Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Frank Plasberg und seine Gäste.
+
Frank Plasberg und seine Gäste.

TV-Kritik

Hart aber fair (ARD): Kaum noch Zweifel an Ampelkoalition bei Plasberg

  • Rolf-Ruediger Hamacher
    VonRolf-Ruediger Hamacher
    schließen

Frank Plasberg diskutiert in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ zum Thema: „Die Zukunft sondieren: Gelingt den Parteien ein Aufbruch?“

Berlin/Frankfurt - Man hätte fast drauf wetten können, dass nach der Bundestagswahl 2021 die Sondierungsgespräche von Grünen, FDP, SPD und CDU/CSU für die Zusammensetzung des neuen Bundestages Thema des ARD-Talks „Hart aber fair“ sein würde. Nicht zu erwarten war, dass es - im Großen und Ganzen - so harmonisch ablief. Vielleicht auch, weil Frank Plasberg diesmal pflegeleichte Gäste eingeladen hatte, die mehr an einer Diskussion als an Selbstprofilierung interessiert waren.

Und so fehlte diesmal jene Dynamik in der ARD-Talkrunde, wenn unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen. Dafür gab es - praktisch zum Mitschreiben - noch einmal einen Überblick über die aktuelle Lage, auch wenn man dabei kaum Neues erfuhr.

„Hart aber fair“ (ARD): Die Gäste bei Frank Plasberg im Studio

Robin Alexander Stellv. Chefredakteur von Welt und Welt am Sonntag
Gerhart Baum FDP, Rechtsanwalt, ehem. Bundesinnenminister (1978-1982)
Felix Banaszak B’90/Grüne Landesvorsitzender Grüne NRW und Bundestagsabgeordneter
Sarna Röser Unternehmerin, Bundesvorsitzende des Verbands „DIE JUNGEN UNTERNEHMER“
Ulrike Herrmann Wirtschaftsredakteurin der Berliner Tageszeitung taz

Nach einer kleinen Stichelei von Robin Alexander („Armin Laschet betreibt nur noch politische Insolvenzverschleppung“) und Ulrike Herrmanns Einschätzung, dass die Gespräche zwischen CDU und FDP nur eine große Show seien, um die SPD zu erpressen, ging Felix Banaszak, gleich auf Schmusekurs mit der FDP: „Man muss gemeinsame Ideen auf Augenhöhe entwickeln“. Da ließ sich deren Urgestein Gerhart Baum - der schon im Bundestag saß, als Banaszak noch nicht geboren war - nicht lumpen und betonte die besondere Verantwortung der beiden Parteien: „Schließlich haben viele junge Leute und Erstwähler FDP und Grüne gewählt.“

Nur Sama Röser, die den ganzen Abend über blass in ihren Argumentationen blieb, spulte das übliche Klischee ab: „Die Regierung muss für die junge Generation endlich Klimaschutz und Digitalisierung angehen - und dass mit der Wirtschaft und nicht gegen sie.“ Das konnte man auch als eine Liebeserklärung der parteilosen Unternehmerin an die FDP verstehen.

Beim ARD-Talk „Hart aber fair“ herrscht ungewohnte Einigkeit

Einig wie selten waren sich auch Herrmann und Alexander in ihrer Einschätzung, dass die Grünen lange ein Bündnis mit der Union favorisiert haben, dass vor allem Robert Habeck vorangetrieben hatte. Das habe aber letztlich die Union hintertrieben: „Wir sitzen nur hier, weil Schäuble den falschen Kanzlerkandidaten durchgeboxt hat.“ Da sprang selbst Gerhart Baum Armin Laschet zur Seite: „Das geht gegen jeden politischen Anstand, wie die Union mit Armin Laschet umgeht.“

Und selbst bei den roten Linien, die die möglichen Koalitionspartner vor der Wahl gezogen haben, sah die Runde Möglichkeiten für Kompromisse. Banaszak brachte es noch einmal auf den Punkt: „Klimaschutz bedingt die Freiheit von Morgen“ - und mit einem kleinen Seitenhieb auf die FDP: „Nicht freie Fahrt für freie Bürger.“

Obwohl gerade das Thema Tempolimit - wie ein Einspieler zeigte - wohl viele junge Leute und Erstwähler in die Arme der FDP getrieben hatte. „Aber auch die Angst, die Grünen würden die restriktive Corona-Politik auch auf den Klimaschutz anwenden, habe der FDP viele Wähler beschert, mutmaßt Robin Alexander.

Alle wichtigen Nachrichten zur Bundestagswahl direkt in Ihr Mail-Postfach

Mit dem FR-Newsletter zur Bundestagswahl sind Sie immer top informiert

Der Zündstoff beim ARD-Talk „Hart aber fair“ fehlt

Die Runde zweifelt nicht daran, dass letztlich die Ampel-Koalition zustande kommt, sieht die großen Knackpunkte aber in der von SPD und Grünen versprochenen Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro. Da erinnert Gerhart Baum gleich an die Tarif-Autonomie von Gewerkschaften und Unternehmern. Und auch von Steuererhöhungen will er nichts wissen, bleibt aber die Antwort auf Ulrike Herrmanns Frage nach der Gegenfinanzierung von Lindners 90 Milliarden-Steuerentlastungen für die Reichen schuldig.

Da blitzt noch einmal ein Thema auf, dass in einer anders besetzten Runde sicherlich für Zündstoff gesorgt hätte. So bleibt es eins unter vielen angerissenen, die man gerne vertieft hätte. Aber da man diesmal, wegen fehlender „Durchstechereien“ der Verhandlungsparteien auf Vermutungen angewiesen ist, wird es wohl noch ein paar eher zahme Talkshows geben, ehe es wieder richtig fetzt. (Rolf-Ruediger Hamacher)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare