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Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet) als Polizisten in einer Szene aus „Friesland - Haifischbecken“ (ZDF)
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Die digitale Zukunft beginnt in Leer mit dem Friesland-Valley-Technologiepark. Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet) als Polizisten in einer Szene aus „Friesland - Haifischbecken“ (ZDF)

TV-Kritik

„Friesland: Haifischbecken“ (ZDF) – Ehrgeizige Pläne an den Gestaden der Ems

  • Harald Keller
    VonHarald Keller
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In der neuen Episode „Haifischbecken“ der ZDF-Krimireihe „Friesland“ buhlt Leer um die IT-Branche und erntet einen toten Investor. 

  • Das ZDF zeigt die neue Episode seiner Krimireihe „Friesland“.
  • Haifischbecken“ (ZDF) ist der zwölfte Fall der Polizist:innen in Leer.
  • Der Großinvestor des „Friesland-Valley“-Technologieparks verschwindet und taucht in einem Sarg wieder auf.

Im friesischen Leer geht die Gier um, denn ein Projektentwickler namens Johann Waal plant den zehn Hektar großen Technologiepark „Friesland Valley“. Die Stadtoberen, vorneweg Grit Larson (Genija Rykova), die ehrgeizige, aber nervlich angegriffene Leiterin der Wirtschaftsförderung, legen Waal den roten und gleich noch einen Geldteppich aus. Das Grundstück gab es für einen symbolischen Euro, einheimische Investoren stehen parat. „Wir rudern nicht, wir pullen“, brüstet sich Grit Larson. Außerdem verfügt Leer über die Seekabelendstelle. Da wird der Dialog dann, ob gewollt oder zufällig, doppeldeutig. „Der Technologiepark muss in den Norden“, statuiert Johann Waal – Norden ist der Name der Stadt, in der das Überseekabel tatsächlich endet.

„Friesland: Haifischbecken“ (ZDF) – Maulende Streifenpolizisten

Das Stammpersonal Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet) wurde als Geleitschutz für Waal abkommandiert. Doch statt der angeordneten Begleitfahrt erwartet sie ein zermürbendes Auf-der-Stelle-treten. Während die beiden maulend im Streifenwagen hocken, wütet andernorts das Verbrechen. Das Bauschild des Technologieparks wird abgefackelt, der Projektleiter Waal verschwindet aus seinem Hotel und taucht in einem Sarg des Bestatters Wolfgang Habedank (Holger Stockhaus) wieder auf.

Habedank ist eine wiederkehrende Figur, dieser Umstand stärkt die Unschuldsvermutung. Und doch: Als Gelegenheits-Broker hatte er Geld in das Entwicklungsprojekt gesteckt, im Auftrag der Unternehmerswitwe Vera Tillich (Tatja Seibt), die nun von der Investition zurücktreten will. So schnell aber wird aus dem Bestatter kein Erstatter. Habedank hat den Betrag nicht zur Verfügung.

„Friesland: Haifischbecken“ (ZDF) – Verwaiste Rechtsmedizin

Weitere Verdächtige erscheinen auf der Bildfläche. Hauptkommissar Brockhorst (Felix Vörtler) hat die Mordermittlung zur Chefsache erklärt, Süher und Henk ermitteln dennoch wie gewohnt auf eigene Faust, zumal ja ein guter Freund in den Fall verwickelt ist.

Schmerzlich fehlt nicht nur dem raubeinigen Brockhorst, sondern auch der treuen Zuschauerschaft die umtriebige Apothekerin Insa Scherzinger (Theresa Underberg), die sonst für klandestine Obduktionen und konspirative kriminaltechnische Untersuchungen zuständig ist. Scherzinger befindet sich, so wird gesagt, auf Weiterbildung, wie zufällig gerade die gesamte Belegschaft der regulär und in der Realität zuständigen Rechtsmedizin in Oldenburg. – Vielleicht machen die Damen und Herren allesamt eine Facharztausbildung zum Pathologen, damit mal stimmt, was manche Drehbuchautoren irrtümlich in ihre Fernsehkrimis schreiben.

„Friesland: Haifischbecken“ (ZDF) – Im Kühlraum ist noch Platz

Scherzingers Apotheke bleibt weiterhin geöffnet, denn sie hat mit Melanie Harms (Tina Pfurr) eine Mitarbeiterin angestellt, die zunächst noch Mühe hat, sich in den Zirkel aus Hanf züchtenden Bestattern, aufbrausenden Kriminalkommissaren und zu Kalamitäten neigenden Streifenpolizisten einzufinden. Aber diesbezüglich sind im weiteren Verlauf dieser „Friesland“-Episode („Haifischbecken“ im ZDF) einige Fortschritte zu verzeichnen. Harms hat schon mal einiges damit zu tun, gegenüber der in der Nachbarschaft tätigen esoterischen Heilpraktikerin Rieke Holsten (Christin Nichols) den Standpunkt der Wissenschaft zu vertreten und lässt sich denn auch herbei, den verstorbenen Johann Waal im Kühlraum der Apotheke zu verwahren, bis die offizielle Rechtsmedizin wieder ihren geordneten Gang geht.

Zur Sendung

„Friesland: Haifischbecken“, Samstag, 27.2., 20:15 Uhr, ZDF oder in der ZDF-Mediathek

„Friesland: Haifischbecken“ (ZDF): Corona macht kreativ

Das geneigte ZDF-Publikum stößt also auf den bewährten „Friesland“-Kosmos, dem wie in jeder Episoden einige Störenfriede beitreten. Der Drehbuchautor Georg Ludy hat sich überzeugend in das Wesen dieser Reihe eingearbeitet und legt den Figuren passgenaue Dialoge in den Mund. Hier wird nicht geplaudert, sondern geklönt. Der Tote liegt „kieloben“, und wir nehmen als Zuschauer den Rat mit, auch in Krisenzeiten nicht gleich alles „über die Reling“ zu werfen. Angenehm auch, dass dem an der Ems gelegenen Leer nicht, wie in früheren Folgen, ein Meeresstrand angedichtet wird.

RolleDarsteller
Henk CassensMaxim Mehmet
Süher ÖzlügülSophie Dal
Wolfgang HabedankHolger Stockhaus
Kommissar Jan BrockhorstFelix Vörtler
Viktor (Hotelangestellter)Andreas Dobberkau
Rieke HolstenChristin Nichols
Klaus HolstenFlorian Stetter
Grit LarsonGenija Rykova

Friesland: Haifischbecken“ (ZDF) wurde im vergangenen Sommer, also schon unter Corona-Bedingungen gedreht. Es ist nicht zu übersehen, die Figuren wahren Distanz, und Süher und Henk sind nun wieder ganz allein auf ihrer Dienststelle, während früher gelegentlich im Hintergrund einige Kollegen tätig waren. Aber Regisseur Thomas Durchschlag macht aus der Not eine Tugend, mit geometrischen und zugleich metaphorischen Figurenkonstellationen, mit ungewöhnlichen Kameraschwenks und -fahrten, die sich abheben vom üblichen Schuss-Gegenschuss-Einerlei. Vielleicht sollte man öfter mal die Routine durchbrechen.

Nicht vergessen wurde der übliche Running Gag: Auch in dieser Episode können aufmerksame Zuschauer wieder einen Kaffeebecher mit der Aufschrift „Wilsberg“ entdecken. (Harald Keller)

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