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Andreas Dresens Film "Wolke 9" wurde in Cannes gefeiert.
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Andreas Dresens Film "Wolke 9" wurde in Cannes gefeiert.

Filmfestspiele in Cannes

Jubel für Dresens "Wolke 9"

Es ist ein gesellschaftliches Tabu: Liebe und Sex im Alter. Genau das thematisiert der neue Film "Wolke 9" von Andreas Dresen. Bei der Weltpremiere in Cannes wurde er begeistert gefeiert.

Cannes (dpa) - Es ist ein gesellschaftliches Tabu: Liebe und Sex im Alter. Genau das thematisiert der neue Film "Wolke 9" des Berliner Regisseurs Andreas Dresen ("Sommer vorm Balkon"), der bei seiner Weltpremiere am Samstag bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes begeistert gefeiert wurde.

In ungekünstelten, aber durchaus schönen und schmerzenden Bildern erzählt Dresen darin von der über 60-jährigen Inge, die sich nach rund 30 Jahren Ehe in den 76-jährigen Karl verliebt und ihren Mann Werner verlässt. "Wolke 9" ist für den 44-jährigen Dresen der erste Auftritt bei dem größten Festival der Welt. Sein Film läuft in der Nebenreihe Un certain regard und gehört damit zu den vier Filmen deutscher Regisseure, die bis zum 25. Mai in Cannes zu sehen sind.

"Es hat mich angeödet, dass die Gesellschaft immer älter wird, es aber nicht die dazugehörigen Bilder gibt - Liebe und Sex hören ab einem bestimmten Alter scheinbar auf zu existieren", sagte Dresen. "Ich fand es daher wichtig, in Würde gealterte Körper zu zeigen." Außerdem sei es "eine tröstliche Nachricht, dass Menschen unabhängig vom Alter nicht aufhören zu lieben".

Mit "Wolke 9" beweist Dresen nach realitätsnahen Filmen wie "Halbe Treppe" einmal mehr sein Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen und Wendepunkte im Leben. Erneut nähert er sich seinen Figuren mit viel Respekt und Einfühlungsvermögen. Vor allem jedoch beeindruckt die Leistung der Schauspieler: Horst Rehberg (Werner), Horst Westphal (Karl) und allen voran Ursula Werner als Inge beweisen viel Mut, ihre Körper in den zahlreichen Bettszenen ohne Scham zu zeigen. Auch wenn - oder gerade weil - sie nicht Brad Pitt und Angelina Jolie sind, wirkt ihr Spiel erfrischend natürlich und unprätentiös.

Deutsche Filme in Cannes

Dresen gehört damit zu den starken deutschen Stimmen, die sich dieses Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes präsentieren: So strahlt Schauspielerin Alexandra Maria Lara als Jurymitglied des offiziellen Wettbewerbs jeden Abend auf dem roten Teppich in unzählige Kameras aus der ganzen Welt und Regisseur Fatih Akin ist Vorsitzender der Jury Un certain regard.

Doch auch die Filme können sich im internationalen Vergleich sehen lassen. Die Berliner Regisseurin Emily Atef feierte bereits in der Reihe Critic's Week die Premiere ihres Films "Das Fremde in mir", das ebenfalls ein Tabu thematisierte: Die junge Mutter Rebecca leidet nach der Geburt ihres Sohnes an einer Wochenbettdepression und wird so immer mehr zu einer Gefahr für ihr Kind.

Noch ein paar Tage gedulden müssen sich dagegen Wim Wenders und der Nachwuchsregisseur Jan Speckenbach. Der Berliner Filmstudent Speckenbach ist kommenden Freitag mit seinem dreißigminütigen Kurzfilm "Gestern in Eden" im offiziellen Studentenprogramm vertreten. Wenders wird kommenden Samstag (24.5.) mit "Palermo Shooting", in dem "Tote Hosen"-Sänger Campino die Hauptrolle spielt, bereits zum neunten Mal im Wettbewerb zu sehen sein.

Diese Präsenz in Cannes macht die deutsche Filmindustrie nicht nur stolz, sondern lässt auch auf weitere gute Jahre hoffen. Mit einer pompösen Party in einer exklusiven Villa am Rande der Stadt wollen sich die Produzenten, Regisseure und Schauspieler am Montagabend feiern und auf ihren Erfolg anstoßen. Mit ein bisschen Glück könnte am Ende des Festivals auch noch ein Preis für Dresens "Wolke 9" hinzukommen.

www.festival-cannes.fr

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