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Schmidt hat viele Talente, wie hier auf dem Bild von einer Shakespeare-Theaterprobe zu sehen ist. In seiner Show ist davon leider wenig zu merken.
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Schmidt hat viele Talente, wie hier auf dem Bild von einer Shakespeare-Theaterprobe zu sehen ist. In seiner Show ist davon leider wenig zu merken.

TV-Kritik

Harald Schmidt macht eigene Show überflüssig

Warum sollte man die „Die Harald Schmidt Show“ noch ansehen? Okay, einige Kicherwitze sind immer dabei. Aber seit Schmidt wieder auf Sat.1 witzelt, fragt man sich: Verpasse ich wirklich etwas, wenn ich ausschalte?

Von Klaus Raab

Das Treffendste, was man über "Die Harald Schmidt Show" sagen kann, ist, dass man eigentlich derzeit nichts Treffendes darüber sagen kann: Sie steht einfach ein bisschen komisch in der Landschaft herum.

Das hat auch mit dem Sender zu tun, Sat.1: Schmidt lief am Mittwochabend nach "Die Akte", wo Ulrich Meyers Team Enteisungsmittel fürs Auto testen ließ, und nach einem Quiz mit Johannes B. Kerner. Das ist zwar auch nicht schlechter als die meisten anderen Quizformate, wirkt aber trotzdem besonders belanglos – einfach weil es in Sat.1 läuft. Kein Mensch, der voller Überzeugung fernsieht, hat Sat.1 auf der Fernbedienung heute noch im einstelligen Bereich gespeichert.

Das hat aber auch mit Schmidts Show selbst zu tun. Die war am Mittwochabend nicht schlecht. Ach was, nicht schlecht: Wenn man mehrmals in einer Stunde kichert, ist das ja eigentlich ziemlich gut für ein Unterhaltungsformat. Da war halt Harald Schmidt, und der laberte halbwegs inspiriert vor sich hin. Trotzdem: Man weiß nicht so recht, wohin es gehen soll mit der Sendung, seit sie wieder bei Sat.1 läuft. Es ist ein Format ohne Zug zum Tor. Schmidt verursacht  Gekicher ohne reflexives Bewusstsein.

Michael Douglas auf Sächsisch

Es war stellenweise ganz unterhaltsam, als er Leute aus dem Publikum, die sich für die Interaktion mit Schmidt gut eignen, eine Szene aus dem Film "Wall Street" nachsynchronisieren ließ. Der Spaß bestand darin, hinterher Michael Douglas leicht sächseln zu hören. Und klar, das ist für sonstige Fernsehverhältnisse ja beinahe schon ein intellektueller Höhenflug. Man darf nicht vergessen: Auch die "Harald Schmidt Show" soll ja nur Fernsehunterhaltung sein, und das heißt Unterhaltung für den Moment der Ausstrahlung. Das ist sie.

Allerdings wurde Schmidt früher in einem fast schon thomasgottschalkisch anmutenden Maß überhöht. Vielleicht rührt daher heute der Eindruck, er habe seine Aura verloren: weil ihm vor zehn Jahren die Lobhudeleien noch mit der Schöpfkelle übergestreut wurden. Damals war das Format auf demselben Sendeplatz tags nach der Ausstrahlung das Nummer-1-Gesprächsthema seiner Zielgruppe. Heute hat man nie das Gefühl, man hätte etwas verpasst, wenn man's verpasst hätte.

Am Mittwochabend auch nicht. Es wurde da ein "Klassiker des Herrenwitzes" verlesen. Die Pointen der Einstiegswitze waren aus der Liga "Joschka Fischer: 112 Kilo bei 181 Zentimeter, Spitzname deshalb: der Grünkohl". Und am Ende kam als Gast die Schauspielerin Nora Tschirner, plauderte nett und stellte ihre neuesten Arbeiten vor. Dazwischen gab es ein Filmchen vom Pferderennen mit Schmidts Showmitglied Helmut Zerlett und die "Wall Street"-Synchronisation. Nicht brillant, nicht schrecklich. Wie gesagt: ein bisschen egal eben.

Andererseits: Herrenwitze, Schauspielerin mit neuem Film, Pferderennen – was genau hat das derzeit als der größte Glanz des deutschen Fernsehens geltende "Wetten, dass..?" eigentlich genau, was "Die Harald Schmidt Show" nicht hat?

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