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Frank Plasberg lud in „hart aber fair“ (ARD) zur Debatte über die Kanzlerkandidatur der Union.
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Frank Plasberg lud in „hart aber fair“ (ARD) zur Debatte über die Kanzlerkandidatur der Union.

TV-Kritik

„Hart aber fair“: Machtkampf bei CDU und CSU – Armin Laschet in der Favoritenrolle

  • Teresa Vena
    vonTeresa Vena
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Armin Laschet oder Markus Söder – die Union streitet über die Kanzlerkandidatur. Frank Plasberg lädt in „hart aber fair“ zum Meinungsaustausch.

Berlin - Angesicht der offensiven Bekundungen des CSU-Vorsitzenden Markus Söder in Bezug auf seine gewünschte Kanzleramtskandidatur, die zwischen Sonntag und Montag über verschiedene Kanäle verbreitet wurden, sah sich Moderator Frank Plasberg dazu veranlasst, seine aktuelle Sendung „hart aber fair“ (ARD) vom 12. April 2021 auf den Machtkampf, wie er es selbst nannte, in der Union auszurichten.

Zum Meinungsaustausch bot Plasberg eine Gruppe von Politikern und Journalisten auf, die, wie sich herausstellen sollte, vor allem die Furcht teilten, die aktuelle Uneinigkeit zwischen den beiden Faktionen könne die Union nachhaltig schädigen und die politische Handlungsfähigkeit Deutschlands gefährden.

CDU-Vorstand bei Frank Plasberg: Laschet „ehrlich“ und „echt“, Söder mit Kampfansage

Zu Gast bei „hart aber fair“ (ARD) waren Herbert Reul, Innenminister des Landes NRW und Mitglied des CDU-Bundesvorstands, der Armin Laschet als „ehrlich“ und „echt“ bezeichnete und damit als seinen Wunschkandidaten bestätigte, sowie Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD, Alexander Graf Lambsdorff, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP, Albrecht von Lucke, Publizist und Politikwissenschaftler, und Kristina Dunz, Journalistin.

Die Gäste bei „hart aber fair“
Markus Blume (zugeschaltet)Generalsekretär der CSU
Herbert ReulInnenministevon Nordrhein-Westfalen
Lars KlingbeilGeneralsekretär der SPD
Alexander Graf Lambsdorff stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP
Albrecht von LuckePublizist und Politikwissenschaftler
Kristina DunzJournalistin

Nachdem sich die Anwesenden weitgehend darüber einig waren, dass Markus Söder mit seinem Verhalten der CDU eine klare Kampfansage gemacht habe, wie es Dunz ausdrückte, und dies für die Union sehr gefährlich werden, da es eine Zerstörung der Unionsspitze zur Folge haben könne, wie es von Lucke sagte, schaltete Frank Plasberg Markus Blume, den Generalsekretär der CSU, aus München zu.

„Hart aber fair“: Frank Plasberg will klare Stellungnahme von CDU-Generalsekretär

Vergeblich versuchte Plasberg bei „hart aber fair“ (ARD), Blume zu einer klaren Stellungnahme zur zu erwartenden Entscheidungsfindung in der Frage Laschet und Söder zu bringen. Blume erbat sich Zeit für die Union, die nun mit einem „Luxusproblem“ konfrontiert sei, aus zwei sehr guten Kandidaten einen auswählen zu müssen.

Den Vorwurf von Plasberg, dass die aktuelle Situation, in der nun zwei unterschiedliche Kandidaten zur Verfügung stehen, als Führungsversagen der Partei angesehen werden müsse, wie es auch von Lucke und Graf Lambsdorff formulierten, wies Blume entschieden zurück. Die Union habe sich schon immer als Einheit verstanden, in der beide Parteien mitwirken dürften und gemeinsam entschieden.

Blume räumte sich eine Woche ein, um diese Entscheidung zu treffen. Die Befürchtung der Anwesenden, dass die Partei gerade in der aktuellen kritischen Corona-Situation unvernünftigerweise ihre Zeit mit Personalfragen verschwenden würde, während andere Fragen dringlicher seien, versuchte Blume zu zerstreuen. Die Verabschiedung des Infektionsschutzgesetzes habe selbstverständlich Priorität, bekräftigte er. Lars Klingbeil von der SPD gab zu bedenken, dass der Streit innerhalb der Partei die Glaubwürdigkeit dieser untergrabe, und er bezweifelte, dass die Union überhaupt noch Führungsverantwortung tragen könne.

