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Zwei Hauptdarsteller: die Öresundbrücke und Ermittlerin Saga Norén (Sofia Helin).

TV-Kritik „Die Brücke“

Frösche Retten und Menschen umbringen

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Am Sonntag zum 22-Uhr-Krimi-Termin startet nun im ZDF die zweite Staffel von „Die Brücke" mit dem Untertitel „Transit in den Tod“. Und da wüten - ohne zuviel zu verraten - Ökoterroristen, denen Frösche wichtiger sind als Menschenleben.

Der Schriftsteller Henning Mankell hat in Skandinavien zuerst Serienmord-Maßstäbe gesetzt, die TV-Serien-Branche folgte ihm bald. Natürlich musste Mankells Kommissar Wallander auch im Film und Fall um Fall ordentlich ran; aber man machte sich bald auch selbstständig mit Serien, die einen beeindruckend langen Atem hatten, „Kommissarin Lund“ etwa. Und mit taffen Blondinen, in „Nordlicht“ ist es Laura Bach als Katrine Ries Jensen, als Kommissarin Lund ist es Sofie Grabol. In „Die Brücke“ heißt die kühle Blonde Saga Norén (Sofia Helin) und ist als an einer leichten Form von Autismus Leidende sogar doppelt gekühlt: Manchmal muss sie richtig lange nachdenken, um die emotionalen Reaktionen eines Gegenübers verstehen zu können. Man kann Helin regelrecht die Verwirrung an- und beim Denken zusehen.

Schwer engagierte Mörder

Am Sonntag zum 22-Uhr-Krimi-Termin startet nun im ZDF die zweite Staffel von „Die Brücke“, die den deutschen Untertitel trägt „Transit in den Tod“. Schon die erste, in Deutschland bereits 2011 ausgestrahlt, kombinierte eine harte Serienmörder-Geschichte mit einem weiten Erzählungsbogen. Und wieder geht es um die Zusammenarbeit von Saga Norén, Kripo Malmö, mit dem dänischen Kommissar Martin Rohde (Kim Bodnia). Und wieder wollen die Mörder auf Missstände aufmerksam machen, mit extrem rabiaten, Zufallsopfer treffenden Methoden. Schwer engagierte Mörder gewissermaßen, das ist ja mal was anderes.

Man verrät nichts, wenn man sie hier Ökoterroristen nennt, denen Frösche im Regenwald allemal wichtiger sind als skandinavische Menschenleben. Die erste Folge zeigt die Gruppe bereits in Aktion, es ist dies kein Krimi von der Whodunnit-Art. Er bezieht seine – erhebliche Spannung – aus den Fragen, wie es den Ermittlern schließlich gelingen wird, die Täter dingfest zu machen. Und wer bis dahin noch alles ums Leben kommt.

In Staffel 2 sind das fürs Erste fünf junge Leute, die mit dem Erreger der Lungenpest infiziert und auf einem Schiff angekettet werden, das dann führerlos an der Öresundbrücke havariert. Und während die beiden Kommissare in Quarantäne sitzen, verteilen die Terroristen schon wieder vergiftetes Obst.

Eine kleine Quadratur des Kreises schafft zumindest diese erste Folge (Regie: Henrik Georgsson), indem sie trotz aller Schrecklichkeiten nicht hektisch wirkt. Die Ermittler sind darin zwei Ruhepole: Sie wird sowieso nicht emotional, er ist der verlässliche Typ. Gemeinsam erden sie, was sonst doch eine ziemlich an den Haaren und den Pestbakterien herbeigezogene Geschichte sein könnte.

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