Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hart aber fair am Diskutieren: Carsten Watzl, Anke Richter-Scheer, Stephan Grünewald, Dilek Kalayci, Johannes Vogel und Frank Plasberg (Von links)
+
Hart aber fair am Diskutieren: Carsten Watzl, Anke Richter-Scheer, Stephan Grünewald, Dilek Kalayci, Johannes Vogel und Frank Plasberg (Von links)

Frank Plasberg, ARD

„Hart aber fair“: Wie umgehen mit Impfskeptikern? Blick nach Israel macht neidisch

  • vonMichael Meyns
    schließen

Wie kommt Deutschland aus dem Corona-Tunnel? Darüber diskutieren die Gäste bei Frank Plasbergs „Hart aber fair“ am Montag. Fest steht: Ohne Impfen geht es nicht.

Berlin – Am Tag des Impfgipfels diskutierten Frank Plasberg und seine Gäste in seiner Talkshow „Hart aber fair“ in der ARD über das Licht am Ende des Corona-Tunnels. Offenbar werde dieses heller, wie der Titel der Sendung vermuten ließe: „Lichtblick impfen: Was man jetzt wissen muss!“ In Zeiten der latenten Hysterie, wo selbst ein Haufen verunglückter Protest-Clips von Schauspielern geradezu hysterische Debatten auslösen könne, ein erfreulich pragmatischer Ansatz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte es am Nachmittag angekündigt: Spätestens Anfang Juni soll die Priorisierung beim Impfen gegen das Coronavirus aufgehoben werden. Anke Richter-Scheer, Hausärztin und Leiterin des Impfzentrums Minden-Lübbecke, plädierte für eine sofortige Aufhebung. Dies sei allein deswegen sinnvoll, damit die Hausärzte nicht am Ende des Tages vor dem Problem stünden, nicht genügend Bürger in der Praxis zu haben, um den Impfstoff loszuwerden.

„Hart aber fair“ (ARD): Corona-Impfzentrum-Leiterin fordert, die Impfpriorisierung aufzugeben

Dilek Kalayci, SPD-Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung im Berliner Senat, betonte, dass in Berlin zumindest für den Astrazeneca-Impfstoff, diese Entscheidung schon gefällt wurde. Und auch wenn bei manchen Bevölkerungsgruppen die Sorge um Nebenwirkungen noch stark ist: Die Nachfrage nach dem ungeliebten Stoff ist enorm.

Eine etwas andere Position vertrat Carsten Watzl, Immunologe am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung in Dortmund. Der wies darauf hin, dass die Priorisierung in erster Linie darauf abzielte, die besonders gefährdeten Gruppen zu schützen. Und die am stärksten gefährdete Gruppe sind immer noch ältere Menschen.

Impfen gegen Corona: FDP-Politiker kritisiert bei „Hart aber fair“ (ARD) die Geschwindigkeit

So oder so hängt die Impfgeschwindigkeit schlussendlich an der Verfügbarkeit der Impfstoffe. Ein Aspekt den Johannes Vogel, Bundestagsabgeordneter und FDP-Generalsekretär in NRW immer wieder betonen wollte, als Oppositionspolitiker hat man es schließlich leicht, tatsächliches oder vermeintliches Versagen der Regierungsparteien anzuprangern. Auch das in manchen Bundesländern bzw. Regionen nicht auch am Wochenende geimpft wurde, beklagte Vogel. Dass auch Ärzte und Pfleger gelegentlich eine Pause brauchen, wollte der FDP-Mensch wohl nicht berücksichtigen.

Gast bei Hart aber fairFunktion
Anke Richter-ScheerLeiterin Impfzentrum Minden-Lübbecke
Dilek KalayciGesundheitssenatorin (SPD) in Berlin
Carsten WatzlImmunologe
Johannes VogelBundestagsabgeordneter (FDP)
Susanne GlassLeiterin ARD-Studio Tel Aviv
Stephan GrünewaldPsychologe

Eine Frage dürfte sich ebenfalls sehr bald stellen: Was passiert, wenn sich die Bevölkerung langsam der Herdenimmunität nähert, sich aber immer noch 20-25% der Menschen weigern, sich impfen zu lassen? Wird sozialer Druck ausreichen, um Impfskeptiker zu überzeugen, fragte Stephan Grünewald, Psychologe und Gründer des Rheingold-Institutes. Auf den Gemeinschaftssinn hofft dabei Dilek Kalayci, und auf das Wissen darum, dass man mit einer Impfung nicht nur sich selbst schützt, sondern auch seine Mitmenschen.

ARD-Studioleiterin bei „Hart aber fair“: Blick nach Israel macht neidisch

Ein Blick nach Israel zeigt, dass dort bei gut 60% geimpfter Bevölkerung die Lage schon wieder deutlich entspannt ist, man trinkt und feiert wie vor Corona, wie Susanne Glass, Leiterin des ARD-Studios in Tel Aviv, berichten konnte. Als Kriegsreporterin sei sie hart gesotten, aber die Freude, wieder mit Freunden Essen zu gehen, in Bars ein Bier trinken zu können, beflügele ihre Sinne über alle Maßen. Noch fühlten sich diese einstmals normalen Tätigkeiten noch nicht wieder ganz selbstverständlich, aber der Blick an die Levante macht dennoch neidisch.

Doch auch wenn es mehr oder weniger bald mit den extremeren Formen der Pandemie vorbei sein wird, Carsten Watzl wies ebenso realistisch, wie pragmatisch darauf hin: Corona wird für immer bleiben, daher gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man impft sich, oder man bekommt es irgendwann. Insofern sollte jeder Bürger bei erster Gelegenheit die Möglichkeit zur Impfung wahrnehmen und Freunde und Bekannte, die der Impfung skeptisch gegenüberstehen, dringend ins Gewissen reden. (Michael Meyns)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare