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Marvel Cinematic Universe

„Eternals“ im Kino: Schlingern zwischen Ernst und Unernst

  • Daniel Kothenschulte
    VonDaniel Kothenschulte
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Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao verknüpft im Marvel-Film „Eternals“ Zeiten und Welten zu einem stillosen Patchwork.

Studio City – Als das alte Hollywood seinem Untergang entgegensah, in den frühen sechziger Jahren, inszenierten einige seiner besten Regisseure plötzlich in Rom Sandalenfilme. Heute, wo statt des Fernsehens die Streaming-Dienste Sorgen um die Zukunft des Kinos wecken, gelten die Comic-Blockbuster vielleicht als letzte sichere Bank.

Keine Geringere als Chloé Zhao, für ihr Sozialdrama „Nomadland“ mit zwei Oscars prämiert, steht nun am Steuer so eines gewaltigen Ozeandampfers. Nicht weniger als 7000 Jahre umfasst die Spielzeit von „Eternals“, was für eine Herausforderung nach ihren kleinen, feinen Independentfilmen. Aber kann sie im Marvel-Universum mit ihrem künstlerischen Talent auch neue Territorien entdecken?

Lauren Ridloff als Makkari in einer Szene des Films „Eternals“.

Die Bösen kommen wieder – Hollywood-Epos über 7000 Jahre

Es beginnt 5000 Jahre vor Christus. Erich von Däniken hat es immer gewusst: Die Götter waren Astronauten. Eine Truppe Superhelden vom Planeten Olympia ist einer von Aliens bedrohten Menschheit zur Hilfe geeilt. Doch wie so oft wird man die bösen Buben nicht los: Nach ein paar Hundert Jahren tauchen die räuberischen „Deviants“ schon wieder auf der Erde auf, und die glücklicherweise alterslosen Heldinnen und Helden sind abermals gefragt.

Die „glorreichen Sieben“ sind nichts gegen die internationale Starbesetzung, die Zhaos Regie unter einen Hut bringen muss: Um sie einmal aufzuzählen sind das: Ajak (Salma Hayek), Druig (Barry Keoghan), Gilgamesh (Don Lee), Ikaris (Richard Madden), Kingo (Kumail Nanjiani), Makkari (Lauren Ridloff), Phastos (Brian Tyree Henry), Sersi (Gemma Chan), Sprite (Lia McHugh) und Thena (Angelina Jolie). All diese Stars bringen eigene Filmografien und Leinwandpersönlichkeiten mit, was dem Begriff „divers“ auch filmästhetisch eine neue Bedeutung gibt.

„Eternals“: Neuer Marvel-Stil oder doch alte Einheitsbrühe?

Der pakistanisch-amerikanische Schauspieler und Stand-up-Komiker Kumail Nanjiani etwa wurde bekannt in der Rolle des Dinesh in der Comedy-Serie „Silicon Valley“. Hier spielt er einen Superhelden, der sich eine irdische Existenz als gefeierter Bollywoodstar aufgebaut hat – und standesgemäß mit einem privaten Diener und Kameramann herumreist. Dieses parodistische Element bringt jedoch wenig Leichtigkeit in den Film, wie auch sonst stilistisch nichts zusammenpasst.

Wie sollte es auch, kann man fragen, wenn ständig hohe und triviale Mythologien zitiert werden sowie Orte und Zeiten durcheinanderwirbeln? Hier kann man Chloé Zhaos Unbeirrtheit schon bewundern, wenn sie zu allem Überfluss noch etwas von ihrem Personalstil als Regisseurin unterbringen will. Tatsächlich verließ sie die Sterilität der für digitalanimierte Großproduktionen obligatorischen Green-Screen-Studios so oft es ging, um in realen Landschaften zu drehen. Zu einem neuen Marvel-Stil aber führt das nicht – zumal in der Postproduktion allen Bildern ein süßlich-buntes Design übergestülpt wurde.

Lieber doch eine Parodie? Hollywood sucht eigene Linie

Unentschlossen schlingert dieser ortlose Film zwischen Ernst und Unernst. Weder Spannung noch Stimmung kommen auf, wenn es zugleich um Alles geht und Nichts. In dieser 26. Ausgabe scheint diese Filmserie mit einem Bein in der eigenen Parodie zu stehen – was vielleicht auch eine kluge Strategie sein könnte. Dies ist eine Art von Kino, die auf der ganzen Welt gleichermaßen gefallen – oder gleichzeitig potenziellen Parodisten den Wind aus den Segeln nehmen will. Vielleicht sollte man trotzdem den nächsten Marvel-Film von Terry Gilliam inszenieren lassen. Als ultimative Monty-Python-Parodie. (Daniel Kothenschulte)

Eternals. Regie: Choé Zhao. 157 Min.

Rubriklistenbild: © dpa

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