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Reicher Besuch: Menzinger (Michael Fitz) bei Batic und Leitmayr.
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Reicher Besuch: Menzinger (Michael Fitz) bei Batic und Leitmayr.

Tatort München

Früher war aber alles lustiger

Carlo Menzinger zu Gast in einem starken BR-„Tatort“ am Ostermontag: Leitmayr und Batic sind wieder älter geworden. Bei Verfolgungsjagden geraten sie zunehmend ins Röcheln.

Carlo Menzinger (Michael Fitz) ist zu Besuch, was hat man sich darauf gefreut. Jedoch handelt der herbstlich dunkle Münchner Ostermontag-„Tatort: Macht und Ohnmacht“, geschrieben von Dinah Marte Golch und Edward Berger, inszeniert von Thomas Stiller, vielfältig davon, dass sich die Zeit nicht zurückdrehen lässt. Es ist was faul im Revier, in dem Menzinger (Michael Fitz) einen alten Kumpel besucht, noch bevor er bei Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) aufläuft.

Immer wieder irritiert ja, dass „Tatort“-Ermittler beste Freunde außerhalb ihrer Arbeitsstelle haben, sobald der Handlungsverlauf das erfordert. Menzingers bester Freund und Trauzeuge in spe – denn Menzinger ist nicht nur reich, sondern will nun auch noch heiraten – ist ein bärbeißiger Streifenpolizist (Emilio de Marchi). Er gehört zu denen, die die „Drecksarbeit“ machen müssen, wie in anderthalb Stunden oft genug erwähnt wird. Während Leitmayr und Batic alsbald wie sonst die böse innere Ermittlung oder das noch bösere Bundeskriminalamt dreinfahren.

Das ist aber erst in Minute 17 der Fall, sodass Raum bleibt, Unglück, Stumpfsinn, Erschöpfung, Schnapsideen und Weiterwurstelei von Leuten zu zeigen, die zwischen Schlägertum, Behelfsmoral und Überforderung feststecken. Während Carlo als Gewissen der Polizei – wann wurde er so klug und war’s nicht lustiger, als er noch als Hiwi mitplapperte? – allen die Leviten liest, präsentiert der Film selbst das nüchtern.

Sein Format bekommt er ohnehin nicht durch das große Ganze – in dem einiges vage bleibt –, sondern durch die Stärke der Einzelszene aus dem Trübsinn des Zusammenlebens. Dazu gehört am Rande auch das Anwaltspaar mit der ständig lädierten Frau, aber er war’s nicht, schwört sie. Bei der Besetzung fallen früh abgehärmte Frauentypen auf, vor allem Sonsee Neu als Streifenpolizistin gibt der Ausgelaugtheit ein Gesicht.

Leitmayr und Batic sind wieder älter geworden. Bei Verfolgungsjagden geraten sie zunehmend ins Röcheln. Klug vom BR, sie einmal im Hintergrund zu halten, aber ewig weitermachen zu lassen.

Tatort: Macht und Ohnmacht, Montag, 20.15 Uhr, ARD

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