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Hochkarätig besetzt: „Crimes of the Future“

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„Crimes Of The Future“
Viggo Mortensen als Saul Tenser in einer Szene des Films „Crimes Of The Future“. © Nikos Nikolopoulos/Weltkino/dpa

Viggo Mortensen, Léa Seydoux und Kristen Stewart sind die Stars dieses neuen Body-Horrorfilms von David Cronenberg. Der Film ist so sinnlich wie morbide.

Berlin - Mit seinem neuen Film „Crimes of the Future“ kehrt der kanadische Regisseur David Cronenberg zu seinen Wurzeln des Body-Horrors zurück, einem Filmgenre also, das monströse oder deformierte Körper in Szene setzt. Der 79-jährige Filmemacher ist einer der Begründer dieser speziellen Form des Horrorfilms, sein Thriller „Die Fliege“ von 1986 gilt heute unter vielen Cineasten als Kultfilm.

Sein neuestes Werk sorgte bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes allerdings vor allem wegen der hochkarätigen Besetzung mit Viggo Mortensen, Léa Seydoux und Kristen Stewart für Aufregung.

Darum geht es: In einem düsteren Zukunftsszenario können nur noch wenige Menschen Schmerzen empfinden. Einige haben hingegen neue Organe mit bislang unbekannten Fähigkeiten entwickelt. So zum Beispiel Saul Tenser (Mortensen), der aus seinen Mutationen Kunst macht. In Performances operiert seine Partnerin Caprice (Seydoux) die mutierten Organe vor Publikum heraus.

Das weckt die Aufmerksamkeit der staatlichen Organ-Registrierungsbehörde. Dort arbeitet unter anderem Timlin (Stewart), die eine besondere Faszination für Tenser entwickelt. „Chirurgie ist der neue Sex“, flüstert sie ihm nach einer Performance zu.

Unterdessen verfolgt auch eine mysteriöse Untergrundorganisation die Aktionen von Tenser und Caprice. Langsam stellt sich heraus: Hinter den rätselhaften Mutationen steckt etwas viel Größeres.

Mutierte Organe und offene Wunden

„Crimes of the Future“ ist ein sinnlicher und morbider Film, der unheimliche Gerätschaften, Wunden und mutierte Organe in Szene setzt. Die Story und die Charaktere sind dabei sehr in den Hintergrund geraten. Dabei hätten Mortensen, Seydoux und Stewart sicher noch mehr zu bieten gehabt.

Stewart kann ihre Schauspielkunst noch am ehesten ausleben. Als Mitarbeiterin in der Registrierungsbehörde ist Timlin es eigentlich gewohnt, im Hintergrund zu agieren, nicht aufzufallen. Mit ihrer gehemmten Art (sie kann zum Beispiel niemandem so richtig in die Augen sehen) passt sie irgendwie gut in das triste Büro der Behörde, in der nur zwei Leute arbeiten.

Doch sie sieht in den mutierten Organen nicht nur eine bürokratische Pflicht, sondern spürt auch eine besondere Anziehung dazu. Deswegen changiert Timlin stets zwischen starker Gehemmtheit und herausbrechender kurzer Leidenschaft - was Stewart sehenswert auf die Leinwand bringt.

- Crimes of the Future, Kanada/Frankreich/Griechenland/Großbritannien 2022, 108 Minuten, FSK ab 16, von David Cronenberg, mit Léa Seydoux, Kristen Stewart, Viggo Mortensen, Scott Speedman u.a. dpa

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