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"Actrices"

Wie die Jungfrau zum Kinde

Valeria Bruni Tedeschi hat eine poetische Komödie über das Diven-Dasein gedreht.

Von NATALIE SOONDRUM

Sie, die Verkörperung aller Zuschauerträume. Göttlich entrückt wie Greta Garbo und Marlene Dietrich. Mit wogendem Busen und Schnürtaille wie Marilyn Monroe oder Brigitte Bardot. Wohin geht sie wenn sie aus dem Rampenlicht heraustritt? Wer ist die Diva wirklich?

"Die Wahrheit über mich gehört mir", sagte einst die Dietrich. Man kann es auch anders sehen. Der französische Filmstar Valeria Bruni Tedeschi hat mit "Actrices" einen Film über einen Filmstar gedreht. Wie bei ihrem Erstling "Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr" (2003), bedient sie sich dabei einer Fülle autobiographischer Anleihen. Marcelline (Bruni-Tedeschi) probt die Rolle der Natalia Petrowna in Turgenews Komödie "Ein Monat auf dem Lande" im Théâtre des Amandiers in Nanterre. An dieser Bühne reüssierte Bruni-Tedeschi selbst in den 80er Jahren.

Und ihre Mutter, Marisa Borini, spielt die Mutter von Marcelline. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen, Bruni-Tedeschi setzt auf ein amüsantes Verwirrspiel, das ihr Leben mit denen von Marcelline und Natalia Petrowna durcheinander würfelt. Natalia ist unglücklich verheiratet, hat einen Liebhaber und verliebt sich noch in den jungen Hauslehrer Alexej. Marcelline steht kurz vor ihrem 40. Geburtstag, hat gerade ihren Lebensgefährten verlassen und ist zu ihrer Mutter gezogen. Die Gynäkologin sagt ihr, sie habe nicht mehr viel Zeit, falls sie noch ein Kind wolle. In Panik wendet Marcelline sich an die Heilige Maria und fleht: "Schenk mir einen Ehemann. Ich verzichte auch auf Ruhm und Ehre."

Als ihr auch noch der junge Éric, der den Hauslehrer spielt, seine Liebe gesteht, muss sie ihre Bitte an Maria revidieren: Sie will gar keinen Mann. Lieber nur ein Kind. Immerhin ist die Mutter Gottes ja auch jungfräulich dazu gekommen.

Bruno Tedeschi hat den ganzen Film in Rot und Blau gekleidet, den Farben der Madonna. Im roten Badeanzug schlägt ihre Heldin im blauen Wasser Purzelbäume. Im kirschroten Mantel rennt sie später weg von ihrer nörgelnden Mutter ins Theater. Dort hängt sie ihn über die blaue Bestuhlung.

Und Natalia Petronowas räkelt sich auf einer blauen Chaiselongue, die auf der mit roten Perserteppichen ausgelegten Bühne steht.

Mit viel Humor und einem Auge für Details entlarvt Bruni-Tedeschi den großen Star als kleines Mädchen, das alles perfekt machen will, damit Mami sie lieb hat. Sie zeigt die Sucht der Menschen, sich in der Schauspielerin zu spiegeln, ihr aber gleichzeitig die Sonderstellung zu verübeln. Valeria Bruni Tedeschi braucht wenig, um sich in Szene zu setzen. Die scheuen blauen Augen, die hohe und doch rauchige Stimme. Wie sie die Schultern hochzieht - auf der Leinwand hat sie eine schillernde Präsenz. Eine echte Diva.

Actrices... oder die Nacht davor,

Regie: Valeria Bruni-Tedeschi. Frankreich 2007. 107 Minuten.

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