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Pikiert und das zu Recht: Kai Ostermann (Michael Schenk, l.), Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann, m.) und Pia Kirchhoff (Felicitas Woll, r.) haben im schönen Taunus einen ekligen Fund gemacht.

"Mordsfreunde" im ZDF

Hand im Heu

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Der neue ZDF-Taunus-Krimi „Mordsfreunde“, nach Motiven von Nele Neuhaus, verläuft nach einem steilen Einstieg ziemlich bieder und mäßig glaubwürdig.

Mehr bieder als prickelnd verläuft heute Abend im ZDF der dritte Teil der 2013 doch sehr erfolgreich gestarteten losen Taunus-Krimi-Reihe nach Romanen von Nele Neuhaus.

„Mordsfreunde“, geschrieben von Anna Tebbe und Julie Fellmann, inszeniert von Marcus O. Rosenmüller, steigt steil ein, im Opelzoo finden sich Leichenteile im Heu, ein Fuß bei den Dromedaren, ein rechter Arm zwischen Giraffen und Zebras, und was ist davon zu halten, dass der Zoodirektor (Peter Davor) behauptet, Erdmännchen hätten ihm in die Hand gebissen? Und der Taunus, die hessischen Wälder sehen von oben märchenhaft aus. Aber unten herrscht dann Routine.

Den spektakulär auseinandergerissenen Toten, einen Lehrer und Aufwiegler für Tier und Natur, konnten die meisten, die im Film mitspielen, nicht leiden. Wütende junge Leute, die nächste Generation, fanden ihn hingegen gut und übersahen naiv oder verzweifelt, wie sehr er den eigenen verhassten Eltern ähnelte.

Mit dem an sich verheißungsvollen Grundkonflikt kann sich „Mordsfreunde“ jedoch nicht lange aufhalten, weil in der Vergangenheit weitere ungeklärte Verbrechen schwelen. Und weil Ermittlerin Kirchhoff, Felicitas Woll, in eine hanebüchene Stalking-Affäre verwickelt wird. Sie und ihre braver Kollege Oliver von Bodenstein, Tim Bergmann, werden es aber schon schaffen.

Ohnehin stellt die leichte Depression sich erst ein, wenn man vorher die prachtvolle BR-Produktion „Reiche Leichen“ angeschaut hat und begreift, was mit einem Heimatkrimi alles zu machen ist. Zu machen wäre.

„Mordsfreunde“, ZDF, 20.15 Uhr.

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