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„Zu wenig, zu langsam, zu kompliziert: Scheitert Deutschland am Impfen?“ bei „Hart aber Fair“ in der ARD
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„Zu wenig, zu langsam, zu kompliziert: Scheitert Deutschland am Impfen?“ bei „Hart aber Fair“ in der ARD

TV-Kritik „Hart aber fair“

„Hart aber fair“ (ARD) zum Impfstoffmangel: Runde ist nicht in der Lage, Antworten zu geben

  • vonMichael Meyns
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Bei „Hart aber Fair“ geht es um Impfstoffmangel in der EU: „Zu wenig, zu langsam, zu kompliziert: Scheitert Deutschland am Impfen?“ Antworten bleiben aus.

  • Frank Plasberg diskutiert mit seinen Gästen bei „Hart aber fair“ (ARD) über die die Impfpolitik der EU.
  • Dass ein Mangel an Impfstoff gegen das Coronavirus bestehe, ist schnell Konsens in der Runde.
  • Die Diskussion bei „Hart aber fair“ ist zäh und stellt eine Frage, die gar nicht beantwortet werden kann.

Berlin - Am Tag des Impfgipfels im Kanzleramt diskutierte auch Frank Plasberg mit seinen Gästen zum Thema. „Zu wenig, zu langsam, zu kompliziert: Scheitert Deutschland am Impfen?“ war die Fragestellung, zu der Dr. Eckart von Hirschhausen eine ambivalente Antwort hatte. Der Mediziner, Autor und Moderator, war von der ARD an diesem Abend wohl im Sparpaket eingekauft worden, in einer kurzen Dokumentation vor „Hart aber fair“ hatte der Mediziner sich als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt und somit schon Ende letzten Jahres den Impfstoff erhalten.

Geschadet hat es ihm augenscheinlich nicht, er betonte bei „Hart aber fair“, dass der Impfstart zwar ohne Frage schleppend verläuft, man aber doch das Positive im Auge behalten soll: So schnell einen Impfstoff zur Verfügung zu haben ist eine beeindruckende Leistung. Abgesehen davon befindet sich Deutschland in einer weltweiten Pandemie und diese wird erst vorbei sein, wenn weite Teile der Weltbevölkerung geimpft sind.

„Hart aber fair“ (ARD): Corona-Impfstoffverteilung muss besser laufen

Auch Franz Müntefering, ehemaliger Vorsitzender der SPD und inzwischen Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, wies bei Frank Plasberg darauf hin, dass im letzten März noch Ende 2021 als frühester Zeitpunkt genannt wurde, zu dem ein Impfstoff zur Verfügung stehen würde. Das geschah ein Jahr früher, zumindest die Pharmaindustrie hat also ihre Aufgabe erfüllt. Nun liegt es an der Politik, an der Verwaltung, die Impfstoffe zu verteilen.

NameHart aber fair
Erstausstrahlung31. Januar 2001
SendeplatzMontag, 21.00 Uhr, Das Erste (ARD)
ProduktionWDR Köln
Länge75 Minuten
ModerationFrank Plasberg
Auszeichnungenu.a. Deutscher Fernsehpreis für die beste Information, Bambi in der Kategorie Moderation

Dass das schneller und besser gehen muss, betonte allerdings auch der 81-jährige Müntefering. Ihm selbst habe bei der Terminvergabe am Computer seine Frau geholfen, nach zehn Minuten hatte er zwei Termine für seine Impfungen. Dass dieser Prozess so schnell ging, scheint allerdings eher die Ausnahme als die Regel zu sein.

„Hart aber Fair“ (ARD): Die Runde ist nicht in der Lage, Antworten zu geben

Besonders in Nordrhein-Westfalen hakt es, was der dortige Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales, Karl-Josef Laumann, in der ARD auch damit erklärt, dass in NRW Rücklagen an Impfstoff gebildet wurden, damit auch für die zweite Impfung durchgeführt werden kann.

Annette Dowideit, Ressortleitung Investigativteam „Welt am Sonntag“ sagte bei „Hart aber fair“, dass etliche Aspekte zusammenkamen, um den Impfstart zu verschlafen: Der Versuch, die europäische Einheit zu betonen ist dabei der entscheidende. Auf Einzelgänge haben gerade die großen, finanzkräftigen Länder wie Deutschland verzichtet, haben dem Druck anderer Länder nachgegeben, mit Folgen, die die Bevölkerung noch eine ganze Weile zu tragen haben wird.

Auch Dr. Lisa Federle, Notärztin und Pandemiebeauftragte aus Tübingen, kritisierte bei „Hart aber fair“ die Europäische Union und forderte eine Doppelstrategie: Impfen, aber auch Schnelltests für alle. Dass der Mangel an Impfstoff das große Problem ist entwickelte sich schnell zur einhelligen Meinung der Runde, Antworten oder gar Erklärungen konnte aus der Runde allerdings niemand geben.

Zur Sendung

„Hart aber fair“ (ARD) mit Frank Plasberg: Die Sendung im Netz.

Prognose bei „Hart aber Fair“ (ARD): Ende des zweiten Quartals gut mit Impfstoff versorgt

Teilnehmer am sogenannten Impfgipfel war der aus Berlin ins ARD-Studio von Frank Plasberg zugeschaltete Han Steutel, Präsident des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen, der versuchte die Kritik an der Pharma-Industrie abzumildern. Es ginge nicht ums Geschäftemachen, betonte der Niederländer, die Verzögerung bei der Produktion habe vor allem praktische Gründe.

Die neuen Typen an Impfstoffen, wie sie etwa Biontech produziert, sind kompliziert in der Herstellung, bislang sind nur wenige Firmen in der Lage, diese Impfstoffe zu produzieren, die Umrüstung von Produktionsanlagen ist kompliziert und dauert seine Zeit. Eine Prognose wagte Steutel dann doch: Am Ende des zweiten Quartals sollte die Produktion so weit beschleunigt sein, dass zumindest die europäischen Länder gut versorgt seien. Eine hoffnungsvolle Aussage am Ende einer zähen Sendung, in der eine nicht zu beantwortende Ausgangsfrage, am Ende erwartungsgemäß nicht beantwortet wurde. (Michael Meyns)

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