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Nur die Kamera war Zeuge

Im spanischen Horrorfilm "\[REC\]" wird ein Fernsehteam zum Chronisten des eigenen Verderbens

Von xxmk

Jeder Schrecken braucht jemanden, der von ihm erzählen kann: einen Ismael, der dem weißen Wal ins Auge sah und überlebte. Manchmal gibt es jedoch nicht einmal ihn. In früheren Zeiten füllte dann ein der Nachwelt in die Hände gefallenes Tagebuch die Lücke, heute wird diese Funktion selbstredend von der digitalen Kamera übernommen. Mit dem "Blair Witch Project" fing es an, "Cloverfield" und "Diary of the Dead" folgten, nun spielen auch Jaume Balagueró und Paco Plaza im Horrorfilm "\[REC\]" gekonnt mit diesem Stilmittel.

Wie in dieser Sorte Film üblich, ist der Beginn verdächtig harmlos: Ein Lokalsender schickt eine hübsche, nicht sonderlich textsichere Moderatorin samt Kameramann auf eine Feuerwehrwache, um den Arbeitsalltag während einer Nachtschicht zu dokumentieren. Nicht nur den Fernsehleuten ist bald zum Einschlafen zu Mute, dann rückt nach langem Warten endlich ein Zug zum Einsatz aus. Bewohner eines Mietshauses haben seltsame Geräusche gehört, man verschafft sich Zutritt zur Wohnung einer bettlägerigen alten Frau, die offenbar in einen teuflischen Jungbrunnen gefallen ist und die Helfer mit Klauen und Zähnen attackiert.

Übermacht der Untoten

Kaum haben sich Retter und Nachbarn vom ersten Schock erholt, stürzt auch schon ein Mann im Treppenhaus zu Tode, das Haus wird von Außen hermetisch abgeriegelt. Durch Quarantäne soll die Ausbreitung einer Epidemie verhindert werden, die wir aus modernen Zombie-Filmen kennen: Einer nach dem anderen wechselt unfreiwillig die Seiten, bis die letzten Überlebenden einer Übermacht der Untoten gegenüber stehen. Viel Arbeit für die Moderatorin (großartig: Manuela Velasco), die selbst im Angesicht des Grauens das Kommentieren nicht lassen kann. So wird man zum Chronisten seines eigenen Verderbens.

Weder ästhetisch noch thematisch bietet "\[REC\]" wirklich Neues, doch wie Balagueró und Plaza den Kampf ums Überleben inszenieren, sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Figuren sitzen in der Falle, der Raum zieht sich zusammen, Entsetzen macht sich breit. Selbstredend läuft die Kamera dabei beständig mit und spart stets genug vom Geschehen aus, um die Fantasie zusätzlich anzuregen. Am Ende mildert kein Ismael den Schrecken. Nur die Kamera war Zeuge; die Hände vors Gesicht schlagen müssen wir schon selbst.

\[REC\], Regie: Jaume Balagueró und Paco Plaza, Spanien 2007, 83 min.

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