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Mit Hunger und Haarteil: Nicolas Cage in „Family Man“ aus dem Jahr 2000.

Berlinale 2013

Hier essen die Stars der Berlinale

Von Borchardt bis The Grand: Wo sich die Hollywood-Prominenz während der Berlinale verköstigen lässt.

Von Andreas Kurtz

Der Hollywoodstar an sich versteckt sich gern? Wer während der Berlinale auf der Suche nach den Größen der Leinwand ist, der sollte sich von diesem Vorurteil schnell verabschieden. Im Gegenteil! Für Peter Schulze, den Eventmanager von 20th Century Fox Deutschland, ist und bleibt deshalb auch das Restaurant Borchardt in der Französischen Straße erste Wahl, wenn er mal wieder US-Stars und ihren Tross ausführen muss: „Viele der amerikanischen Gäste mögen Lokale mit Bewegung, in denen es nicht so ruhig ist.“

George Clooney huscht rein

Für Schulze ist außerdem wichtig, dass Küche und Service größeren Gruppen gewachsen sind: „Wir kommen mit 40 bis 50 Personen. Damit sind viele Restaurant völlig überfordert.“ Wenn von ihm Tage vor dem Termin verlangt wird, sich darauf festzulegen, wie viele seiner Gäste Fisch, Fleisch oder vegetarisch essen, weiß er, dass er dann doch besser wieder ins Borchardt geht: „Woher soll ich wissen, worauf die alle in drei Tagen Appetit haben?“ Nur wenige Restaurants genügen seinen Ansprüchen und denen seiner Gäste: „Auch im The Grand ist man sehr flexibel, so dass nicht einmal eine größere Menge À-la-carte-Bestellungen im Chaos endet.“ Das erst im Mai 2012 eröffnete Clubrestaurant in der Hirtenstraße gehört für ihn erstmals zu den Favoriten der Berlinale-Beköstigung.

Wenn dem Hollywoodstar dann doch mal der Sinn nach einer Portion Pasta und Rotwein in eher diskreter Umgebung steht, schlägt die Stunde von Lokalen wie dem Bocca di Bacco in der Friedrichstraße. Dort wurde Catherine Zeta-Jones schon gesichtet, die dieses Jahr zum Staraufgebot der Berlinale gehören soll. Auch George Clooney, der für einige Monate in Berlin lebt und gerade seinen nächsten Film hier vorbereitet, huschte erst Mitte Dezember ins Lokal von Alessandro Mannozzi. Bei dem Sohn von Massimo Mannozzi, Veranstalter der Italienischen Filmgala „Notte delle Stelle“ während der Berlinale, gehen Stars wie Demi Moore, Ralph Fiennes, Tom Hanks und Matt Damon schon seit Jahren ein und aus.

Mit Matt Damon darf man dort auch während der kommenden Filmfestspiele wieder rechnen. Ein von ihm hochgelobtes Lokal, die Lola-Lounge in der Rosa-Luxemburg-Straße in Mitte, würde er heute vergeblich dort suchen. Der Kellerclub lief nicht besonders gut. Längst ist ein Laden mit Klamotten aus zweiter Hand eingezogen. Auch Hollywoodstar Nicolas Cage, der während der Berlinale in der Stadt erwartet wird, ist ein Lokal abhanden gekommen, in dem er sich sehr wohlgefühlt hat. Das „Schwarzenraben“ musste ebenfalls einem Laden weichen, in dem jetzt mit Kleidung gehandelt wird. Ihn wird man diesmal sicher im Borchardt sehen.

Die Berlinale bietet auch kleinen Lokalen, die man bisher nicht auf dem Zettel hatte, ihre Chancen. Und weil Stars einer bestimmten Unterart des Herdentriebs zu folgen scheinen, könnte es durchaus sein, dass das vietnamesische Lokal Si An in der Rykestraße und das koreanische Kimchi Princess in der Skalitzer Straße demnächst überrannt werden. George Clooney hat nämlich gerade in beiden gespeist. Und der muss sich doch was dabei gedacht haben. Oder doch wenigstens die Typen, die ihm diese Restaurants empfahlen.

Gesichtskontrolle am Eingang

Hotel-Restaurants eignen sich während der Filmfestspiele nicht so gut für dezente Essen. Zu viel Journaille treibt sich dieser Tage in den Hotels herum. Ausnahmen: die Gourmetrestaurants Lorenz Adlon im Adlon und Hugos im Interconti. Bei beiden lässt sich der Zugang sehr gut kontrollieren. Richtig gut wird auch in diesem Jahr wieder das Pop-up-Restaurant Pret a Diner Backstage (diesmal in den ehemaligen Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße) laufen. Zum Warmkochen hatte der Küchenchef am Dienstagabend die Stars der Premierenfeier von Oskar Roehlers neuem Film „Quellen des Lebens“ eingeladen.

Eine Gesichtskontrolle am Eingang, die verhindert, dass wild gewordene Handyknipser stören, macht Clubs wie den China Club und das Soho House zu idealen Lokalitäten für unbeobachtetes Essen und entspannte Absacker danach. Im Soho, wo Clooney sich für die kommenden Monate eingemietet hat, kann es einem ganz gut passieren, dass der (wie erst am vorigen Sonnabend) den ganzen Abend an der Bar verbringt.

Richtig exklusiv speisen während der Filmfestspiele die Gäste von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick, der die Verfügungsgewalt über die täglich gerade mal 60 Plätze im Berlinale Dining Club besitzt. Ohne eine der goldig bedruckten Einladungen für den Kaisersaal im Sony-Center, die vorzugsweise an die Stars und Macher der Wettbewerbsfilme und an die Sponsoren gehen, muss man leider draußen bleiben.

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