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Diese Jungs wachsen aus den Peinlichkeiten nicht heraus.
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Diese Jungs wachsen aus den Peinlichkeiten nicht heraus.

American Pie: Das Klassentreffen

Keinen Sex bitte, wir sind erwachsen

Die Jungskomödie „American Pie“ geht weiter. Das Paradoxe daran: Die Helden verlieren nie ihre Unschuld und werden von Fortsetzung zu Fortsetzung braver.

Von Philipp Bühler

Nur zwölf Jahre sind seit dem ersten „American Pie“ vergangen. Und doch hat sich die Welt seitdem sehr verändert. Erfüllte der scheue Jim (Jason Biggs) damals seine elementaren Triebe noch mit einem Stück Apfelkuchen, klemmt er sein bestes Stück nun im Laptop ein. Das digitale Leben ist schmerzhaft – und die Demütigung, beim schnöden Internet-Sex erwischt zu werden, eine seiner garstigsten Tücken. Doch so wenig sich ein Apfelkuchen an die Wand nageln lässt, so wenig lässt sich diese Urszene des modernen amerikanischen Kinos einfach wiederholen. Der Zauber des ersten Mals ist dahin.

Weil der Mensch aber strebt, gibt es schlechten Sex, Filmfortsetzungen und Klassentreffen. Im vierten Teil der stilbildenden Jungskomödie kommen die fünf Freunde von einst noch einmal zusammen. Keine Schweinereien, lautet das Motto, schließlich sind wir jetzt erwachsen. Darin eben liegt das Drama: Die Teenagerqualen sexuellen Frusts, musste Jim erfahren, kehren in Ehe und Elternschaft doppelt wieder; Stifler (Seann William Scott), der spätadoleszente Lustgreis, verharrt im Praktikantenstadium, beruflich wie privat; die anderen tun lediglich ihr Bestes, das Elend zu verbergen. Und so kommt es zu den typisch gehemmten Ausschweifungen, der Reaktivierung alter High-School-Liebschaften und der scharfen Konfrontation mit den jüngeren Jahrgängen.

Jim bekommt gar barbusige Avancen von dem Kind, das er einst babysittete. Das kann man peinlich finden. Aber darum geht es ja. Seit der Sache mit dem Apfelkuchen ist Peinlichkeit Jason Biggs’ zweiter Vorname. Das Gesetz der Serie sorgt dafür, dass das auch so bleibt.

Brav, braver, am bravsten

Hält sich der Charme der üblichen Zoten auch in Grenzen, ist eine weitere Wiederholung nur zu begrüßen: Jims Dad, gespielt vom großen Komiker Eugene Levy, unbestritten das Herz der Reihe, ist wieder mit dabei. Natürlich hat er die alten Busenhefte seines Sohnes längst gefunden, noch immer wundert er sich über die zöusammenklebenden Seiten, und wieder stellt er seine gefürchtete Frage: „Junge, gibt es irgendetwas, über das du reden willst?“ Witwer ist er mittlerweile, wie traurig. Doch Stiflers Mom (ebenso großartig: Jennifer Coolidge) hält ihre lüsternen Fänge schon bereit. Ob sie ihre richtigen Namen jemals erfahren werden?

Das Paradox der Filme und der Unterschied zu sämtlichen Nachfolgern ist, dass ihre Helden, trotz aller Bemühungen, nie ihre Unschuld verlieren. Im Gegenteil, mit jeder Folge werden sie noch braver, im dritten Teil wurde bereits geheiratet. Sex verdirbt euch nicht die Jugend, sagt auch diese vorläufig letzte Episode, er macht sie zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft. Es ist eine so konservative wie liberale Botschaft, an der sich so schnell wohl nichts ändern wird.

American Pie: Das Klassentreffen, USA 2012, Regie und Buch: Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg, FSK: ab 12, 113 Min., Farbe.

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