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Catweazle
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Hexenmeister und Lautenmann: Otto Waalkes als Catweazle.

Familienfilm

Er ist zurück: Otto als Zauberer „Catweazle“

Mehr als ein Dutzend Filme hat Otto Waalkes bereits mit Leben gefüllt. Nun ist der Ostfriese in eine neue Rolle geschlüpft. Er ist Catweazle - inspiriert von der Serie aus den 1970er Jahren.

Hamburg - Ist es ein Ritterfilm? Ist es eine Fantasy-Adaption? Ist es E.T., der Außerirdische? Nein! Es ist ein Otto-Film. Komiker Otto Waalkes hat es wieder getan. Mit „Catweazle“ hat der Ostfriese erneut einen klamaukigen Familienfilm für die Kinoleinwand gedreht.

Dem fehlen weder die bekannten und beliebten Neben- und Hauptdarsteller wie Milan Peschel, Katja Riemann und Henning Baum noch die typischen Otto-Bewegungen oder -Mimiken. Wer Otto mag, wird auch von diesem Film gut unterhalten. Und wer Otto gar nicht kennt - also vielleicht die kleineren Zuschauer - dürfte ebenfalls 96 Minuten lang Spaß im Kinosessel haben.

Ein schusseliger Hexenmeister

In der Komödie „Catweazle“ von Regisseur Sven Unterwaldt mimt Otto den Zauberer, der in den 1970er Jahren durch eine britische, gleichnamige Kult-Serie von Richard Carpenter zur bekannten Filmfigur wurde. Wie auch schon im Original landet der schusselige Hexenmeister bei seiner Flucht vor dem Scheiterhaufen durch einen scheinbar misslungenen Zauberspruch plötzlich im Jahr 2020, im dunklen Wald.

Als erstes macht er dort mit einem Auto, „einem Feuerdrachen“, sowie einem Betäubungspfeil Bekanntschaft. Weil er dabei seinen Druiden-Zauberstab Anawandur an den zwölfjährigen Benny (Julius Weckauf aus „Der Junge muss an die frische Luft“) und dessen Vater (Henning Baum) verliert, macht er sich gemeinsam mit seiner Kröte Kühlwalda auf die Suche nach dem Fahrer des „Feuerdrachens“.

Dabei trifft er auf allerlei „Modernes“. Chaos ist also programmiert. Catweazle macht Bekanntschaft mit Licht und Lichtschaltern, kämpft mit automatisch aufklappbaren Regenschirmen, erkennt Glasfenster als unsichtbaren Schutzwall und schießt mit einem Gewehr auf eine Kuckucksuhr. Das ist meist ziemlich klamaukig, aber auch durchaus witzig. Neben Otto selbst hat auch sein langjähriger Gagschreiber Bernd Eilert das Drehbuch mitverfasst. Und das ist dem Film an vielen Stellen anzumerken.

Und weil ein klassischer Otto-Film auch einen klassischen Bösewicht braucht, kommt Katja Riemann als raffgierige Kunstexpertin ins Spiel. Die will den Zauberstab für sich haben und damit endlich bei ihrem Chef punkten. Damit auch jeder gleich erkennt, dass sie Böses im Schilde führen könnte, sind ihre ersten Szenen in tristem Blau-Grau eingefärbt. Riemann spielt dabei wunderbar gemein ohne bösartig zu sein und deshalb den jungen Kinobesuchern als schlechte Erinnerung haften zu bleiben.

Dem jähen guten Ende nach einer Stunde - die kühle Kunstjägerin Metzler verliert nach einer geschickten juristischen Argumentation der Anwaltstochter Lisa (Gloria Terzic) den Stab an Benny - folgen dann allerdings doch noch das kleine Drama und der aufregende Kampf um Anawandur, damit Catweazle wieder mit einem Zauberspruch in seine Zeit - also das Jahr 1020 - zurückreisen und seine Tiere vor dem Feuertod retten kann.

Der Film bietet Abenteuer, Unterhaltung, Witz und ein bisschen Gefühl. Wenn der Junge, dessen Mutter gestorben ist und der sich nun alleine fühlt, dem Magier sein Herz ausschüttet, während Catweazle vom Massagestuhl beim Suppe essen durchgeschüttelt wird, wünscht man sich aber doch ein wenig mehr Feingefühl. Der Vater-Sohn-Konflikt wegen der toten Mutter kommt zunächst nur am Rande zum Tragen und wirkt am Anfang ein wenig holzschnittartig, gewinnt aber später an ausreichend Tiefe.

Klassischer Otto-Film

„Catweazle“ überzeugt als Kinder- und Familienfilm. Die charmantesten Momente hat der 96 Minuten lange Film dann, wenn Otto ohne stark zu übertreiben spielt. Aber natürlich setzt er auch auf die üblichen Otto-Schenkelklopfer. Was gut so ist, sonst hätte man sie vielleicht vermisst.

Dass dem nach Lichtschaltern verrückten Catweazle ausgerechnet eine Frau mit Lichtschaltern als Dekoknöpfen auf Brustwarzenhöhe über den Weg läuft, ist dann aber irgendwie doch zu gewollt und erinnert stark an die als Alarmanlage jaulende Frau aus dem ersten Otto-Film.

Weitere Parallelen zu alten Otto-Klassikern gibt es, wenn eine Kitsch-Spieluhr mit viel Schlager-Tam-Tam das Lied „Das kleine Ottilie“ ertönen lässt. Der Titelsong „Elektriktrick“ - passend zum Licht-Faible von Catweazle - wird übrigens auch von Mark Forster gesungen.

Catweazle, Deutschland 2021, FSK ab 0, 96 Min., von Sven Unterwaldt, mit Otto Waalkes, Katja Riemann, Julius Weckauf, Henning Baum, Gloria Terzic, Milan Peschel dpa

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