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„Hart aber fair“ mit Moderator Frank Plasberg.
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„Hart aber fair“ mit Moderator Frank Plasberg.

Talkrunde

„Hart aber fair“ (ARD): Verfassungsrichter fordert Freiheit vom Corona-Lockdown für Geimpfte

  • vonMichael Meyns
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„Länger, härter, einfallsloser: Wie sinnvoll ist der Dauerlockdown?“ Das Thema bei Frank Plasbergs Talkrunde am Montagabend - eine Frage, die kontrovers diskutiert wird.

  • Kaum Kontakte, beschränkte Bewegungsfreiheit: Ist der Lockdown wirklich wirksam?
  • Gibt es klügere Mittel, um das Coronavirus einzudämmen, das Sterben in den Krankenhäusern zu beenden?
  • Mit Frank Plasberg diskutieren bei „Hart aber fair“ (ARD) u. a. Malu Dreyer und Prof. Alexander Kekulé.

Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, versuchte die Position von Regierung und Ministerpräsidentenkonferenz zu rechtfertigen. Der Versuch, per drastischem Lockdown, die Inzidenzzahlen zu senken, sei nur Mittel zum Zweck. Es gehe nicht nur um den Inzidenzwert an sich, sondern vor allem um die Auslastung der Krankenhäuser und nicht zuletzt um die Frage innerhalb welcher Altersgruppen die Fallzahlen steigen oder fallen.

„Hart aber fair“ (ARD): Wie sinnvoll ist der Dauerlockdown?

Wissenschaftsjournalist Prof. Alexander Kekulé hält ein ständiges Anziehen und Lockern des Corona-Lockdowns für nicht hilfreich. Hauptziel sei es, dass möglichst wenige Menschen an Covid sterben, doch ob die Inzidenz unbedingt unter 50 liegen muss?

Eine Betonplatte nannte Kekulé den aktuellen Lockdown bei „Hart aber fair“ (ARD) und schlug vor, punktuellere Maßnahmen zu ergreifen. Nicht allgemein Kontakte zu reduzieren muss das Ziel sein, sondern gefährliche Kontakte. Doch welche sind dies? Bislang ist es der Wissenschaft, auch dem Robert-Koch-Institut nicht gelungen, klar zu sagen, welche Begegnungen wirklich gefährlich sind. Eine Begründungskultur für die Maßnahmen fehlt komplett meinte Kekulé, was auch zu einer nachlassenden Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung führt.

„Hart aber fair“ (ARD): Das Verschwinden des Coronavirus ist eine Illusion

In die gleiche Kerbe schlug bei Frank Plasberg auch Susanne Gaschke, Journalistin bei der „Welt“, die es für eine Illusion hält, dass das Coronavirus komplett verschwinden wird. Warum werden die Alten und Schwachen nicht besonders geschützt, fragte sie bei „Hart aber fair“ (ARD) und sieht die Verantwortung für die Lage bei der Politik, die ihrer Pflicht nicht nachkomme und stattdessen den schwarzen Peter an die unvorsichtige, die Regeln zu leicht nehmende Bevölkerung weiterschiebe.

Selbst an Corona erkrankt war Dr. Cihan Celik, Lungenarzt auf der Corona-Isolierstation in Darmstadt, der – obwohl Mitte 30 und topfit – einen besonders schweren Krankheitsverlauf erlebte. Die beste Methode, das Virus zu bekämpfen, ist immer noch, die gesamte Inzidenz niedrig zu halten, nur so wird es gelingen, auch die Alten zu schützen. Menschen, die die Corona-Maßnahmen infrage stellen, versucht Celik zu ertragen, auch wenn er sie für fahrlässig und vor allem respektlos hält, doch auch diese Querdenker würde er natürlich im Zweifelsfall behandeln.

ARD: Debatte bei „Hart aber fair“ – Was wird nächsten Winter passieren?

Prof. Michael Hüther, Wirtschaftswissenschaftler aus Köln fragt: Warum wissen wir immer noch so wenig, über die Wirksamkeit der Maßnahmen? Warum ist bei gleichen Maßnahmen etwa der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen immer etwas höher als in Bayern? Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?

Was wird zum Beispiel im nächsten Winter passieren, fragte Hüther? Selbst wenn 60-70 % der Bevölkerung geimpft sein werden, wird das Virus noch existieren und Tote fordern. Werden zukünftig jeden Winter tausende Menschen an Corona sterben?

„Hart aber fair“ (ARD): Einigkeit bei der Impfreihenfolge

Kekulé zeigte sich bei „Hart aber fair“ (ARD) diesbezüglich optimistischer. Dass es mit Corona eine neue Krankheit gibt, ist nicht grundsätzlich problematisch. Im Herbst erwartet er keine starke Welle mehr. Zum einen wegen der Impfungen, zum anderen wegen der zunehmenden Durchseuchung der Gesellschaft. Auch diese natürlichen Infektionen werden dazu beitragen, dass die Gefahr geringer wird.

Einigkeit herrschte in der Runde bei „Hart aber fair“ (ARD) bei der Frage der Impfreihenfolge: Erst die Alten, dann die Jüngeren, daran gab es keinen Zweifel. Noch läuft das Impfen zwar schleppend, aber es läuft. Ob es sinnvoll wäre, geimpfte Menschen aus dem Lockdown zu entlassen.

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgericht Hans-Jürgen Papier wurde mit einer interessanten Aussage zitiert: Sobald klar ist, dass Geimpfte nicht ansteckend sind, müsste bei diesen die Einschränkung ihrer Grundrechte aufgehoben werden. Eine komplizierte Frage, die in dieser Sendung nicht abschließend diskutiert werden konnte, doch als Perspektive interessant. Und viel mehr als die Perspektive auf Besserung ist momentan nicht drin. (Von Michael Meyns)

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