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Feiern für den Frieden

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Der Schauspieler Sean Penn auf der "Cinema For Peace"-Gala.
Der Schauspieler Sean Penn auf der "Cinema For Peace"-Gala. © Getty Images

Der Schauspieler Sean Penn ist bei der „Cinema for Peace“-Gala in Berlin für sein Engagement in Haiti ausgezeichnet worden. Neben dem Award für Penn gab es auch in diesem Jahr wieder Auszeichnungen für sozial und ökologisch engagierte Filme.

Von Andreas Kurtz

Der Schauspieler Sean Penn ist bei der „Cinema for Peace“-Gala in Berlin für sein Engagement in Haiti ausgezeichnet worden. Neben dem Award für Penn gab es auch in diesem Jahr wieder Auszeichnungen für sozial und ökologisch engagierte Filme.

US-Schauspieler Sean Penn ist unzufrieden. Im gefällt nicht, dass ein Jahr nach dem Erdbeben auf Haiti sich „noch nicht viel getan“. Damit sich das ändert, ist er derzeit in Europa, um auf die Missstände hinzuweisen. Am Montag war er in Berlin, wo er bei der zehnten Gala „Cinema for Peace“ im Konzerthaus am Gendarmenmarkt für sein Engagement ausgezeichnet wurde.

Und er wird nicht mit leeren Händen abreisen. Die Spenden der diesjährigen Cinema for Peace Gala sollen größtenteils in den Wiederaufbau des zerstörten Inselstaates fließen. „Wir müssen den Menschen ein normales Leben ermöglichen, und das kostet Geld“, sagte Penn. Neben dem Cinema for Peace Honorary Award für Penn, gab es auch in diesem Jahr wieder Auszeichnungen für sozial und ökologisch engagierte Filme.

Musiker Sir Bob Geldof unterstützt die Gala seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 2002. Seine Motivation umschreibt er so: „Kunst kann zeigen, wo Menschen sich ändern müssen.“ Veränderungen müssten aber letztlich Politiker zustandebringen. „Cinema for Peace ist daher nicht nur ein kulturelles, sondern auch ein politisches Event.“

Geldof, der gerne mit der ehemaligen Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) zusammen arbeitete, konnte sich einen spöttischen Unterton bei der Bezeichnung ihres abwesenden Amtsnachfolgers Dirk Niebel (FDP) als den „bestaussehenden Minister der Regierung“ nicht verkneifen. Was allerdings nicht jeder im Saal verstand. Die Akustik lies mal wieder zu Wünschen übrig. Bundesaußenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP), der die Laudatio auf Preisträger Penn hielt, kommentierte die Spitze auf seinen Parteikollegen nicht.

Berlinale auf Konfrontationskurs

Neben Stammgästen der Friedensfilmgala wie dem Schauspieler Sir Christopher Lee gab es auch diesmal wieder Gäste, die zum ersten Mal dabei waren, darunter Astronaut Buzz Aldrin (81), der als zweiter Mensch den Mond betrat.

Mancher vermutete in der eigenen Einladung einen Irrtum. Wie der Komiker Bastian Pastewka: „Ich wurde wahrscheinlich versehentlich eingeladen.“ Andere nutzten, wie die Schauspielerin Jeanette Hain, die Gelegenheit für Reklame. Sie verteilte Werbepostkarten von Andrea Schelling, die ihr Abendkleid entworfen hatte. Zu den weiteren Gästen gehörten Schauspielerin Ornella Muti oder der ehemalige Tennisstar Boris Becker oder Jens Lehmann, ehemaliger Torwart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

In den Anfangsjahren von Cinema for Peace hatte es ein freundliches Nebeneinander mit der Berlinale gegeben. Dieter Kosslick setzte damals keine starken Programmpunkte gegen die Gala, besuchte diese sogar. Inzwischen fährt er einen Konfrontationskurs. Zur Gala-Zeit lief diesmal als zugkräftige Konkurrenz die Premiere von „Coriolanus“ mit Ralph Fiennes und Vanessa Redgrave.

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