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Paula Beer. dpa

Europäischer Filmpreis

Erhöhte Dosierung

  • Daniel Kothenschulte
    vonDaniel Kothenschulte
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Die internationale Auszeichnung, zum 33. Mal unter den Bedingungen der Corona-Krise verliehen, ging für die beste Darstellung an Paula Beer und Mads Mikkelsen

Jedes zweite Jahr wird der „Europäische Filmpreis“ in Deutschland vergeben, Wim Wenders ist Präsident der Vergabe-Akademie. Wirklich bekannt wird wohl auch die 33. Verleihung am vergangenen Samstagabend den Preis nicht in Deutschland machen können, auch wenn der Darstellerinnenpreis an die gebürtige Mainzerin Paula Beer ging. Hochverdient gewann sie – wie schon bei der Berlinale – für ihre Titelrolle in Christian Petzolds „Undine“. Bewundernswert changiert die 25-jährige darin als Wassergeist zwischen Diesseits und Jenseits – und ist jetzt, nach erfolgreichen Rollen in der Serie „Bad Banks“, in François Ozons Melodram „Frantz“ und Christian Petzolds Flüchtlingsdrama „Transit“, wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zum Weltstar.

Wie die anderen Nominierten verfolgte sie die virtuelle Gala am Computer. Eine Dankesrede hatte sie nicht vorbereitet, umso spontaner klangen Freude und Dank an „jeden, der das entschieden hat“.

Wer das ist, muss man vielleicht immer wieder mal erklären: 3800 Mitglieder der Europäischen Filmakademie wählen aus den Nominierten. Die oft kritisierten Nominierungen sollen seit einer Regeländerung im letzten Jahr nun demokratischer ausgewählt werden; bislang wurden Länder bevorzugt, in denen besonders viele Akademiemitglieder lebten. Nun sollen die oft wenig bekannten Filme möglichst bereits Festivalpreise gewonnen haben oder ins Ausland verkauft worden sein.

Mit dem dänischen Hauptgewinner „Der Rausch“ ist man da auf der sicheren Seite: Thomas Vinterberg, der 1995, mit 26 Jahren, die Dogma-Bewegung begründete, ist ein phänomenaler Erfolg bei Kritik und Publikum gelungen. Ursprünglich für das abgesagte Cannes-Festival ausgewählt, gewann sein Film stattdessen drei Preise in San Sebastian. Mads Mikkelsen spielt in der bitteren Farce einen frustrierten Lehrer, der drei Kollegen dazu überredet, in einem Experiment einer Volksweisheit auf den Grund zu gehen: Ist der Mensch nicht mit einem halben Promille Alkohol zu wenig im Blut auf die Welt gekommen? Mit entsprechender Korrektur wollen sie ihrer Arbeit zu neuer Intensität verhelfen. Zunächst fühlen sich alle prächtig – doch nach erhöhter Dosierung gerät das Experiment bald außer Kontrolle.

Wie schon bei „Das Fest“ widmet sich Vinterberg dem Thema sozialer Grenzüberschreitung – und ermuntert sein exzellentes Ensemble dabei ebenfalls an die Grenzen ihrer eigenen Kunst zu gehen. Auch wenn Mads Mikkelsen in einem Interview versicherte: „Beim Drehen waren wir übrigens nicht betrunken.“ Mikkelsen erhielt nun den Europäischen Filmpreis als bester Darsteller, ebenfalls prämiert wurden Drehbuch und Regie.

Vinterberg, der sich durchaus auf seine Dankesrede vorbereitet zu haben schien, identifiziert sich übrigens durchaus mit einem spezifisch europäischen Kino. Hätte er sonst ausdrücklich erwähnt: „Keinen meiner Filme hätte ich ohne die nationalen und europäischen Fördereinrichtungen machen können.“

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