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„Lockdown und kein Ende: Wie geht es Ihnen in der Krise?“ bei „Hart aber Fair“ in der ARD
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„Lockdown und kein Ende: Wie geht es Ihnen in der Krise?“ bei „Hart aber Fair“ in der ARD

TV-Kritik

„Hart aber fair“ (ARD) zu Corona: Moderator Plasberg fragt plump nach – und ignoriert den wichtigsten Punkt

  • Bettina Schuler
    vonBettina Schuler
    schließen

„Lockdown und kein Ende: Wie geht es Ihnen in der Krise?“: Bei „Hart aber fair“ in der ARD geht es mal wieder um die Corona-Pandemie und ihre Folgen.

  • Frank Plasberg diskutiert mit seinen Gästen bei „Hart aber fair“ (ARD) über die Folgen des Lockdowns.
  • Wie hält man das aus? Was macht die Krise mit uns? Sind wir so bald am Ende oder am Ende sogar stärker?
  • Leider beschäftigt man sich auch mit Nebensächlichkeiten wie den Frisuren von Fußballprofis.

Natürlich ist es auch bei dieser Ausgabe von „Hart aber fair“ (ARD) wie bei so vielen anderen Talk-Shows zum Thema Corona-Pandemie. Es werden die immer gleichen Fragen gestellt: Warum hat die Politik im Sommer nicht besser für die kalte Jahreszeit geplant? Dürfen geimpfte und bereits erkrankte Menschen früher wieder in das öffentliche Leben einsteigen? Und welche psychischen Auswirkungen hat der Lockdown auf die Menschen? Doch die wichtigste Frage wird nicht gestellt: Wie können wir die ökologische Katastrophe, aufgrund der die Corona-Pandemie überhaupt erst entstanden ist, aufhalten und so eine weitere Pandemie verhindern?

„Hart aber fair“ (ARD) mit Frank Plasberg: Hubertus Heil schläft nicht gut

Stattdessen wird sich wie in allen anderen Medien an der aktuellen Situation abgearbeitet. So beschwert sich die Berliner Friseurmeisterin Kirstin Vietze völlig zu Recht, dass sie von der Politik mit ihrer wirtschaftlichen Situation alleingelassen wird. Dass es der Friseurmeisterin damit nicht gut geht und sie nicht gut schlafen kann, hätte man sich allerdings auch ohne Nachfrage des Moderators Frank Plasberg denken können. Angesichts der existenziellen Situation des Friseurmeisterin wirkt sie plump, ja geschmacklos.

Wie wir erfahren, kann auch Hubertus Heil, der Bundesminister für Arbeit und Soziales, nicht gut schlafen. Warum in jedem Bundesland etwas anderes gilt und Friseure geschlossen sind, obwohl die Hygienestandards dort sehr hoch waren, kann er trotz seiner schlaflosen Nächte nicht erklären. Den Vorschlag des Kölner Gastronomen Daniel Rabe im Sinne der Initiative #ZeroCovid alles dichtzumachen, hält Hubertus Heil für nicht umsetzbar. Obwohl er es „in der Theorie“ für eine gute Idee hält. Die Notfallmedizinerin Dr. Carola Holzner stimmt ihm dabei zu. Denn ohne Notfallbetreuung, so Holzern, die in den sozialen Medien als Doc Caro über den Coronavirus aufklärt, würde viele ihrer Kolleg:innen nicht mehr arbeiten können.

Die Sendung - Alle Infos über die ARD-Show „Hart aber fair“

NameHart aber fair
Erstausstrahlung31. Januar 2001
SendeplatzMontag, 21.00 Uhr, Das Erste (ARD)
ProduktionWDR Köln
Länge75 Minuten
ModerationFrank Plasberg
Auszeichnungenu.a. Deutscher Fernsehpreis für die beste Information, Bambi in der Kategorie Moderation

„Hart aber fair“ (ARD): In der Corona-Krise hilft der Hang zur Skandalisierung nicht

Auch die Gesundheitspsychologin Prof. Monika Sieverding hält die Hoffnung, dass durch einen kompletten Lockdown die Zahlen auf null gehen, für illusorisch. Das sei so, als würde man glauben, dass durch das lebenslange Wegsperren eines Gewaltverbrechers die Kriminalität auf null sinken würde. Sie sagt aber auch, dass es nicht besonders hilfreich ist, dass die Medien sich immer nur auf die wenigen konzentrieren, die gegen die Corona-Auflagen verstoßen. Ein eindeutiger Hinweis an Frank Plasberg, der an diesem Abend noch häufiger von seinen Gästen darauf hingewiesen wird, dass der Umgang der Medien mit der Corona-Krise und deren Hang zur Skandalisierung niemanden weiterhilft.

Sehr deutlich wird in diesem Punkt der Autor Jan Weiler. Nachdem Plasberg sich bei Carola Holzner eindringlich danach erkundigt, wie sie mit Hasskommentaren umgeht, weist der daraufhin hin, dass solche Menschen „in einem vernünftigen, zivilisierten Diskurs über dieses Thema überhaupt nichts verloren haben“.

Zur Sendung

„Hart aber fair“ (ARD) mit Frank Plasberg: Die Sendung im Netz

„Hart aber fair“ (ARD): Auch die Frisuren der Bundesliga-Profis sind Thema

Am Ende geht es in „Hart aber fair“ (ARD) - natürlich - um die Bundesliga. Doch nicht etwa darum, dass es nicht verständlich ist, dass die Profis vor leeren Stadien spielen dürfen, während die Kinder ihren Ball gegen die heimische Wand kicken müssen. Nein, es wird ernsthaft die Frage gestellt, ob deren top gestylten Frisuren bei anderen Menschen keinen Neid schüren und Friseure dadurch zur Schwarzarbeit eingeladen werden

Wer solche eine Frage mitten in einer Pandemie stellt, die Menschen um ihre Existenz bringt, die soziale Ungleichheit auf allen Ebenen verstärkt und die für uns alle lebensbedrohlich ist, der hat gar nichts begriffen. Vor allem nicht, dass, wenn die Politik das Aufhalten der ökologischen Katastrophe nicht zur Chefsache erklärt, die Corona-Pandemie erst der Anfang einer düsteren Zukunft ist. (Bettina Schuler)

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