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Grenzland
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Ein Grenzstein im Dreiländereck, wo Deutschland, Polen und Tschechien einander berühren.

Dokumentarfilm

„Grenzland“: Vom Weggehen, Kommen und Bleiben

Langsame, intensive Bilder mit Geschichten von Menschen, die im „Grenzland“ leben - der gleichnamige Dokumentarfilm von Andreas Voigt ist eine Hommage an die Bewohner hinter den Deichen von Oder und Neiße.

Cottbus - „Die Zeit deckt alles zu und es wächst Gras drüber. Und bevor du es bemerkst, ist alles verschwunden“, sagt ein Australier in die Kamera.

Der Mann mit Cowboyhut steht mit einem Spaten vor freigelegtem Stein. Er gräbt in der Geschichte seines Wohnortes und hat herausgefunden, dass der Komponist Frédéric Chopin mit dem Dorf verbunden war. Dort, wo Polen, Deutschland und Tschechien einander treffen, hat die Familie aus „down under“ ein neues Zuhause gefunden.

Geschichte reicht bis ins Heute hinein

Es sind Geschichten von Menschen an Oder und Neiße, die Dokumentarfilmer Andreas Voigt in seinem neuen Werk festhält. Fast 30 Jahre nach seinem Film „Grenzland - eine Reise“ kehrt der mehrfach ausgezeichnete Regisseur und Chronist mit „Grenzland“ (2020) noch einmal in die weite, flache Flusslandschaft zurück.

„Ja, ich war überrascht, dass es auf einmal eine Landschaft ist, in der sich so ein Pioniergeist entwickelt“, erzählt der 67-Jährige der Deutschen Presse-Agentur über seine Rückkehr. Interessant ist für den Dokumentarfilmer, wie weit Geschichte „ins Heute“ reicht. So findet eine griechisch-polnische Musikerin in der Landschaft am Fluss ihre Wurzeln. Ihr Großvater war vor dem Bürgerkrieg aus Griechenland in die Gegend geflohen, hatte eine Deutsche geheiratet und blieb. Voigt begleitet sie mit seiner Kamera zum Grabstein.

Die Begegnungen des Films handeln vom Weggehen und Wiederkommen, vom Bleiben und der Suche nach einem besseren Leben. Voigt ist ein Meister des Beobachtens. Jede Regung im Gesicht der Erzählenden, jeden Zug von Wehmut oder Bitternis und auch manche Wortlosigkeit fängt er ein.

„Wissen Sie, was mir fehlt? (...) Etwas, worauf man sich freuen kann“, sagt ein Mann in Hoyerswerda (Sachsen), der gerade dem Abriss eines Wohnblocks in seiner Stadt zusieht. Voigt spricht ihn auf einer Parkbank an und der Arbeitslose breitet für einen Moment sein Leben aus. „Grenzregionen sind immer spannend, die Spannung kommt aus der Geschichte und den Menschen, die dort leben“, sagt Voigt. dpa

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