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Sylvester Stallone als Ross in "The Expandables 2".
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Sylvester Stallone als Ross in "The Expandables 2".

The Expendables 2

Fette Muskeln, dicke Wummen

Die fitteste und coolste Altherrenriege der Welt ist wieder da: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis und Jean-Claude Van Damme sorgen in „The Expendables 2“ für ein Macker-Kino vom Feinsten.

Von Anke Westphal

Die fitteste und coolste Altherrenriege der Welt ist wieder da: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis und Jean-Claude Van Damme sorgen in „The Expendables 2“ für ein Macker-Kino vom Feinsten.

Irgendwo in Nepal wartet ein Gefangener auf seinen Tod. Man hat ihm eine Kapuze über den Kopf gezogen und droht mit Folter, denn er soll Informationen liefern, aber das tut er nicht. Der Mann ist ein Kämpfer, kein Verräter. Gerade als eine Rohrzange an seinen Hals gesetzt wird, bricht das Chaos aus: Schüsse, Explosionen, Großfahrzeuge brechen durch die Wand. Fette Bizepse, dicke Wummen und weiß blitzende Gebisse? Das können doch nur Barney Ross und seine Expendables sein! Zur rechten Zeit am rechten Ort zeigen sie es den bösen chinesischen Besatzern, die einen der ihren in der Mangel haben. Vielmehr hatten: Unter der Kapuze kommt Arnold Schwarzenegger als Trench zum Vorschein, sichtlich angepisst von seiner Situation. „Das ist so peinlich!“ flucht er in seiner nussknackerhaft steifen Art, fasst sich aber schnell: „Ich brauche eine Waffe. Eine große!“

Ah, sie ist zurück – die fitteste Altherrenriege der Welt! Supertrainiert, entscheidungsfreudig, loyal bis auf die Knochen und keine Freunde großer Worte sind die Expendables, die in einem ersten, gleichnamigen Filmspaß ein riesiges Publikum dadurch gewannen, dass ihre Darsteller hoch-ironisch als Zeugen ihrer eigenen Karriere auftraten und als Überlebende jenes Hollywood-Ruhms, den sie sich in den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren als Action-Helden erspielten. Ach was: Erboxten, erschossen, ertraten.

In „The Expendables 2“ stehen die wackeren Kampfkünstler nun vor einer neuen Herausforderung. Im geheimen Regierungsauftrag soll die Söldnertruppe um Barney Ross (Sylvester Stallone) größere Mengen Plutonium sicherstellen, mit dem sich der Bösewicht Jean Villain (Jean-Claude Van Damme) eine goldene Nase verdienen will. Der ist dummerweise ebenso gut trainiert wie die Expendables, und leider hält er keine Abmachungen ein, was einen Nachwuchskader der Expendables, nämlich Billy the Kid (Liam Hemsworth), das Leben kostet.

Macker-Kino vom Feinsten

Erwähnten wir, dass die Mannen um Barney loyal bis auf die Knochen sind? Also gibt es keine andere Lösung als Rache für Ross (Stallone), Gunnar (Dolph Lundgren), Trench (Schwarzenegger), Ying Yang (Jet Li) oder auch Mr. Church (Bruce Willis) – allein die Rollennamen (Billy the Kid!) lassen einen schmunzeln. Aber es gibt viele Einfälle in diesem Sequel, das man gern als Komödie bewerben würde – wenn, ja wenn nicht so viele Leute dabei umkämen, dass dem Film die Jugendfreigabe verweigert wurde. Aber genau das ist hier der Punkt: ein möglichst hoher Body-Count bei möglichst hoher Kalauer-Rate. Beispiele von letzterer werden hier nicht verraten, wohl aber, dass auch die Expendables einmal nicht weiter wissen – und

Verstärkung erhalten von dem nun auch schon über 70-jährigen Chuck Norris in einer Quasi-Clint-Eastwood-Rolle, die einen Lachsturm auslösen dürfte. So geschah es jedenfalls in der Pressevorführung. Eine Frau ist dieses Mal auch dabei: Maggie (Yu Nan) kann nicht nur gut zielen und zutreten, sie ist auch ein Computer-Freak. Cool!

Aber noch viel cooler sind die alten Recken, schon, weil sie sich so lange gehalten haben. Auch pro-feministisch angereichert bleibt es Macker-Kino vom Feinsten. Wer’s ernst nimmt, ist selbst schuld. „The Expandables 2“ ist an einigen Stellen sogar meta-reflektierend in der Ironisierung der Ironie; es gibt da ein hübsches Wortgefecht zwischen Schwarzenegger und Bruce Willis. Dolph Lundgren, ewig als Dumpfbacke verkannt, spielt übrigens den Intellektuellen. Und die filmischen Räume sind viel schöner als im Auftaktfilm, sie sind geradezu fantastisch, meta-örtlich.

Der erste Auftritt der Action-Senioren spielte in den USA mehr als 100 Millionen Dollar ein. Dem zweiten sollte das nun auch gelingen. Regie führte Simon West (u. a. „Lara Croft“) dieses Mal allein. Dass aber der Mastermind und Ko-Autor Sylvester Stallone immer noch alle Fäden – und Wummen – in der Hand hält, versteht sich von selbst. Nein, seine Truppe gehört noch lange nicht ins Museum, auch wenn Schwarzenegger darauf anspielt.

The Expendables 2 USA 2012. Regie: Simon West, Drehbuch: Richard Wenk, Sylvester Stallone, Kamera: Shelly Johnson; 103 Minuten, FSK k. J.

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