„hart aber fair“ (ARD) mit Frank Plasberg: Was Menschen vom Bundeskanzler erwarten

Herbert Reul stimmte bei „hart aber fair“ (ARD) insofern in die geäußerten Bedenken ein, als er darauf hinwies, dass die Wahl auf einen Kandidaten fallen müsse, dem man die Verwaltung der Zeit nach Corona zutraue. „Wer gibt die Antworten für die Zeit danach? Und wer deckt die Bevölkerung besser ab?“, warf er als Fragen ein und antwortete aus seiner Sicht eindeutig mit dem Namen Armin Laschet.

Dass im September der Bevölkerung eine Figur präsentiert werden müsse, die das Vertrauen der Menschen habe, Deutschland in die Zukunft zu führen, sagte auch Blume. Deswegen sei es, seiner Meinung nach, notwendig, ein möglichst breites Meinungsbild bei beiden Parteien zu ermitteln. Damit deckte er sich mit den Aussagen von Söder, der zwar in einem ersten Schritt behauptete, er werde sich der Entscheidung der Parteigremien unterwerfen, aber in einem zweiten Anlauf doch die Parteibasis befragen wollte.

Umfrage im TV-Publikum der ARD: Menschen in Deutschland wünschen sich Sachpolitik statt Egopolitik

Blumes Verhalten, das sich als Rückendeckung Söders verstehen ließ, unterstützte die gemeinsam geäußerte Sorge von Graf Lamdsdorff, Klingbeil, Dunz und von Lucke, dass der Union eine Spaltung drohe, die im Endeffekt zum Verlust der Wahl führen werde. Aus Unionslogik heraus hätte es nur einen Kandidaten geben dürfen. Indem die Partei Uneinigkeit zeige, stoße sie die Wählerschaft vor den Kopf, meinte Dunz.

Die eingespielten Stimmen aus der Zuseherschaft von „hart aber fair“ (ARD) gaben ihr Recht. Die Bevölkerung wünsche sich eine Fokussierung auf die Corona-Krise und weniger Ego-, sondern Sachpolitik, wie es eine Publikumsmeinung ausdrückte. Die Journalistin Kristina Dunz war sich ohnehin sicher, dass die Corona-Politik der Union als großes Versagen angesehen werden müsse und dies bereits beiden Parteien, der CDU und CSU, sehr geschadet habe.

ARD-Sendung: Laschet gilt bei Frank Plasberg als Favorit

Inwiefern sich Söder als führender Kandidat schließlich gegenüber Laschet durchsetzen könne, wollte Plasberg von seinen Gästen in seiner Schlussfrage bei „hart aber fair“ (ARD) noch wissen. Um dies zu erreichen, meinte von Lucke, müsse er aktiv die Basis der Partei für sich mobilisieren. Das würde bedeuten, dass er zu populistischer Agitation greifen und eine regelrechte „Revolution“ auslösen müsste, um seine Position zu stärken, sagte Graf Lamsdorff. Damit würde er aber die Gremien überrumpeln und sich parteifeindlich verhalten. Zur Folge habe das eine Verkantung der Positionen, die jegliche Handlungsfähigkeit für das Treffen wichtiger Entscheidungen lähme, bemerkte Lars Klingbeil von der SPD dazu.

Zur Sendung

„hart aber fair“ (ARD): Showdown der Kandidaten – verstolpert die Union das Kanzleramt? Die Sendung in der Mediathek.

Die Diskussion endete mit der Befragung der Anwesenden über ihre Präferenzen und sah Armin Laschets mehrstimmig als bevorzugten nächsten Bundeskanzler oder zumindest Bundeskanzlerkandidaten, wobei sich Klingbeil für den eigenen Kandidaten Olaf Scholz aussprach und Dunz pessimistisch befürchtete, bis Ende 2021 müsse noch Frau Merkel die Stellung halten, weil bis dahin keine Koalition zustande gekommen sein werde. (Teresa Vena)

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