönem Wetter besonders schöne Gegend, kollidiert mit einer Tagesbaustelle, rollt nun ohne Stuhl weiter und bleibt quasi unverletzt. Durch den beschädigten Finger lernt er eine interessante Ärztin kennen und wir den Palfinger ein wenig besser. Ein stiller, höflicher Mensch, den Florian Teichtmeister gegen die Schlechtigkeit der Welt und des Schicksals anlächeln lässt, aber unangreifbar versonnen.

Dass Freundlichkeit ein guter Schutzmechanismus ist, der den Gegner überrumpelt, ehe der etwas geahnt hat: Teichtmeister zelebriert hier eine Technik, die der Rüpelgesellschaft weitgehend abhanden gekommen ist. Gerne schaut man ihm dabei zu, aber auch dem bayerischen Kollegen Mur, Michael Fitz alias Carlo Menziger. Mur hat sich auf die Rüpelseite geschlagen und ist ebenfalls nicht ineffizient. Immer wieder treffen die beiden entsprechend aufeinander, der eine ist elegant herangerollt, der andere hat sich den Weg freigeschimpft. Der Fall, ein Doppelmord im Krankenhaus, ist vorerst mysteriös und nachher so lala.

„Zeugenmord“ ist der zweite Film der losen ORF-ZDF-Reihe „Die Toten von Salzburg“, ein dritter war in Österreich auch schon zu sehen. Ein vierter und fünfter sind angekündigt. Das Autorenteam aus Regisseur Erhard Riedlsperger, Klaus Ortner und seit dieser Folge auch Stefan Brunner hat sich einen leicht überanstrengten Tathergang ausgedacht, aber eben auch ein Team mit Perspektive. Nicht weil Salzburg dekorativ wäre, denn die Postkartenblicke kommen vor, halten sich aber im Rahmen und werden von den wie immer in österreichischen Krimis reichhaltig auftretenden mürrischen Österreichern wettgemacht. Erst recht nicht, weil der Palfinger kurz vor der Lösung aufwendig in der Luft hängt, was eine Schnapsidee ist. Sondern weil auch die junge Kollegin Russmeyer, Fanny Krausz, eine merkwürdig verhuschte, bemühte Polizistin zeigt, die neugierig macht.

Erwin Steinhauser etwas zarter

Am überzeugendsten aber ist der Hofrat, pomadig und doch reell dargestellt von dem Wiener Schauspieler und Kabarettisten Erwin Steinhauser. Der Hofrat residiert in einem Kaffeehaus. In der ersten Folge nahm er natürlich dem Palfinger den Behindertenparkplatz weg und genierte sich kein bisschen. In „Zeugenmord“ zeigt er sich von einer etwas zarteren Seite. Politisch und ethisch ist er ein Pendant zu Dr. Claus Reiter aus der Serie „Unter Verdacht“. Aber während ihn deshalb ein anonymer Anrufer unter Druck setzt, stellt der unglückselige Hofrat das Handy auf Lautsprecher und kann das nicht so rasch rückgängig machen.

Auch hat er Geburtstag, und der Kellner serviert ihm um Mitternacht ein Küchlein mit einer Kerze. Denn Melancholie und Sentimentalität kommen nicht kurz, aber sie sind skurril genug, um ihnen ihre Verlogenheit nicht zu verübeln. Das scheint eine österreichische Spezialität zu sein, während es einem unangenehm vertraut ist, bei diesem Spaß nicht zu bleiben, sondern leider doch noch einen großen Geburtstagschor hinterherzuschicken. Die Lage in Folge 2 bleibt also gemixt.

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