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Joko (rechts) und Klaas: Warum machen die das alles?

"Die beste Show der Welt"

Ganz große Routine

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Großspurig kündigten Joko und Klaas "die beste Show der Welt" an - liefern auf Prosieben aber vor allem ihr altbekanntes Programm ab.

Die entscheidende Frage stellt Moderatorin Jeannine Michaelsen gleich zu Beginn. „Sie fragen sich, warum machen die beiden das alles?“ Die beiden, das sind Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, Deutschlands gefragteste Moderatorenkombo, bekannt durch ihre Latenightshow „Circus Halligalli“ auf Prosieben.

Die Antwort auf Michaelsens Frage muss lauten: Weil offenbar niemand mehr Winterscheidt und Heufer-Umlauf an etwas hindert. Nach dem Abgang von Universalentertainer Stefan Raab stellen beide die Speerspitze der Unterhaltung von Prosieben dar. Und nun soll es nicht irgendeine Show sein: Beide wollen an einem Samstagabend die beste Show der Welt finden. Dafür ist wirklich alles sehr groß in der großen, besten Show am Samstagabend geraten: Ein Studio aus viel schwarz, weiß und gold, gepaart mit Glanz und Glitzer. Optisch an diese Farbkombination angepasst ist auch das Kleid von Moderatorin Michaelsen.

Wahrscheinlich ist der Grund für ihre Wahl, dass man die Gastgeberin damit nicht übersieht. Nachdem sie die beiden Protagonisten ankündigt, übernehmen die Alphaentertainer das Kommando: Die Spielregeln erklären sie selbst, Michaelsen fungiert den Rest des Abends als Stichwortgeberin.

Acht verschiedene Sendungsformate präsentieren Joko und Klaas in der fast vier Stunden langen Sendung. Wie so häufig liefern sich beide ein Duell: Das Studiopublikum stimmt in Echtzeit über die Shows ab. Fällt das Interesse, wird die Sendungsidee abrupt beendet.

Im besten Fall lustig, im schlimmsten Trash

Wer nun auf überraschende oder innovative Ideen hofft, wird kaum fündig. Joko und Klaas liefern ihr bekanntes Repertoire ab. Lediglich das Gewand wechselt ständig. Wie sooft in den Sendungen der beiden steht der Wettbewerb im Mittelpunkt. Das gelang dem Duo in ihren bisherigen Ausflügen zum Samstagabend manchmal gut („Das Duell um die Welt“), manchmal weniger („Mein bester Feind“). Ihr Wetteifern bleibt im besten Fall lustig, im schlimmsten Fall Trash.

Acht Shows in einer Show sollten Abwechslung versprechen. Präsentiert wird aber meistens nur eine Mischung aus bekannten Konzepten aus der Fernsehvergangenheit: Der von Winterscheidt inszenierte Überraschungs-Heiratsantrag wirkt wie aus Kai Pflaumes Kitsch-Sendung „Nur die Liebe zählt“. Heufer-Umlauf entdeckt mit einer Zaubershow in Copperfield-Optik den Magier in sich. Doch wirklich unerwartet ist die Sendung ganz selten.

Als Winterscheidt aber mehrere Speeddrohnen durch einen Parcour jagt, passiert kurz etwas Ungewöhnliches: Das Konzept ist nicht nur neu, Entertainmentprofi Winterscheidt stellt sich auch einmal nicht in den Vordergrund. Stattdessen überlässt er die Aufmerksamkeit den vier Fluggeräten. Ein seltener Moment an diesem Abend, der dann wieder in Routine verfällt.

Denn wissen beide nicht weiter, wird der jeweils andere gequält. Dafür präsentiert jeder eine Pseudoshow, die nur diesem Zweck dient. Spätestens ab diesem Zeitpunkt geht der Sendung dann auch endgültig die Puste aus. Abgerundet wird der Abend mit bekannten Gesichtern aus dem Halligalli-Kosmos: Schauspieler Matthias Schweighöfer gibt den vor sich hingackernden Außenreporter. Halligalli-Sidekick Palina Rojinski lässt sich von Heufer-Umlauf verzaubern oder liest böse Sprüche über Tierbabies ab.

Es passt zum Gesamteindruck, dass die Show mit der simpelsten Idee am Ende gewinnt. Im Abspann kündigen Joko und Klaas schon eine Fortsetzung an. Vielleicht sollten sie darüber noch einmal nachdenken.

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