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Jonas Mekas (Archivbild 2013)

Experimentalfilm-Nestor

Jonas Mekas gestorben

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Er war der vielleicht bedeutendste Experimentalfilmer des 20. Jahrhunderts. Jonas Mekas ist 96-jährig in New York gestorben.

Er war der vielleicht bedeutendste Experimentalfilmer des 20. Jahrhunderts. Geboren 1922 in Litauen, wurde er infolge der Okkupation erst durch die Nazis, nach Kriegsende durch die Sowjets, heimatlos und galt nach Kriegsende als „Displaced Person“, wovon seine Tagebücher unter dem Titel „I had nowhere to go“ Zeugnis ablegen.

In Mainz konnte er zwischen 1946 und 1948 Philosophie studieren, bevor er in die USA auswanderte. Dort gründete er 1954 die Zeitschrift „Film Culture“, gewissermaßen das Zentralorgan des US-amerikanischen Autorenfilms, und 1962 die „Film-makers Cooperative“, die heute noch besteht. Er arbeitete mit den Größen der Pop-Avantgarde in den sechziger Jahren zusammen, so mit Andy Warhol, Nico, Yoko Ono und George Macunias.

Und seiner Initiative ist die größte Avantgarde-Filmkunst-Sammlung der Welt zu verdanken. Vor allem aber machte sich Jonas Mekas einen Namen als eigenwilliger und vielseitiger Dokumentarfilmer, der ein Leben lang seine Bolex-Kamera nicht aus der Hand legte. Dabei verfasste er ein filmisches Tagebuch, das sein Leben spiegelte, mit Werken wie „As I Was Moving Ahead, Occasionally I Saw Brief Glimpses of Beauty“.

Bis zuletzt war Jonas Mekas unterwegs. Noch im Dezember 2917 hatte er auf der B3 Biennale des bewegten Bildes den Ehrenpreis BEN für sein Lebenswerk erhalten. Jetzt ist Jonas Mekas 96-jährig in New York gestorben. 

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