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Jan Stocklassas Buch über Stieg Larssons Recherchen zum Mord an Olaf Palme, hier unter dem englischen Titel „The Man Who Played With Fire“ beworben, erschien 2018 in Schweden.

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Literatur auf der Berlinale und auf der Frankfurter Buchmesse: Eine Wechselbeziehung, die Früchte tragen kann.

Matteo Garrones „Pinocchio“ hat ein berühmtes Buch zur Vorlage. Burhan Qurbanis „Berlin Alexanderplatz“ (s. Artikel auf dieser Seite) übersetzt Döblins Roman ins Heute. Vielleicht wird in einigen Jahren auf dem Festival auch die Geschichte der „Winterbienen“ zu sehen sein – der Roman von Norbert Scheuer um eine ungewöhnliche Form der Fluchthilfe für Juden in der NS-Zeit.

Seit 2006 hat die Frankfurter Buchmesse einen kleinen Marktplatz in Berlin, Books at Berlinale heißt der. Hier kommen Rechteinhaber mit Produzenten zusammen. Zwölf Literaturvertreter stellten im Abgeordnetenhaus in kleinen Vorträgen Bücher vor, sie pitchten sie, wie man das heute nennt. Bei Books at Berlinale gibt es Zusammenfassungen der Handlung, Angaben über die Autorin oder den Autor, das mögliche Zielpublikum und über die Verbreitung des Buches. Manche erscheinen gerade erst, wie der Roman „Mariannengraben“ von Jasmin Schreiber, den die Agentur von Elisabeth Ruge vertritt. Andere werden bereits übersetzt.

Jan Stocklassas Buch über Stieg Larssons Recherchen zum Mord an Olof Palme, hier unter dem englischen Titel „The Man Who Played With Fire“ beworben, erschien 2018 in Schweden und seither zum Beispiel in Deutschland („Stieg Larssons Erbe“), Frankreich, USA, die Veröffentlichung auf Türkisch und Japanisch ist in Vorbereitung. Nur einen Film gibt es noch nicht. Die Agentur Generalissimo aus Schweden, die das Buch als „True Crime“ und Spionagegeschichte anpreist, ist auf die Zusammenarbeit mit Produzenten spezialisiert, während Norbert Scheuers „Winterbienen“ direkt vom Verlag vertreten werden. Die Österreicherin Alex Beer, deren Münchener Agentur ihren 1942 in Nürnberg angesiedelten Roman „Unter Wölfen“ vorstellt, wird mit auf die Bühne geholt. Sie schreibe bereits an der Fortsetzung, sagt sie. Das Original erscheint erst im Oktober gedruckt.

Verträge werden noch nicht geschlossen. Es geht erst um Optionen für die Rechte. Die Früchte der Zusammenarbeit zwischen Agenten, Verlagen und Produzenten werden im Herbst geerntet. Auf der Frankfurter Buchmesse gibt es Preise für die beste Literaturverfilmung.

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