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Der Flensburg-Krimi: Der Tote am Strand: Svenja Rasmussen (Katharina Schlothauer) und Antoine Haller (Eugene Boateng)
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Svenja Rasmussen (Katharina Schlothauer) und Antoine Haller (Eugene Boateng).

Krimi in der ARD

Heute im Ersten: „Flensburg-Krimi: Der Tote am Strand“ - neues Team, neuer Schauplatz

  • Harald Keller
    VonHarald Keller
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Das Erste präsentiert ein neues Ermittlerteam. „Der Flensburg-Krimi“ könnte Auftakt zu einer Reihe werden.

Frankfurt - Lange Zeit bot der Krimiplatz des Ersten am Donnerstagabend nur in Ausnahmefällen Genrefilme gehobener Qualität. Vieles lief nach bewährtem und wiederkehrendem Schema, gewohnheitsmäßig, mutlos. Das hat sich deutlich geändert. Was anfangs nur als Trend erschien, verfestigt sich zusehends. Längst gibt es Filme in den Donnerstagsreihen, die so manchen Beitrag der ARD-Prestigeproduktion „Tatort“ übertreffen.

Mit „Der Flensburg-Krimi“ heute im Ersten werden ein neuer Schauplatz und ein neues Ermittlerteam etabliert. Ihren Anfang nimmt die Handlung in Hamburg. Bei einem Überfall auf die Hafenkantine fallen Schüsse, es gibt einen Toten. Hauptkommissarin Svenja Rasmussen (Katharina Schlothauer) kann den flüchtigen Täter stellen und redet auf ihn ein. Fast hat sie den verzweifelten Mann so weit, dass er die Waffe ablegt. Der schroffe Zwischenruf eines unverständigen Kollegen verändert die Situation. Der Täter erschießt sich vor Rasmussens Augen.

„Der Flensburg-Krimi“ im Ersten: Flucht nach Flensburg in der ARD

Der Polizistin ist im „Flensburg-Krimi“ kein Vorwurf zu machen, aber es kommt ihr zupass, dass in ihrer Heimatstadt Flensburg eine Elternzeitvertretung gesucht wird und sie dem Gemunkel und Getuschel in der Dienststelle zeitweilig entkommen kann. Sie nimmt die Stelle an, auch um ihrem Vater nahe zu sein, der nach dem Freitod von Svenjas Bruder psychisch erkrankt und, auch er ist Polizist, dienstunfähig ist. Svenjas Lebensgefährtin Sanne bleibt in Hamburg zurück. Das Paar tröstet sich damit, dass Flensburg nicht weit entfernt liegt und Svenjas Ortswechsel klar befristet ist.

Rasmussen tauscht das mondäne Apartment mit Hafenblick gegen altdeutsches Interieur gleich hinterm Deich. In Flensburg bezieht sie das Elternhaus, schaut noch etwas erinnerungsselig, aber da kommt bereits der Anruf, der sie zu einem Auffindeort bestellt. Am Fördestrand wurde eine Wasserleiche gefunden. Rechtsmedizinerin Jelena Schiwago (Teresa Harder) ahnt bereits, dass der Mann nicht im Wasser gestorben ist. Sie wird recht behalten. So wie Svenjas neuer Kollege Antoine Haller (Eugene Boateng), der in dem Toten einen Dänen vermutet. Um zwanzig Euro will er wetten. Svenja lehnt ab. Sie hätte das Geld verloren.

„Der Flensburg-Krimi“ heute im Ersten: Die Besetzung in der ARD

RolleDarsteller:in
Svenja RasmussenKatharina Schlothauer
Antoine HallerEugene Boateng
Dr. Jelena SchiwagoTeresa Harder
Daniel KernerWolfram Grandezka
Ina FriemertIris Becher
Morten RasmussenUwe Rohde
Anna RasmussenLisa Flachmeyer

Der Beginn der Zusammenarbeit gestaltet sich im Ersten ein wenig holprig. Svenja Rasmussen ist Pragmatikerin, auch in ihren Ansagen. Spielernatur Antoine Haller, genannt Tony, missversteht dies als Befehlsgehabe. Sein Gespür für Untertöne rührt vielleicht daher, dass er als Schwarzer mit Zöpfchenfrisur häufig offen rassistische Beleidigungen und nicht minder verletzende Anspielungen zu hören bekommt. Frotzeln können beide, und es klappt dann doch ganz gut mit der Zusammenarbeit, auch wenn Tony auf dem Beifahrersitz manchmal übel wird, weil Svenja Rasmussen ihm Gegensatz zu ihm einen sehr sportlichen Fahrstil pflegt.

Psychokillerexzesse werden dem ARD-Publikum hier nicht aufgetischt. Als Hintergrund des von Drehbuchautor Stephan Wuschansky erdachten Krimiplots dient eine feinfühlig entwickelte Familientragödie. Das Drehbuch überzeugt durch Genauigkeit und liebevoll eingearbeitete Details. So zeigt sich am Beispiel von Svenjas Vater Morten Rasmussen (Uwe Rohde), dass auch robuste Kerle mit Seebärengestalt seelisch erkranken können.

„Der Flensburg-Krimi“ im Ersten: Seebär mit Seelenpein

Neben Morten wartet in Flensburg auf Svenja eine frühere Geliebte, mit der sie täglich zusammenarbeiten muss. Über diese frühere Beziehung werden nicht viele Worte gemacht. Die Blicke zwischen den Frauen und ein lakonischer Kommentar seitens Tonys reichen völlig aus, um die Verhältnisse zu skizzieren.

Wie überhaupt unter der Regie von Janis Rebecca Rattenni vieles im „Flensburg-Krimi“ auf der visuellen Ebene erzählt wird. Nach dem fatalen Ausgang des Gangsterdramas in Hamburg etabliert Kameramann Victor Voß die Wohnung von Svenja und Sanne mit einem Blick auf das nächtliche Hafenpanorama – nicht im Ansichtskartenstil, sondern durch eine regenverhangene Scheibe. Eine Eintrübung, die Svenja Rasmussens Stimmung widerspiegelt.

„Der Flensburg-Krimi: Der Tote am Strand“

Donnerstag, 25.11.2021, 20:15 Uhr, Das Erste, Mediathek

Svenja Rasmussen und Tony Haller werden ihren ersten gemeinsamen Fall lösen. Autor Stephan Wuschansky legt zugleich das Fundament für eine Fortsetzung. Morten Rasmussen hegt den Verdacht, dass sein Sohn nicht freiwillig aus dem Leben schied. Ein Auswuchs seiner psychischen Erkrankung oder ein begründeter Verdacht?

Noch ist nicht sicher, ob der vielversprechende „Flensburg-Krimi“ in der ARD Folgen haben wird. Auf Anfrage teilt der produzierende NDR mit, dass erst nach Ausstrahlung des Premierenfilms darüber entschieden wird. Wobei die erzielten Einschaltquoten sicherlich in die Überlegungen einbezogen werden. (Harald Keller)

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