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Jugend in der Ukraine: „Das Hamlet Syndrom“

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Das Hamlet Syndrom
Die Beteiligten reflektieren Erfahrungen mit Gewalt, Machtmissbrauch und Selbstzweifeln. © RealFiction/dpa

„Das Hamlet Syndrom“ führt in die Zeit vor dem russischen Angriffskrieg zurück. Beim Filmfestival in Locarno wurde die Dokumentation ausgezeichnet.

Berlin - Geprägt von der Maidan-Revolution vor knapp einem Jahrzehnt und von den politischen Umbrüchen der letzten Jahre suchen junge Erwachsenen ihre Lebenswege in der Ukraine. Fünf aus der „Generation Maidan“ werden in dieser Dokumentation des Regie-Duos Elwira Niewiera & Piotr Rosołowski porträtiert. Die Intensität brachte dem Film den Großen Preis der „Woche der Kritik“ beim Filmfestival Locarno 2022.

Ausgangspunkt der Dokumentation, die Monate vor der Invasion Russlands in die Ukraine gedreht wurde, ist eine moderne Adaption von Shakespeares Königsdrama „Hamlet“. Die Beteiligten reflektieren in der künstlerischen Arbeit eigene Erfahrungen mit Gewalt, Machtmissbrauch und Selbstzweifeln. Hamlets berühmte Frage nach dem „Sein oder Nichtsein“ wird dabei zum Spiegel heutiger existenzieller Fragen.

Das ist besonders spannend und emotional aufwühlend, wenn der Film das Privatleben der Protagonisten erkundet. Da prallen unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinander. So entsteht ein breitgefächertes Panorama der ukrainischen Gesellschaft, einer Gesellschaft im Aufbruch. Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat diesen Aufbruch brutal abgewürgt. Damit wird der Film zu einem erschütternden Dokument der gegenwärtigen Menschheitsgeschichte.

Das Hamlet Syndrom, Deutschland, Polen 2022, 85 Min., von Elwira Niewiera & Piotr Rosołowski dpa

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