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Hart aber fair Wolfgang Bosbach Anton Hofreiter Anna Clauß Kavin Kühnert Martin Richenhagen
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Zu Gast bei „Hart aber fair“ u.a.: Wolfgang Bosbach, Anton Hofreiter, Anna Clauß, Kavin Kühnert und Martin Richenhagen.

TV-Kritik

„Hart aber fair“ in der ARD: Bosbach empfiehlt Laschet, sich wie Habeck zu verhalten

  • Bettina Schuler
    vonBettina Schuler
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In der ARD bietet Frank Plasberg im Rahmen seines Talks „Hart aber fair“ eine Bühne zur Erörterung der K-Frage der Union.

Wie findet man die Besten fürs Kanzleramt? Das war die Frage des Abends und natürlich ließ es sich Frank Plasberg in seinem ARD-TalkHart aber fair“ gut fünf Monate vor der Bundestagswahl nicht nehmen, in Hinblick auf die Wahl bei den Grünen eine Spitze in Richtung CDU und CSU loszulassen: „Bitte mal hingucken Herr Söder und Herr Laschet, so geht Kandidatenkür!“ Und damit hat er recht.

In einer Zeit wie dieser, die nicht ungewisser sein könnte, wünscht man sich als Wähler:in von seiner Regierung, dass sie die internen Machtspiele hinten anstellt und sich stattdessen um das kümmert, was ihr Auftrag ist: das Wohl des Volkes. Doch statt nach sinnvollen und schnell umsetzbaren Lösungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu suchen, streitet man sich bei CDU und CSU darüber, wer als nächster Kanzlerkandidat ins Rennen geht.

„Hart aber fair“: Frank Plasberg beißt sich die Zähne Grünen aus

Dass es anders geht, das haben die Grünen bewiesen, die sich ohne öffentliche Streitigkeiten auf eine Kanzlerkandidatin geeinigt haben. Selbst der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter scheint erst in letzter Minute von der Entscheidung für Annalena Baerbock erfahren zu haben. Wie spät, das will er Frank Plasberg trotz mehrmaligen Nachfragens in der Sendung nicht verraten.

Die Gäste bei „hart aber fair“
Anton HofreiterVorsitzender Bundestagsfraktion Die Grünen
Wolfgang BosbachEhem. stellv. Vorsitzender Bundestagsfraktion CDU/CSU
Kevin KühnertStellv. Parteivorsitzender SPD
Helene BubrowskiJournalistin, Parlaments-Korrespondentin FAZ
Martin RichenhagenManager
Anna ClaußJournalistin, München-Korrespondentin Spiegel

Natürlich kommt man daraufhin auch auf das Wahlprogramm der Grünen zu sprechen, das, so die FAZ-Korrespondentin Helene Bubrowski, durch Punkte wie der Vermögenssteuer und der Abschaffung von Hartz IV. Viele Wähler:innen des bürgerlichen Publikums Bauschmerzen bereiten wird. Auch Manager Martin Richenhagen, der bis Ende 2002 Chef des Landmaschinenherstellers AGCO war hat Probleme mit dem Grünen-Wahlprogramm.

Frank Plasberg gibt Wolfgang Bosbach in der ARD Gegelenheit für Grünen-Kritik

Er findet es gut, dass die Grünen die Themen in der Politik und Unternehmen verändert haben - Stichwort Umweltschutz und Nachhaltigkeit – bezeichnet ihr aktuelles Programm allerdings als populistisch. Es stehe dort „drin, was alle wollen. Es wird aber nicht erwähnt, wie es bezahlt wird.“ Ein Punkt, der laut Richenhagen bei den Grünen noch zu Streitigkeiten führen wird. Die Idee, dass der Staat mehr in die Wirtschaft eingreift soll, „mag er gar nicht.“

Zur Sendung

„hart aber fair“ (ARD): Offener Kampf bei den Schwarzen, Harmonie bei den Grünen: Wie findet man die Besten fürs Kanzleramt? Die Sendung in der Mediathek.

Wenn wundert es, denn weniger Wachstum ist vielleicht gut für die Umwelt, aber nicht für das Manager-Portemonnaie. CDU-Urgestein Wolfgang Bosbach fragt sich angesichts des Grünen-Wahlprogramms, was „der Künstler“ uns damit sagen will. Dass ihn die Streitigkeiten innerhalb seiner Partei emotional umtreiben, ist ihm nicht nur anzusehen. Auf die Frage, wie sich Armin Laschet verhalten sollte, sagt Bosbach ganz klar: „Wie Robert Habeck.“

Markus Söder oder Armin Laschet: „Hart aber fair“-Gäste wägen in der ARD Chancen ab

Sein Favorit ist Markus Söder, von dem während der Sendung immer wieder Fotos eingeblendet werden. So sehen wir Söder halbherzig einen Baum umarmen oder auf dem Cover des Focus vor einem grünen Blätterwald stehen. Seine linke Hand hebt er dabei zum Star Trek-Gruß. Daneben steht ein Zitat des bayerischen Ministerpräsidenten: „Mir ging es nie um Macht.“ Ist das denn wahr?

Die Journalistin Anna Clauß, die erst kürzlich ein Buch über Söder geschrieben hat, berichtet, dass sie gedacht habe, sie hätte die Titanic vor sich, als sie das Cover gesehen habe. Damit wäre diese Frage wohl geklärt. Die Journalistin Helen Bubrowski findet es vor allem interessant, dass Söder mit seiner sehr direkten und stichelnden Art in der Bevölkerung so viel Zustimmung erfährt. Ein Indiz für sie, dass es in der Bevölkerung ein Bedürfnis nach „einen starken Mann, der sich mit brachialer Gewalt durchsetzt“, gibt.

„Hart aber fair mit Frank Plasberg“: Kein Erkenntnisgewinn in der K-Frage der Union

Erkenntnis der Sendung? Keine. Viel mehr kommt es einem als Zuschauer:in so vor, als würde ein Fußballspiel kommentiert, bei dem niemand anwesend ist. Und so fragt man sich, warum diese wertvolle Sendezeit nicht für viel dringlichere Themen wie der Aufhaltung der ökologischen Katastrophe genutzt wurde. Oder wie sagt es Wolfgang Bosbach in der Sendung in Bezug auf den Streit bei der K-Frage so schön: „Leute, worauf wartet ihr noch?“ Ein Appell, den sich seine Parteikolleg:innen in Bezug auf den Klimawandel zu Herzen nehmen sollten.

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