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NÄCHSTE FOLGE 64

Epische Amazon-Serie: „Das Rad der Zeit“ will „Game of Thrones“ ablösen

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
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Amazons neues Epos „Das Rad der Zeit“ ist kaum Stoff für Legenden. Allerdings wartet die Serie auch mit Pluspunkten auf, findet Kolumnistin Sonja Thomaser.

Alles muss heutzutage immer das neue „Game of Thrones“ sein. Aber wir verraten Ihnen jetzt einmal was: Als „Game of Thrones“ 2011 auf die Bildschirme kam, was wurde es da nicht genannt? Na? Genau. „Das neue Irgendwas“. Vielleicht ist das Geheimnis des Erfolgs eben doch Originalität.

Dieses Schicksal ereilt nun auch „Das Rad der Zeit“ (auf Amazon Prime), basierend auf der 14-bändigen Buchreihe „Das Rad der Zeit“ von Robert Jordan, das überall als das neue „Game of Thrones“ angepriesen wird. Angetrieben vom Amazon-Marketing als die heißeste Serie des Jahres: Jeff Bezos will sein eigenes „Game of Thornes“.

Tänzer:innen performen während der Premiere für „Das Rad der Zeit“ in New York. Ist die Serie das neue „Game of Thrones“ oder etwas Legendäres?

„Das Rad der Zeit“ auf Amazon ist ein Epos ohne Zeit und Raum

Es geht um die Geschichte eines Landes, das von magischen Frauen, den Aes Sedai, beaufsichtigt wird, die die eine Macht kanalisieren, um den Frieden zu wahren. Die Aes Sedai Moiraine und ihr Begleiter Lan sind auf der Suche nach der Reinkarnation des sogenannten „Drachen“, einem magischen Wesen, das sich dem dunklen König entgegenstellen kann.

Allerdings ist der dunkle König für seine Zwecke auch an besagtem Drachen interessiert. In der fantastischen Welt von „Das Rad der Zeit“ verläuft die Zeit zyklisch: Alles geht irgendwann unter und entsteht wieder neu. Dies wollen die Aes Sedai so erhalten. Der dunkle König aber will das Rad mit Hilfe des Drachen zerschlagen.

Moiraine weiß, dass der Drachen vor 20 Jahren wiedergeboren wurde, allerdings nicht in welchem Körper. Ihre Suche führt sie in das Dorf bei den Zwei Flüssen, wo sich eine überraschend gleichberechtigte Gesellschaft zeigt: Frauen wie Männer treffen Entscheidungen, Frauen sind Schmiedinnen, sie kämpfen auch und niemand stellt irgendetwas davon durch einen sexistischen Spruch in Frage.

Gleichberechtigung in phantastischer Serie: Keine Spur von Diskriminierung in „Das Rad der Zeit“

Immer wieder kann man lesen, die Serie zeige eine matriarchalische Gesellschaft. In „Das Rad der Zeit“ sehen wir aber, zumindest in den ersten drei Episoden, eine klar gleichberechtigte Gesellschaft. Männer sind Frauen nicht untergeordnet, man sieht keine strukturelle Diskriminierung.

Ein Aspekt ist allerdings tatsächlich nur Frauen vorbehalten: In der Welt von „Das Rad der Zeit“ dürfen nur Frauen besagte eine Macht nutzen, da die Vergangenheit gezeigt hat, dass Männer, die die Macht nutzen, über kurz oder lang dem Wahnsinn verfallen und als Konsequenz daraus das Land verwüsten. Daher machen die Aes Sedai Jagd auf Männer, die unerlaubterweise Magie gebrauchen. Dafür macht aber eine Gruppe Männer wiederum auch Jagd auf die Aes Sedai.

Spannend, dass Menschen beim Anblick einer Gesellschaft, die Männern keine klare Vormachtstellung in allen Bereichen einräumt, sofort das Matriarchat wittern.

Männer und Magie: Amazons Serien-Epos doch heimtükische Diskriminierung?

Die große Sorge der Kolumnenverfasserin ist nun aber, dass in einem Handlungs-Twist herauskommt, dass es sich bei diesem sinnvoll klingenden Verbot von Magie für Männer doch um heimtückische Diskriminierung handelt und es um eine Geschichte von armen unterdrückten Männern geht. Aber wir wollen ja nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen.

An den Zwei Flüssen vermutet die Aes Sedai Moiraine also nun den Drachen. Zur Wahl stehen der Gauner und Geschäftemacher Mat, der glücklich verheiratete Perrin, Egwene, die sich eigentlich zur Heilerin ausbilden lassen will, und der stets wütende Rand. Auch die Heilerin Nynaeve spielt eine Rolle.

„Das Rad der Zeit“

Amazon Prime, jeden Freitag eine neue Folge.

Grausame Monsterarmee: Szenerie in „Das Rad der Zeit“ hat aufwendige Kostüme zu bieten

Das Dorf wird schließlich von der erfreulich gut gemachten (Amazon Prime hat Geld) Monsterarmee des dunklen Königs, den Trollocs, angegriffen. Nach vielen grausamen Szenen verlässt die Truppe gemeinsam das Dorf und das wahre Abenteuer beginnt. Wer ist der Drache? Was hat die zwielichtige Moiraine wirklich mit den jungen Leuten vor?

Nein, „Das Rad der Zeit“ ist nicht das neue „Game of Thrones“. Dazu fehlen Handlungsdichte, Spannung, Charaktertiefe und vieles mehr. Es ist etwas Eigenes, das für Fantasy-Fans auf jeden Fall zu empfehlen ist. Aber es reicht (noch) nicht an den epischen Charakter vorangegangener Fantasy-Geschichten heran. (Sonja Thomaser)

Die Kolumne „Nächste Folge“ nimmt Streaming- und TV-Serien in den Blick. Mehr Infos gibt es hier.

Rubriklistenbild: © Ron Adar/imago

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