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Hans Korte bei Dreharbeiten zum  "König von St. Pauli".
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Hans Korte bei Dreharbeiten zum "König von St. Pauli".

Schauspieler

Zum Tod von Hans Korte

  • Daland Segler
    VonDaland Segler
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Der Schauspieler Hans Korte, bekannt als Figur und als Stimme, ist im Alter von 87 Jahren in München gestorben. Ein Nachruf.

Er war natürlich Mephisto, nicht Faust. Er war der Richter in Alexander Kluges „Abschied von gestern“, der Rektor Himmler in „Vater eines Mörders“ von Alfred Andersch, und er war Himmler selbst in Theodor Kotullas epochalem Film über die Psyche des Tätervolks: „Aus einem deutschen Leben“. Hans Korte war immer wieder der Finsterling, der Unsympath, der Böse im bundesdeutschen Fernsehen und Filmen der Nachkriegszeit. Auch in Alfred Vohrers Fallada-Verfilmung „Jeder stirbt für sich allein“ und der Titelrolle in „Der Röhm-Putsch“ verlieh Hans Korte Charakteren des Hitler-Regimes Gestalt. Er war nicht groß und von eher gedrungener Statur, man konnte meinen, das Wort „Bösewicht“ sei für ihn erfunden worden.

Vor allem aber war Hans Korte, der jetzt im Alter von 87 Jahren gestorben ist, ein Darsteller, der aus der Blütezeit des Fernsehens der Bundesrepublik nicht wegzudenken ist. Schier ohne Zahl waren seine Auftritte, selten spielte er die Hauptrolle, immer aber war er von einer Präsenz, die weniger seiner Figur als vielmehr seinem Können geschuldet war. Korte brauchte nicht viel, um den Focus auf sich zu lenken, das Theatralische war seine Sache nicht; seine Mimik und seine Stimme schufen den Raum für seine Figuren und ließen sie diesen Raum beherrschen.

In Bochum geboren, studierte Korte zunächst Musik. Doch reüssierte er bald als Schauspieler und hatte Engagements an den großen deutschen Bühnen, von Bochum über Kassel und Frankfurt bis München, wo er von 1965 bis 1979 dem Ensemble der Kammerspiele und dem Staatsschauspiel angehörte. Die Bühne legte ihn nicht so eindeutig auf die Rolle des Ungeliebten fest wie es das Fernsehen tat, wo er in zahlreichen Krimis (häufig trat er in „Derrick“-Folgen auf) wenn nicht den Mörder, doch oft den Verdächtigen mimen musste.

Das legte sich erst mit zunehmendem Alter des Darstellers. In der Pfarrer-Serie „Mit Leib und Seele“ (1989 bis 1993) darf er einen Bischof geben, und in der „Kir Royal“-Folge „Adieu Claire“ ist, versehen mit der oft getragenen dicken Hornbrille, der sinistre Polizeipräsident Dr. Adolph. Regisseur Dieter Wedel besetzte Korte prominent und mit Rottweiler an seiner Seite in „Der große Bellheim“ und dann als Kiez-Größe in seinem Mehrteiler „Der König von St. Pauli“, als Rivalen des (ebenfalls jüngst verstorbenen) Hilmar Thate. Mit dieser Rolle knüpfte Korte dann wieder an seinem Typus des Schurken an.

Neben der Schauspielerei wusste Hans Korte auch immer wieder und in ganz anderen Rollen mit seiner Stimme das Publikum für sich zu gewinnen. Schon seit den fünfziger Jahren stand er in zahlreichen Hörspielen am Mikrofon, so in Gert Westphals Hörfassung von „Krieg und Frieden“ und in einigen Produktionen von Oswald Döpke und Hans-Dieter Köhler. Er las die Bücher von Bernhard Schlink und Dürrenmatt, außerdem Patrick Süskinds Welterfolg „Das Parfum“. Als Synchronsprecher war er die deutsche Stimme unter anderem von Richard Attenborough, Bob Hoskins und Michel Piccoli. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Hans Korte bereits am 25. September in München gestorben. Er hinterlässt seine Frau Barbara Rath und seinen Sohn Thomas Korte.

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