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Ich wär so gerne Millionär

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In "The winner is..." geht es in erster Linie ums Geld.
In "The winner is..." geht es in erster Linie ums Geld. © obs

In der Sat 1-Show "The Winner is..." treten wieder Sänger gegeneinander an. Dieses Mal geht es aber nicht in erster Linie um die Karriere, sondern ums schnöde Geld. Das Zugpferd: Linda de Mol.

Von Ricarda Breyton

In der Sat 1-Show "The Winner is..." treten wieder Sänger gegeneinander an. Dieses Mal geht es aber nicht in erster Linie um die Karriere, sondern ums schnöde Geld. Das Zugpferd: Linda de Mol.

Die Faszination des Geldes ist riesig. Vor allem, wenn es so schön aufgefächert daliegt wie in Linda de Mols neuer Fernsehshow. Noch sind es nur 50 mal 100 Euro-Scheine, die da winken.  Aber  bald  geht es um eine Million Euro. Und sie zu bekommen, erscheint so einfach. Man muss nur ein bisschen singen und seine Chancen richtig einschätzen können.

Keine Casting-Show

Was "The winner is" nun wieder für ein Format ist? Zumindest keine Casting-Show. Sat.1 sucht nicht schon wieder ein Talent, sondern Zuschauer und greift dafür auf Bewährtes zurück.

Zugpferd Linda de Mol wurde organisiert, um mit einer Show zu punkten, die von derselben  Firma entwickelt wurde, die auch das erfolgreiche „The Voice of Germany“ produzierte. Von zwei Prämissen geht der Sender aus: Erstens: Der Zuschauer hat es satt, schlechte Songs und schlechte Kritik geliefert zu kommen. Und zweitens: Die Aussicht auf jede Menge Geld zieht noch immer und lässt qualifizierte Kandidaten schon in Strömen kommen.

Und das haben sie getan: 64 Sänger und Sängerinnen sind  jetzt dabei – die ersten 16 gab es gestern zu hören. Im direkten Duell traten jeweils zwei von ihnen an, mit dem Ziel, die Jury zu überzeugen und es somit in die nächst Runde zu schaffen. Der Clou: Es gibt die Möglichkeit, sich vor Bekanntgabe der Juryentscheidung  aus dem Wettbewerb auszuklinken und sich mit 5.000 Euro zufrieden zu geben.

In diesem Fall kommt automatisch der Gegner weiter, unabhängig von der Entscheidung der Beurteiler. Das direkte Geld haben gestern tatsächlich nur zwei in Anspruch genommen. Aber die Entscheidung dürfte bei steigendem Trostgeld ja häufiger werden.

Die Bandbreite der Kandidaten ist groß, von erfahrenen Sängern bis zu Realschülern, die von den Eltern zur Show geschleppt wurden. Die typischen Show-Teilnehmer sind auch dabei: Von persönlichen Fehlschlägen entmutigt, haben sie sich wieder aufgerafft, um durch die Teilnahme das Ruder herumzureißen. 

Der gespielte Enthusiasmus ist anstrengend

Da ist zum Beispiel Rainer, der nach dem  Tod seiner Frau die Karriere als Sänger begraben hatte oder die vierzehnjährige Gina Christin, die in der Show ist, weil ihr Vater wegen Steuerhinterziehung angeklagt ist und sie nun das Geld nach Hause bringen will.  

Ein bisschen anstrengend ist der gespielte Enthusiasmus, den alle Beteiligten permanent an den Tag legen müssen. Vor allem die Fanclubs, die jeder Kandidat organisieren musste und die von den Hinterzimmern des Studios zugeschaltet werden, um den Kandidaten in ihrer Entscheidung zu helfen, überschlagen sich in ihrer Begeisterung.

Die Songs kann man sich indes gut anhören, ohne dass die Ohren bluten. Und bei der letzten Kategorie muss man sogar doch mal ein bisschen aufhorchen. Hier treten „Professionals“ gegeneinander an, also Menschen, die mit der Musik schon mal Karriere gemacht haben: Kriterium: Man muss in seinem Leben mindestens einen Top10- Hit gehabt haben.

Ein bisschen erstaunlich ist es dann schon, als plötzlich George McCray um die Ecke biegt, der Mann, der mit „Rock Your Baby“ ewig in den Charts war. Was macht der denn hier? Er ist alt und braucht das Geld.

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