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1973: Wepper (r.) mit Horst Tappert, Harry Klein und Derrick.
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1973: Wepper (r.) mit Horst Tappert, Harry Klein und Derrick.

Gratulation

Fritz Wepper zum 80. Geburtstag: Der Mann, der den Wagen holte

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Ewig-junger Assistent, fast ewig intrigierender Bürgermeister: zum 80. des Schauspielers Fritz Wepper.

Angesichts der langen Geschichte des deutschen Fernsehkrimis übersieht man leicht, dass die Serie „Der Kommissar“ mit Erik Ode ein Kind der bundesrepublikanischen Konfliktphase ist. Neben den Mordfällen, die von dem Münchner Kommissariat aufzuklären waren, wurden gesellschaftspolitische Fragen verhandelt, die den Zeitgeist von 1968 atmeten. Mal wurde im Milieu der sogenannten Gammler (mit dem jungen Thomas Fritsch als Hippie) ermittelt, wiederholt ging es um „freie Liebe“ und Prostitution. Fritz Wepper alias Harry Klein war dabei der junge Kollege, der den sozialen Problemlagen aufgeschlossen gegenüberstand, ein Mittler für Erik Ode, den Mann aus der alten Welt.

Insgesamt 71 Mal spielte Fritz Wepper den Assistenten im „Kommissar“, dann wechselte er samt der Figur des Harry Klein in eine ähnliche Rolle, als Partner von Horst Tappert in „Derrick“. Am Ende dieser Endlosserie waren es 281 Folgen, in denen Harry Klein oftmals den Wagen holte, nicht einmal jedoch den Satz zu hören bekam: „Harry, hol’ schon mal den Wagen“. Dennoch wurde die Redewendung zur kultigen Floskel, Fritz Wepper hatte seine Rollenzuschreibung für immer weg, obwohl ihn beinahe zeitgleich der Luftzug einer Weltkarriere streifte.

An Liza Minnellis Seite

An der Seite von Michael York, Helmut Griem, Liza Minnelli und Marisa Berenson reüssierte Fritz Wepper 1972 in Bob Fosses Berlin-Drama „Cabaret“, dem Film zum Musical, den Liza Minnelli auf so einzigartige Weise mit Charme und Ausdruckskraft geprägt hatte. Die persönliche Freundschaft zwischen Minnelli und Wepper blieb über die Jahrzehnte haltbar, für ambitioniertes Kino reichte es aber nur noch einmal, 1983 in Luc Bessons Science-Fiction-Film „Der letzte Kampf“.

Der Aufstieg in die deutsche Schauspielerelite war sehr viel früher, im Jahre 1959, über Bernhard Wickis Anti-Kriegsfilm „Die Brücke“ verlaufen. Wie später, als Wolfgang Petersens „Das Boot“ zum Initiationserlebnis einer jungen Schauspielergeneration geworden war, bildete auch „Die Brücke“ ein Gemeinschaftserlebnis zum grandiosen Karriereeinstieg für Günther Pfitzmann, Volker Lechtenbrink und – nicht zu vergessen – Vicco von Bülow alias Loriot als Stabsfeldwebel Zeisler.

Wenn Wepper später häufig in Pauker-Filmen, Nebenrollen in Krimis und vielen Komödien zu sehen war, geschah dies stets auch in dem Selbstbewusstsein, das neue deutsche Kino, noch ehe es so genannt wurde, mit auf den Weg gebracht zu haben.

Fritz Wepper, der sich zwischenzeitlich leidenschaftlich im öffentlich weitgehend unbedeutenden Trabrennsport engagierte und dort sogar als Gründungspräsident eines Rennvereins gehandelt wurde, ist einer mit langem Atem. Sein 20. Dienstjubiläum als Bürgermeister des fiktiven Städtchens Kaltenthal in der Serie „Um Himmels Willen“ blieb ihm knapp verwehrt, im Juni wurde sie nach 19 Jahren eingestellt. Sie zählt zu den erfolgreichsten des deutschen Fernsehens überhaupt und ist eine hausbacken-bayerische Version der klassischen italienischen Hassliebe zwischen Don Camillo und Peppone.

Zuletzt waren Nachrichten über gesundheitliche Rückschläge an die Öffentlichkeit gedrungen, so wurde bei Fritz Wepper im Februar 2021 Hautkrebs diagnostiziert. Heute wird der ewig-junge Assistent der großen deutschen Kommissare 80 Jahre alt.

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