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Fanny Krausz und Florian Teichtmeister als neues, noch etwas scheues Team.
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Fanny Krausz und Florian Teichtmeister als neues, noch etwas scheues Team.

Die Toten von Salzburg“, ZDF

Um ihn herum diese Verlegenheit

Im ZDF ermittelt ein österreichischer Polizist vom Rollstuhl aus – das gibt es nicht, ist aber trotzdem interessant.

Wenn Ermittler Palfinger Salzburgs steile Straßen herunterjazzt wie beim Seifenkistenrennen, wird zwar überdeutlich, dass das ZDF zum Träumen einlädt. Aber es gibt auch Szenen, die mit dem Leben von Rollstuhlfahrern und Nichtrollstuhlfahrern mehr zu tun haben dürften. Palfinger wird gleich mal für einen Bettler gehalten, wenn er an den Tisch des Hofrats heranrollt. Als der Kellner kurz vorher zum wartenden Hofrat sagt: „Meinen’S vielleicht den?“, sagt der Hofrat: „Net lustig sein.“ Natürlich verstellt des Hofrats Auto den Behindertenparkplatz, wird stattdessen Palfingers Wagen abgeschleppt, traut sich keiner den Hofratschen Wagen ebenfalls mitzunehmen. Interessant, dass einem das nicht übertrieben vorkommt, selbst Letzteres nicht. Der Österreicher ist hart drauf, wenn es um die Einhaltung der Hierarchie geht.

„So einer“ im Außendienst?

Generell kommt ein Rollstuhlfahrer als Arbeitnehmer offenbar nicht in Frage. Erst recht kann sich keiner vorstellen, dass so einer Polizist ist – das „so einer“ schwebt im Raum, auch wenn Palfinger es meist übernimmt, das auszusprechen. Wie man sich denken kann, ist Palfinger wehrhaft. Allerdings haben die anderen Recht: Weder in Österreich noch in Deutschland gibt es rollstuhlfahrende Polizisten im Außendienst. Der neue ZDF-Krimi „Die Toten von Salzburg“ – Fortsetzung vorgesehen und sinnvoll – erzählt eine Geschichte, die es im wirklichen Leben nicht geben könnte. Die Autoren Klaus Ortner und Erhard Riedlsperger, der auch Regie führte, haben sich dafür einen Trick zurechtgelegt. Palfinger, der beim Gleitschirmfliegen abgestürzt ist, wäre bei der Grazer Polizei pensioniert worden und hat sich darum, mit Passfoto, in Salzburg beworben. Der Hofrat fühlt sich reingelegt, das stimmt gewissermaßen ja auch. Palfinger schaut freundlich neutral und weist auf die Regularien für interne Bewerbungen hin.

Es herrscht eine ungemeine Verlegenheit um ihn herum, die gerade deshalb bleischwer wirkt, weil Florian Teichtmeister sie so konsequent weglächelt. Der Schauspieler berichtet, dass er vorab zwei Wochen im Rollstuhl in Wien herumgefahren ist. Das ist freilich – Teichtmeister leugnet es nicht – eher die Ebene, auf der Palfingers deutscher Kollege Mur erzählt, wie er nach einer Fußverletzung ein paar Tage herumgeschoben werden musste. Michael Fitz (aka Carlo Menzinger) spielt den Mur als Grobian mit sentimentalischem Einschlag. Zwischen den Deutschen und den Österreichern ist der Ton gereizt.

„Die Toten von Salzburg“ will zum Auftakt arg viel klarstellen, auch ein paar Ausblicke zeigen – wenn die Zeit knapp ist, wird die Mühsal des Aufstiegs übersprungen –, das Personal präsentieren: Verheißungsvoll Erwin Steinhauers pomadiger Hofrat, vielleicht ein Pendant zum Chef von Senta Berger in „Unter Verdacht“. Und Fanny Krausz’ nette Irene Russmeyer, bei der man sich bloß fragt, wie eine Polizistin Zeit hat, bei den Salzburger Festspielen als Statistin aufzutreten. Die Szene, in der sie rührend versucht, die typisch halbmoderne „Entführung aus dem Serail“-Inszenierung zu erklären, ist die Sache aber wert. Österreichische Krimimacher haben ein anderes Verhältnis zur Oper als deutsche.

Der Fall selbst ist das Alibi für Palfingers Auftritt. Er handelt gleichwohl von der Schlechtigkeit der Menschen, wie es in österreichischen Krimis häufig besonders bitter aufgefächert wird.

„Die Toten von Salzburg“, ZDF, Mo., 20.15 Uhr.

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